LOTTO NORDCUP 2026: Packendes Kieler Traumfinale gewinnt Holstein

von Ismail Yesilyurt

Holstein Kiel – Sieger LOTTO NORDCUP 2026. © 2026 Ismail Yesilyurt


Gelungenes Revival des Nordcups! Nach mehr als zehn Jahren – die letzte Austragung war 2013 – fand das größte Hallenevent im hohen Norden wieder statt. In der Kieler Wunderino Arena spielten die sechs besten Frauenteams aus Schleswig-Holstein um den großen Siegerpokal und 2.000 Euro Siegprämie. Am Ende gewann das nicht nur auf dem Papier beste Team den SHFV-LOTTO-NORDCUP 2026. In einem packenden und interessanten Kieler Duell vor nicht ganz 3.000 Zuschauern blieb Regionalligaspitzenreiter Holstein Kiel gegen den Oberligisten Kieler MTV im Neun-Meter-Schießen erfolgreich. „Insgesamt finde ich war dieses Turnier unfassbar gut. Von den Zuschauern her. Dann muss ich auch mal sagen von den Organisatoren. Vielen Dank. Klaus Kuhn ist da wohl an erster Stelle zu nennen“, lobte Stefan Fischer, Trainer des Turniersiegers, die Veranstaltung und den respektvollen Umgang bei einer tollen Atmosphäre.

Gespielt wurde bei einer Spielzeit von 10 Minuten in allen Partien zunächst in einer einfachen Sechser-Gruppe in der Vorrunde. Die ersten vier Mannschaften bestritten dann das Halbfinale.

Nachfolgend die ersten Informationen zum SHFV-LOTTO-NORDCUP. Weitere Informationen (Stimmen, Kader, Fotogalerie) folgen.

Holstein Kiel – Kieler MTV 5:3 (2:2) n. E.

Einen beseren Abschluss des Events in Kiel kann es eigentlich nicht geben. Zwei Kieler Teams im Finale und die liefern sich eine höchst unterhaltsame Begegnung. Der spielerischen Überlegenheit von Holstein trotzt der Kieler MTV mit überragendem Einsatz. Mehr als 100 Prozent – gibt es sowas? – sieht das Publikum vom Tabellenvierten der Oberliga. Die Auswahl von KMTV-Coach Stephan Mordhorst verteidigt nicht nur mit einem Löwenherz, sondern bringt auch Qualität in die andere Richtung mit. Im Gruppenspiel siegte Holstein 3:1. Nun legt KMTV mehr als eine Schippe drauf.

Das favorisierte Team von Stefan Fischer tut sich schwer. Und muss einem schnellen 0:2 hinterherlaufen. Erst trifft Hannah Östermann nach noch nicht mal einer Minute mit einem Traumtor in den Winkel zu 1:0, dann erhöht kurz darauf die ehemalige Holstein-Spielerin Annika Alberts mit einem unerwarteten Shuss von links auf 2:0. Holstein rennt immer wieder mit viel Leidenschaft an, ein Torerfolg will nicht her. Das sieht am Ende nicht gut aus für die Störche. Dem KMTV fehlen am Ende nur knapp zehn Sekunden vom Pokaltraum in der Wunderino Arena. Holsteins Alia Redant jagt den Ball rechts oben in den Winkel. Den Rest erledigt Emma Nentwich im anschließenden Entscheidungsschießen mit drei gehaltenen Schüssen vom Punkt.
Tore: 0:1 Hannah Östermann (1.), 0:2 Annika Alberts (3.), 1:2 Paula Harder (4.), 2:2 Alia Redant (10.).

Holstein Kiel – Hagen Ahrensburg 2:1 (0:0) n. E.

Schon in der Vorrunde war diese Begegnung, die Holstein mit 2:1 gewann, sehr eng im Ausgang. Auch im Semifinale bereitet der Oberliga-Spitzenreiter aus Ahrensburg den Lokalmatadorinnen viele Probleme. Mit einem erneut engagierten Auftritt zwingen die Frauen von Cheftrainer Marc Mandel die Kielerinnen ins Entscheidungsschießen. Nach einem torlosen Spiel wird im Neun-Meter-Schießen dann die starke Emma Nentwich zwischen den Pfosten nicht zum letzten Mal Holsteins Matchwinnerin. Gleich vier Mal scheitern die Ahrensburgerinnen neben dem Tor, am Tor und an der Torhüterin.

SV Henstedt-Ulzburg – Kieler MTV 3:5 (1:1) n. E.

Nur 30 Sekunden fehlen den KMTV-Frauen, um regulär nach hart umkämpften 10 Minuten ins Endspiel einzuziehen. Das 1:0 durch Alina-Sophie Steiner verteidigt die Mordhorst-Truppe sehr clever und kompakt. Da eigene Chancen ungenutzt bleiben, muss nach dem 1:1 doch noch das Nervenkitzel um den Einzug ins Endspiel entscheiden. Steiner scheitert an Keeperin Lisa-Sophie Kaisik – der Gegenzug führt zum Ausgleich durch Indra Hahn.
Tore: 0:1 Alina-Sophie Steiner (3.), 1:1 Indra Hahn (10.)

Pl.TeamPkt.Tore
1Holstein Kiel1215:7
2Henstedt-U.1011:5
3Kieler MTV97:6
4H. Ahrensburg77:9
5Eichholzer SV37:12
6IF Stj. Flensborg23:11

IF Stj. Flensborg – Eichholzer SV 0:3

Der Gruppen-Kuchen beim LOTTO NORDCUP ist schon längst verteilt mit den ersten vier Plätzen. Somit geht es in diesem letzten Spiel vor der K.-o.-Runde eigentlich um nichts mehr, da Stjernen wie auch Eichholz Platz fünf und sechs belegen werden. Dennoch lassen sich beide Teams diese Begegnung schmecken. IF ist wie eh und je kampfstark und mit viel Einsatzfreude dabei. Der ESV möchte endlich seine ersten Punkte beim NORDCUP. Bekommt die Mannschaft von Hanifi Demir auch. Drei werden es sogar und damit Platz fünf. Für Henrik Nissen und seinem IF ist die Teilnahme an den inoffziellen Hallenlandesmeisterschaften ein Sahnehäubchen auf eine bisher sehr starke Saison, die man mit dem Ziel Klassenerhalt angegangen ist.
Tore: 0:1 Anna Nunold (8.), 0:2 Chiara-Sophie Silberstorff (9.), 0:3 Chiara-Sophie Silberstorff (10.).

Henstedt-Ulzburg – Holstein Kiel 3:1

Im Regionalligaduell haben die Henstedterinnen gegen den bis dato nur siegreichen Kielerinnen das richtige Mittel gefunden. Die Spielerinnen von Cheftrainer Artur Wilk lassen Holstein nicht ins Spiel kommen und setzen ihren Stempel auf die Begegnung. Kein Beinbruch für das Team von Trainer Stefan Fischer: Holstein geht weiterhin als Tabellenerster in die nächste Entscheidungsrunde.
Tore: 1:0 Jasmin Grosnick (3., ET), 1:1 Alia Redant (4.), 2:1 Indra Hahn (6.), 3:1 Emilia Van Gunst (6.).

Kieler MTV – Hagen Ahrensburg 1:2

Der Wille beim amtierenden Oberligameister ist größer als der des Kieler MTV. Die Landeshauptstädterinnen sind mit neun Punkten bereits für das Halbfinale qualifiziert. Ahrensburg benötigt einen Sieg, um safe dem KMTV zu folgen. Nach dem 0:1 durch Lene Klein für die Auswahl von Stephan Mordhorst muss eine bemerkenswerte Energieleistung der Ahrensburgerinnen her, um das Blatt noch zu wenden.
Tore: 1:0 Lene Klein (2.), 1:1 Anika Elschenbroich (2.), 1:2 Joline Floeter (8.).

© 2026 Ismail Yesilyurt

Eichholzer SV – Henstedt-Ulzburg 1:3

Hin und her geht es oft in dieser interessanten Auseinandersetzung. Mit einigen Chancen hüben wie drüben. Doch der Ball entwickelt ein Eigenleben und will sich überhaupt nicht ins Netz schießen lassen. Gibt dann aber in den letzten Minuten nach, wo es ordentlich scheppert und HU endlich in seinen Flow kommt.
Tore: 0:1 Indra Hahn (7.), 1:1 Liza von Blumenthal (8.), 1:2 Anna Aschmutat (8.), 1:3 Anna Aschmutat (9.).

Hagen Ahrensburg – IF Stj. Flensborg 1:1

Wichtiges Match für das Weiterkommen. Der Sieger hat gute Karten für einen Verbleib über die Vorrunde hinaus. Carolin Kubuts 1:0 lässt Stjernen ordentlich jubeln. Am Ende wird es eine Punkteteilung, die nach einer ausgeglichenen Auseinandersetzung Ahrensburg mehr hilft.
Tore: 0:1 Carolin Kubut (1.), 1:1 Lea Bantin (5.).

Holstein Kiel – Kieler MTV 3:1

Der Kieler MTV versetzt sich gleich in den Verteidigungsmodus – Holstein Kiel tut das Entgegengesetzte. Dennoch gibt es die erste Großchance für den Oberligisten gegen Holstein. Mit einer tollen Finte zum 1:0 öffnet dann Arjela Lako die Tür zum verdienten Erfolg. Holstein hält das Tempo hoch, sodass Jasmin Grosnick und Samanta Carone erhöhen können.
Tore: 1:0 Arjela Lako (7.), 2:0 Jasmin Grosnick (9.), 3:0 Samanta Carone (10.), 3:1 Annika Alberts (10.).

Eichholzer SV – Hagen Ahrensburg 1:2

Yasmin Geßners 1:0 lässt die Lübecker vom Sieg träumen. Doch am Ende wird es noch nicht mal der erste ersehnte Punkt in diesem Turnier. Denn Hagen Ahrensburg hält den Druck hoch und das zermürbt den ESV.
Tore: 1:0 Yasmin Geßner (3.), 1:1 Rieke Ehlers (5.), 1:2 Annika Peters (8.).

IF Stj. Flensburg – Holstein Kiel 1:4

IF legt forsch los und hat zwei Großchancen. Und dann Pech. Camillia Nissen lenkt den Ball unglücklich ins eigene Tor ab. Der Regionalliga-Spitzenreiter hat mit der Führung im Rücken nun alles im Griff.
Tore: 0:1 Camilla Nissen (3. ET), 0:2 Arjela Lako (4.), 0:3 Arjela Lako (9.), 1:3 Annie Peter (9.), 1:4 Jasmin Grosnick (10.).

Torhüterin Lela-Celin Naward (Holstein Kiel) im Spiel gegen den IF Stjernen Flensborg. © 2026 Ismail Yesilyurt
Torhüterin Lela-Celin Naward (Holstein Kiel) im Spiel gegen den IF Stjernen Flensborg. © 2026 Ismail Yesilyurt

Henstedt-Ulzburg – Kieler MTV 0:1

Der Kieler MTV verteidigt geschickt seine Führung aus der 3. Minute durch Lina Uck. Gegen den anrennenden Gegner sorgen vereinzelte Schnellangriffe für die notwendige Entlastung, um die knappe Führung über die Zeit zu retten.
Tor: 0:1 Lina Uck (3.).

Holstein Kiel – Eichholzer SV 5:1

Die Hansestädter überraschen die Landeshauptstädter: Gleich nach 37 Sekunden klingelt es im Gehäuse der Kielerinnen. Lea-Sophie Urich bringt den Oberligisten in Front.

Luiza Zimmermann (Holstein Kiel) gegen den Eichholzer SV. © 2026 Ismail Yesilyurt
Luiza Zimmermann (Holstein Kiel) gegen den Eichholzer SV. © 2026 Ismail Yesilyurt

Holstein macht dann mit großer Fanunterstützung aus einem eigentlich kurzen Prozess einen langen. Denn nach dem 1:1 und 1:2 wächst Eichholz-Keeperin Lilly Rachow über sich hinaus. Zusätzlich schießen die Kielerinnen die ESV-Torhüterin ordentlich warm. Am Ende wird es dann fast zu hoch.
Tore: 0:1 Lea-Sophie Urich (1.), 1:1 Sarah Begunk (2.), 2:1 Zoe Tolksdorf (5.), 3:1 Samanta Carone (9.), 4:1 Lea Althof (9.), 5:1 Zoe Tolksdorf (10.).

Kieler MTV – IF Stj. Flensborg 2:0

Stjernen gerät auch im zweiten Vorrundenspiel in Rückstand. Mit einem Blitztor nach nur 7 Sekunden übertölpelt Hannah Östermann den Gegner. Danach läuft alles mit viel Ruhe ab.
Tore: 1:0 Hannah Östermann (1.), 2:0 Alina Steiner (9.).

Kieler MTV (in rot) gegen IF Stjernen Flensborg. © 2026 Ismail Yesilyurt
Kieler MTV (in rot) gegen IF Stjernen Flensborg. © 2026 Ismail Yesilyurt

Henstedt-Ulzburg – Hagen Ahrensburg 4:1

Klare Sache. HU macht Ernst und auch Tore. Hagen Ahrensburg kann die Henstedterinnen vor deren Gehäuse kaum fordern.
Tore: 0:1 Svenja Riesel (2.), 1:1 Michelle Hille (3.), 2:1 Anna Johannsen (6.), 3:1 Anna Johannsen (7.), 4:1 Indra Hahn (7.).

Hagen Ahrensburg - SV Henstedt Ulzburg. © 2026 Ismail Yesilyurt
Hagen Ahrensburg – SV Henstedt Ulzburg. © 2026 Ismail Yesilyurt

Eichholzer SV – Kieler MTV 1:2

Furioser Start des KMTV. Die Eichholzer wissen gar nicht, wo vorne und hinten ist. Nach dem 0:2 haben sich die Lübecker jedoch an die Kieler (Hallen)Luft akklimatisiert. Doch trotz intensiver Bemühungen kann die KMTV-Defensive zu selten in Bedrängnis gebracht werden.
Tore: 0:1 Annika Albers (1.), 0:2 Lisa Wiedemann (3.), 1:2 Lea-Sophie Urich (5.).

Hagen Ahrensburg – Holstein Kiel 1:2

Im Duell der Führenden ihrer Spielklassen (Oberliga Schleswig-Holstein und Regionalliga Nord) verlangt Ahrensburg Holstein alles ab. Kiel muss sich im Einstiegsspiel schon mächtig anstrengen , um den 0:1-Rückstand durch Joline Floeter mehr als wettzuzmachen. Sieben Minuten lang ist kein Klassenunterschied zu erkennen. Hagen sogar leicht besser. Was dann auf der Anzeigetafel auch zu sehen ist. Die Störche schalten dann nachhaltig einen Gang höher. Das fruchtet mit dem Ausgleich durch Paua Harder und dem Siegtreffer durch Luiza Zimmermann.
Tore: 1:0 Joline Floeter (5.), 1:1 Paula Harder (7.), 1:2 Luiza Zimmermann (9.).

20260111 Die Frauen der Holstein Women in der Kabine des THW Kiel vor dem Turnierauftakt. © 2026 Patrick Nawe
Die Frauen der Holstein Women in der Kabine des THW Kiel vor dem Turnierauftakt. © 2026 Patrick Nawe

Henstedt-Ulzburg – IF Stj. Flensborg 1:1

Mutiges IF Stjernen Flensborg gegen das klar favorisierte Team aus Henstedt-Ulzburg. Auch das 1:0 für den Regionalligisten wirft den Oberligisten nicht aus der Bahn. Lohn für Stjernen: das nicht unverdiente 1:1 durch Jorina Günther.
Tore: 1:0 Vera Homp (3.), 1:1 Jorina Günther (6.).

(in Klammern vor dem Namen Rückennummer), (in Klammern nach dem Namen Anzahl Tore)

Eichholzer SV: (1) (Lilly Rachow (TW), (26) Nahne Krüger) – (2) Lea-Sophie Urich (2), (5) Neele Lindemann, (7) Chiara-Sophie Silberstorff (2), (8) Lena Grenzinger, (10) Yasmin Geßner (1), (11) Liza von Blumenthal (1), (18) Michelle Feliszowski, (19) Anna Nunold (1), (20) Emilia Nunold.
Trainer: Hanifi Demir.

Holstein Kiel: (1) Emma Nentwich (TW), (22) Lela-Celin Naward (TW) – (3) Jasmin Grosnick (2), (7) Samanta Carone (2), (10) Sarah Begunk (1), (11) Paula Harder (1), (14) Zoe Tolksdorff (2), (17) Arjela Lako (3), (19) Luiza Zimmermann), (21) Lea Althof (1), (25) Alia Redant (2).
Trainer: Stefan Fischer.

IF Stjernen Flensborg: Lara Otto (TW), (41) Milena Vanselow (TW) – (4) Annie Peter (1), (6) Romy Löding, (7) Lisann Petersen, (9) Carolin Kubut (1), (10) Jorina Günther (1), (13) Laura Dorby, (15) Mia-Sophie Schröder, (16) Camilla Nissen, (17) Gyde Roßmann, (19) Michelle Heincke.
Trainer: Henrik Nissen.

Kieler MTV: (22) Katharina Speeth (TW) – (2) Helen-Christina Hermanns, (4) Lene Klein (1), (5) Annika Alberts (3), (6) Annika Östermann, (8) Lina Uck (1), (9) Tara Brozi, (10) Alina-Sophie Steiner (2), (11) Hannah Östermann (2), (12) Leana Kasch, (18) Luize Steding, (24) Lisa Wiedemann (1).
Trainer: Stephan Mordhorst.

SSC Hagen Ahrensburg: (1) Jana Straube (TW), (24) Antonia Hör (TW) – (2) Fenja Bannach, (3) Jette Weimer, (7) Charlotte Pohlmann, (8) Annika Peters (1), (9) Lea Bantin (1), (10) Marleen Stahmer, (11) Anika Elschenbroich (1), (12) Svenja Riesel (1), (16) Joline Floeter (1), (30) Rieke Ehlers (1).
Trainer: Marc Mandel.

SV Henstedt-Ulzburg: (1) Laura Jungblut (TW), (43) Lisa-Sophie Kaisik (TW) – (4) Maliun Hegeler, (7) Indra Hahn (4), (10) Michelle Hille (1), (16) Emilia van Gunst (1), (17) Catherine Knobloch, (20) Vera Homp (1), (21) Liv Fuß, (22) Anna Johannsen (2), (29) Anna Aschmutat (2), (30) Sophia Schalke.
Trainer: Artur Wilk.

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