Schafft das Team vom Trainergespann Markus Wichmann (Heider SV) und Leif Hahn (li.) in Satrup den Turnaround. In der Mitte Malte Gerhardt (Kieler MTV). © 2026 Volker Schlichting
Nach der zweiten Niederlage in Serie ist der Heider SV sportlich in schweres Fahrwasser geraten. Am Samstag um 14.00 Uhr wartet auf die Dithmarscher das schwere Auswärtsspiel beim TSV Nordmark Satrup, gegen den man im Hinspiel bereits mit 0:2 unterlag. Die Marschroute ist klar: Ein Sieg muss her.
Doch die Realität ist eine andere. Der Vizemeister wartet seit fünf Spielen auf einen Dreier. Noch steht die Mannschaft von Trainer Markus Wichmann auf einem respektablen 4. Platz in der Flens-Oberliga, aber mehrere Verfolger haben noch Nachholspiele in der Hinterhand und könnten an den Dithmarschern vorbeiziehen.
Abwärtstrend bereits zum Jahresende
Bereits zum Jahresende deutete sich der Abwärtstrend mit nur zwei Punkten aus den drei Auswärtsspielen und reichlich Gegentoren beim starken Aufsteiger Kaltenkirchen (3:3), beim Oldenburger SV (1:3) und bei Inter Türkspor Kiel (3:3) an.
Aber neun Gegentore in drei Spielen gegen zwei Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte sowie gegen Aufsteiger Kaltenkirchen sind für ein vermeintliches Spitzenteam, das im Vorjahr sogar die Vizemeisterschaft erringen konnte und kurz vor dem Sprung in die Regionalliga stand, einfach zu viel.
Natürlich gab es immer wieder viele verletzte Spieler – darunter Toptorjäger Mika Kieselbach, der anscheinend kaum gleichwertig zu ersetzen ist – aber mit Christopher Buchtmann konnte auch ein abgezockter Spieler mit reichlich Bundesligaerfahrung verpflichtet werden.
Fehler setzen sich auch nach der Winterpause fort
Auch nach der Winterpause setzt sich der wenig erfreuliche Trend fort. Während das 0:2 zum Jahresauftakt bei Regionalligaabsteiger Holstein Kiel II, der bekanntermaßen unter Profibedingungen arbeitet und in der schier endlosen Winterpause keine Einschränkungen im Trainingsbetrieb hinnehmen musste, noch als ein durchaus respektables Ergebnis zu verbuchen ist, setzten sich im Heimspiel gegen den VfR Neumünster, das mit 1:4 verloren ging, die individuellen Fehler fort, die zu Gegentoren führten.

Nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Patrick Storb wurden den zu luftig verteidigenden Dithmarschern noch drei Treffer von Rasensport eingeschenkt. Damit wartet der Traditionsverein seit fünf Spieltagen auf einen Sieg. 41 Gegentore in 21 Spielen bedeuten fast zwei Gegentreffer pro Spiel, und mit sieben Niederlagen ging bereits ein Drittel aller Punktspiele verloren. Nun gilt es aber, schnellstmöglich den Hebel umzulegen und die Trendwende zu schaffen.
Interview mit Trainer Markus Wichmann
Kurz vor dem Abschlusstraining beim Heider SV unterhielt sich YOUKICK noch mit Trainer Markus Wichmann und befragte ihn zur aktuellen Situation.
Nach der Niederlage gegen den VfR Neumünster ist der Zug, für euch in der oberen Tabellenhälfte noch einmal anzugreifen, abgefahren. Was steht für dich in den verbleibenden neun Saisonspielen im Fokus und wie könnte die hohe Zahl der Gegentore vielleicht abgestellt werden?
„Du sagst es ganz richtig. Wir bekommen zu viele Gegentore. Dies gilt es abzustellen. Da müssen wir weiter intensivst dran arbeiten. Zweikämpfe richtig angehen, richtiges Verschieben, Stellungsspiel – das sind so die Grundlagen vom Fußball, das kleine Einmaleins. Das dürfen wir nicht zu Hause lassen, das müssen wir definitiv mit nach Nordmark nehmen. Wenn wir dann so auftreten wie in Kiel in der zweiten Halbzeit und gegen Neumünster in der ersten Halbzeit, dann ist mir überhaupt nicht angst und bange, dass wir dort nicht drei Punkte mitnehmen.
Wir müssen allerdings sehen, dass wir eine gute Boxbesetzung haben, uns gut nach vorne kombinieren und Fußball spielen. Das ist viel besser geworden, auch nach einem halben Jahr schon, aber dieser Prozess wird weitergehen. Das wollen wir vertiefen und verinnerlichen. Da sind wir auf einem guten Weg.
Das Saisonziel für die letzten neun Spiele ist damit auch klar: Weiterentwicklung des neuen Spielsystems. Spielanforderungen: Die Jungs auf den spielerischen Aspekt, den wir durchziehen wollen, weiter zu begleiten und verbessern zu wollen – hoffentlich mit der vollen Punktzahl aus den letzten neun Spielen.“
Nun wartet mit dem TSV Nordmark Satrup ein Auswärtsgegner, gegen den ihr in der Hinrunde auch verloren habt. Welche Reaktion erwartest du von der Mannschaft?
„Das war sicherlich kein tolles Spiel von uns. Die Punkte, die ich eben schon angesprochen habe, gilt es weiter anzusetzen. Richtiges Verteidigen, wie es nun mal ist und dazugehört im Männerfußball. Flüssiges Kombinationsspiel, den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren lassen und so nach vorne spielen. Chancen herausspielen, richtige Boxbesetzung und dann besser machen als gegen Neumünster.
Dass wir auch die Vielzahl an Chancen, die wir in der ersten Halbzeit hatten, zwei-, dreimal über die Linie drücken wollen – mit Überzeugung. Da gilt es, im Abschlusstraining noch einmal dran zu arbeiten. Nach einer wirklich intensiven Woche, nicht nur auf dem Platz, sondern auch an der Tafel und auf dem Bildschirm, geht es dann positiv nach Satrup.“
Welche Spieler werden dir in Satrup voraussichtlich fehlen?
„Patrick Storb wird heute das erste Mal trainieren. Nicht nur aufgrund seiner Leiste, sondern auch, weil er mit Grippe im Bett lag. Ob er spielen kann, entscheidet sich am Samstag beim Warmmachen.
Lennard Busch muss am Samstag arbeiten. Fabian Arndt wird mit einer Wadenprellung aus dem Spiel gegen Holstein Kiel auch ausfallen. Thede Reimers, Vasyl Tanchak und Mika Kieselbach ebenfalls. Dagegen sind Hendrik Fleige und Manuel Lorenzen wieder gesund. Sie werden wieder zur Verfügung stehen. Ob es für neunzig Minuten reicht, müssen wir abwarten.“
