Kreispokalsieger 2026 – der Oberligist Heider SV. © 2026 Volker Schlichting
Der Heider SV hat das Siegen nicht verlernt. Durch einen souveränen 4:1 (1:0) Erfolg im Kreispokal-Finale Westküste gegen den Verbandsligisten SG Geest hat sich die Mannschaft von Trainer Markus Wichmann den Titel und den Einzug in die 1. Runde im SHFV-Landespokal gesichert. Vor der Traumkulisse von 1.056 zahlenden Zuschauern – insgesamt waren es mit Auflaufkindern, Schiedsrichtern u.a. knapp 1.300 Zuschauer – die der Finalbegegnung im HSV-Stadion an der Meldorfer Straße in Heide einen würdigen Rahmen verschafften – konnte der Flens-Oberligist nach einer langen Durststrecke von acht Spielen gegen einen aufopferungsvoll dagegenhaltenden Verbandsligisten endlich einmal wieder ein Erfolgserlebnis einfahren. Zusammen mit der SG Geest hatten sich die Heider auf einen einheitlichen Eintrittspreis von 7 Euro geeinigt, der auch für die Tribüne galt.
Fleige mit der frühen Führung
Bereits frühzeitig hatte der kriselnde Oberligist etwas für sein Nervenkostüm getan und mit dem Führungstreffer vorgelegt. Nach einer Ecke von Neelsen köpfte Fleige (6.) völlig freistehend zum 1:0 ein.

Trotz drückender Überlegenheit und einer Großchance durch Harms, die auf der Linie geklärt werden konnte, tat sich der Favorit „auf einem katastrophalen Rasen“, wie Heides Geschäftsführer Hannes Nissen betonte, trotz gefühlt 80 Prozent Ballbesitz sehr schwer. Der von Trainer Paul Dobelstein gut eingestellte Verbandsligist wehrte sich mit Haut und Haaren und schmiss sich in jeden Ball, ohne dabei selbst für Torgefahr zu sorgen. Daher war bei stürmischen Winden, die den Spielfluss zusätzlich störten, lange Zeit Geduld gefragt.
Reimers mit dem zweiten Treffer
So dauerte es bis zur 63. Minute, ehe Neelsen mit einer präzisen Hereingabe die Reimers in seinem ersten Spiel nach langer Verletzungspause mit einem Kopfballtreffer zum 2:0 nutzte. Kurz danach schwächten sich die Geester völlig unnötig, als Jorge Möller (64.) – der nach einem Foulspiel bereits verwarnt war – unmotiviert den Ball wegschlug und durch Schiedsrichter Tobias Kossiski sofort die Ampelkarte sah.

Selcuk und erneut Fleige sorgen für klare Verhältnisse
In Überzahl hat der konsequent nachsetzende Oberligist leichtes Spiel und kann schnell zwei weitere Treffer nachlegen. Beim dritten Heider Tor zieht Selcuk (68.) aus halbrechter Position kommend in den Sechzehner und trifft zum 3:0.
Der vierte Treffer resultierte aus einem Eckball von Buchtmann, der diesmal als Innenverteidiger eingesetzt war, den der Geester Torhüter zunächst nicht richtig traf und der dann bei Fleige (73.) landete, der mit seinem zweiten Treffer zum 4:0 einköpfte.

Weitere Großchancen durch Reimers, dessen Schuss auf der Linie geklärt werden konnte, und durch Harms, der am aufmerksamen Geester Torhüter Maron scheiterte, bleiben ungenutzt. Ein Missverständnis zwischen dem eingewechselten Kröger (83.), der zu seinem Torhüter zurückspielen wollte, aber nicht gesehen hatte, dass Thomsen bereits aus dem Tor gekommen war, führte so zum Ehrentreffer für den Außenseiter.
Stimmen zum Spiel
Geschäftsführer Hannes Nissen (Heider SV): Das war ein hochverdienter Sieg, aber kein fußballerischer Leckerbissen. Das Spiel ist spätestens ab heute, 18:00 Uhr, Geschichte. Das war heute kein Maßstab. Für uns hat die Liga Priorität. Wir dürfen das Ergebnis nicht überbewerten.
Trainer Markus Wichmann (Heider SV): Das war mit dem Ganzen rundherum ein tolles Event. Insgesamt war es für uns ein verdienter Sieg gegen einen tiefstehenden Gegner, bei dem viel Geduld gefragt war. Heute haben wir wieder etwas Selbstvertrauen getankt. Thede Reimers ist nach seiner Verletzung zum Glück wieder schneller aus den Startlöchern gekommen. Die Verletzung war ihm überhaupt nicht mehr anzumerken. Wir müssen weiter hart arbeiten und brauchen in der nächsten Woche keine Regeneration. Der Zug nach oben ist für uns abgefahren. Wir wollen und wir dürfen in den letzten Spielen nicht den Faden verlieren. Wichtig wird sein, dass wir in der Tabelle nicht weiter abrutschen.
Heider SV: Thomsen – Neelsen (69. Kröger), Storb, Buchtmann (77. Luca Wichmann), Busch – Reimers, Abdelrahman (59. Lambach) – Harms, Gieseler, Selcuk (69. Wolf) – Fleige (77. Schaller).
Trainer: Markus Wichmann.
Schiedsrichter: Tobias Kossiki.
Assistenten: Nicolai-Alexander Noss und Manuel Barthels.
Gelb-Rote Karte: Jorge Möller (64.) von der SG Geest wegen Ball wegschlagen.
Zuschauer: 1056 zahlende – insgesamt knapp 1300 im HSV-Stadion an der Meldorfer Straße in Heide.
Tore: 1:0 Hendrik Fleige (6.), 2:0 Thede Reimers (63.), 3:0 Azat Selcuk (68.), 4:0 Hendrik Fleige (73.), 4:1 Helge Kröger (83., Eigentor).
