Abwehrspieler Wilhelm Gradert und die SG Oldenburg/Göhl mussten sich letzten Endes der (Profi)Qualität von Eidertal Molfsee beugen. © 2025 Ismail Yesilyurt
Die SG Oldenburg/Göhl (SG GO) hat im Kampf um den Klassenerhalt keinen Boden gutmachen können. Am Freitagabend unterlag der abstiegsbedrohte Verein aus Ostholstein. dem Tabellenachten SpVg Eidertal Molfsee II deutlich mit 1:5 und sitzt damit weiter auf Platz 14 der Verbandsliga Ost fest.
Guter Beginn der SG – dann der Bruch
Dabei war der Auftakt der Gastgeber durchaus vielversprechend. „Wir kommen eigentlich ganz gut rein in das Spiel. Die ersten dreißig, fünfunddreißig Minuten sind wir eigentlich fast ebenbürtig, leichte Vorteile für Molfsee. Es ging hin und her, war ein sehr intensives, schnelles Spiel von beiden Seiten“, beschrieb Co-Trainer Jens Theuerkauf den Start seiner Elf. Oldenburg/Göhl suchte mutig den Weg nach vorn, kam zu Möglichkeiten – doch vor dem Tor fehlte die letzte Konsequenz.
Auf der Gegenseite zeigte der Favorit seine individuelle Klasse. Nach einem Fehler im Aufbauspiel nutzte Fin Bartels die erste große Gelegenheit eiskalt und schob zur Führung für die Gäste ein. „Durch einen individuellen Fehler bekommen wir das 0:1, da lässt sich der Kollege Bartels nicht lang bitten, den schiebt er dann ganz locker ein“, so Theuerkauf. Die SpVg übernahm nun die Kontrolle, blieb druckvoll und nutzte die sich bietenden Räume konsequent.
Molfsee zieht vor der Pause davon
In der Folge geriet die SG völlig aus dem Rhythmus. „Durch eine Umstellung bei uns im zentralen Mittelfeld hat dann so ein bisschen die Zuordnung nicht gestimmt, dann kriegen wir ganz schnell das zweite und das dritte“, ärgerte sich Theuerkauf. Winterzugang Kotaiba Taleb erhöhte mit einem präzisen Abschluss auf 2:0. Bartels legte kurz vor der Pause seinen zweiten Treffer nach.

„Eine couragierte Mannschaftsleistung, die unsere fußballerische Qualität unterstreicht, selbst wenn nicht jede Torchance genutzt wurde. Ohne Vorbereitungsspiele zeigt dieser Auftritt unsere Reife und den unerschütterlichen Teamgeist dieser Truppe“, betonte SpVg-Cheftrainer Chrius Foley. „Der Auftritt ohne Vorbereitungsspiele unterstrich den starken Teamgeist und die klare Entwicklung des Kaders in Richtung Verjüngung.“
Winterzugänge stechen heraus
Nach dem Seitenwechsel verwalteten die Gäste das Ergebnis souverän, blieben aber weiter zielstrebig. Max Walter stellte in der 62. Minute auf 4:0, kurz vor Schluss sorgte Sören Schnoor mit dem 5:1 für den Endstand. Dazwischen gelang der SG Oldenburg/Göhl der Ehrentreffer durch Mattis Markmann. Die Hausherren erspielten sich trotz des klaren Rückstands immer wieder Abschlüsse. „Es war jetzt nicht so, dass wir komplett chancenlos waren. Einen ganz großen Vorwurf kann ich der jungen Mannschaft, die da gestern auf dem Platz stand, eigentlich kaum machen“, bekräftigte Theuerkauf.
Bei den Gästen überzeugten vor allem die vier Winterzugänge Clement Ugbodaga (TSV Bordesholm), Kotaiba Talep (FC Brandbergen/Schweden), King-David Oppong (Wiker SV) und Maurice Burmeister (FSG Saxonia), die sich nahtlos einfügten und dem Spiel der SpVg zusätzliche Stabilität und Tiefe gaben.
„Ausnahmespieler machen in dieser Liga den Unterschied“
Trotz der deutlichen Niederlage blieb Theuerkauf in der Analyse sachlich – und hob die besondere Qualität einzelner Molfseer Akteure hervor: „Letztendlich muss man auch sagen, dass in der Verbandsliga Ausnahmespieler wie Bartels und Siedschlag, insbesondere bei uns auf dem kleinen Kunstrasen, den Unterschied machen. Da müssen sie halt nicht mehr so viel laufen.“

Die Partie blieb über weite Strecken fair, auch wenn der Unparteiische nicht immer glücklich agierte. „Der Schiedsrichter hatte hier und da seine Probleme, eigentlich unnötig aus meiner Sicht, weil eigentlich gar nichts war. Durch eigene seltsame Entscheidungen hat er es so ein bisschen reingebracht, dass da Diskussionen aufkamen, aber es war absolut nicht unfair, das Spiel“, so der SG GO-Trainer.
Klassenerhalt rückt weiter weg – aber noch nicht abgeschrieben
Für die SG Oldenburg/Göhl wird die Lage im Tabellenkeller immer bedrohlicher. Der Abstand auf die Nichtabstiegsplätze droht weiter zu wachsen, die Versetzung in die nächste Saison der Verbandsliga Ost ist stark gefährdet. „Ein, zwei Strohhalme haben wir noch. Und ansonsten ist das so, wie es ist“, sagt Theuerkauf realistisch.
Eidertal Molfsee II hingegen festigt mit dem Auswärtssieg seinen Platz im gesicherten Mittelfeld und untermauert die eigenen Ambitionen, die Mannschaft weiter zu verjüngen, zu stabilisieren und am Ende der Saison im Ranking eine Position einzunehmen, die ungefähr dem Leistungspotenzial entspricht.
Stimme zum Spiel
SG Oldenburg/Göhl: Bennecke – Viehrig, Vogt, Gradert, Björn Wölk (46. Markmann) – Ehrich, Janner – Malik Jeske (46. Tim Doormann), Schmidt (56. Jano), Mika Wölk (56. Marco Doormann) – Dennos Kowski.
Trainer: Tainer Kofski.
SpVg Eidertal Molfsee II: Leiß – Walter, Wolf, de Mooy – Siedschlag, Taleb – Ugbodaga (77. Burmeister), Bartels, Ziesecke (77. Sommermeyer), Smit – Schnoor (82. Oppong).
Trainer: Christopher Foley.
SR: Leon Andresen (SSV Nindorf)
Ass.: Niklas Leiding, Sönke Rebehn.
Z.: 55.
Tore: 0:1 Fin Bartels (31.), 0:2 Kotaiba Taleb (35.), 0:3 Fin bartels (45.+4), 0:4 Maximilian Walter (62.), 0:5 Sören Schnoor (82.), 1:5 Mattis Markmann (88.).
