Der Ball zappelt gleich zum 1:0 im Tornetz durch Louis Schütt (SpVg Eidertal Molfsee). Links Mats-Oke Callsen (TSV Friedrichsberg). © 2025 Ismail Yesilyurt
Die SpVg Eidertal Molfsee hat zum Abschluss eines spielerisch wie ergebnistechnisch wechselhaften Jahres einen versöhnlichen Abschluss gefunden. Mit einem verdienten 5:2-Heimsieg über den abstiegsbedrohten TSV Friedrichsberg-Busdorf untermauerte die Mannschaft von Trainer Nedim Hasanbegovic ihre Ambitionen auf den Relegationsplatz – und hielt die Hoffnung auf den sofortigen Wiederaufstieg in die Oberliga weiterhin am Leben.
„Ich glaube, wir waren einfach von Anfang an da. Hatten ein Stück weit mehr auch auf uns vertraut. Mehr den Ball laufen lassen. Auch wenn wir das auch hätten noch besser machen können. Aber ja, bis auf die letzten beiden Tore würde ich sagen, war das einfach die gesamte Konzentration, die da war im Vergleich zu den anderen Spielen“, erklärte Eidertals Trainer Nedim Hasanbegovic die Gründe für den Erfolg.
Dabei sah der Kunstrasen in Molfsee zunächst keineswegs nach einem Schauplatz für ein Offensivfeuerwerk mit klarem Ausgang aus. Die Gäste aus Schleswig begegneten dem Favoriten auf Augenhöhe und gestalteten die Anfangsphase sogar mit leichten Vorteilen. Der Tabellenunterschied von Platz sechs und 14 offenbarte sich wirklich nicht erkennbar.
„Mutig sein! Wach sein!“
TSV-Coach Michael Schröder rief sein Team lautstark zu: „Mutig sein! Wach sein!“ Und sein Team reagierte positiv in der ersten Viertelstunde. Die Schleswiger stellten Eidertal bei Abstoßsituationen zu und kamen binnen weniger Minuten zu zwei guten Chancen. Tjark von Lanken verzog unter Druck (15.) nach Rückspiel an die Strafraumgrenze, Daniel Moellner köpfte aus zehn Metern knapp daneben (17.) nach Flanke von Tim Asmussen – der Führungstreffer lag näher für die Gäste.

Doch dann folgte der erste wirkungsvolle Treffer der Gastgeber. Ein vollendeter Steckpass des überragenden Joel Prempeh, ein kluger Laufweg von Louis Schütt – und ein Abschluss im Strafraum über die Hände und den Kopf von Dahmani hinweg hinten ins Tornetz zum 1:0 (18.). Die Partie kippte nun zugunsten der Eidertaler.
Kurz darauf prüfte Seymen Ködörgü Keeper Dahmani, doch der reagierte glänzend. Die Richtung war jedoch klar: Molfsee hatte das Kommando übernommen.
Eidertals Mischung aus Stabilität und Tempo greift
Die Hasanbegovic-Elf fand nun die perfekte Balance: hinten kompakt, vorne mit schnellen Pässen durch und über die hochstehende Friedrichsberger Abwehr. Die Friedrichsberger ließen die Antizipation vermissen, bei Offensiv-Ballbesitz der Eidertaler ohne Gegnerdruck mit Blick auf das Friedrichsberger Gehäuse rechtzeitig den Rückwärtsgang in der hintersten Kette einzulegen sowie die Abstände vertikal wie auch horizontal geringer zu halten. Deutlicher wurde das später nach dem Wiederbeginn.
Kurz vor der Pause der insgesamt 48 Minuten im ersten Durchgang dann der nächste Nackenschlag für die Gäste: Nach einem Pressschlag zwischen Schütt und von Lanken kurz vor der Strafraumlinie bekam Ködörgü im Strafraum den Ball und brauchte nur noch ins leere Tor einzuschieben, da auch Dahmani etwas aus seinem Kasten geeilt war. Wenig später hätte Tim Asmussen alles wieder spannend machen können, doch er vergab aus zehn Metern (45.). So ging Eidertal mit einem Zwei-Tore-Polster in die Pause.
Eidertals Offensiv-Quartett spielt sich in einen Rausch
Was dann folgte, waren 15 Minuten Offensivfußball vom Feinsten. Friedrichsberg schien von allen guten Geistern verlassen. Bereits Sekunden nach Wiederbeginn musste Dahmani erstmals retten. Kurz darauf aber war auch er machtlos.
Ein Rückpass vor die Strafraumgrenze von Ködörgü, ein Haken, ein Tänzeln – Joel Prempeh tanzte sich durch die Box und vollendete zum 3:0 (48.). Ein Treffer mit der Leichtigkeit eines Straßenfußballers. Molfsee hatte jetzt Spaß – und die „Fantastic Four“ Aouci, Schütt, Prempeh und Ködörgü rotierten unaufhaltsam durch die Löcher in der TSV-Defensive.
Erst schloss Ködörgü nach Vorarbeit von Aouci und Schütt mühelos und unbedrängt ab (48.). Dann traf Prempeh erneut: Einen Schnittstellenpass nahm Aouci nach vorne mit. Prempeh übernahm und vollendete – aus einer passiven Abseitsstellung griff der Stürmer aktiv ein. Der Treffer zählte, war aber nicht entscheidend – der Drops war schon längst vor dieser Szene gelutscht.

„Nach der Halbzeit fand ich es ganz schlimm. Muss ich ehrlich sein“, suchte die Schröder-Elf vergeblich die in der Halbzeitanalyse angesprochenen und zu bespielenden Räume in der Eidertaler Hälfte. „Passspiel von uns war schlecht, Abstimmung war nicht gut. Der letzte Wille war ganz schlecht bei uns in vielen Zweikampfsituationen.“
Ampelkarte bringt TSV-Aufschwung
Erst nach der Ampelkarte für Eidertals Selim Cetintürk – Chapeau: mit gerade mal 19 Jahren schon zweiter Kapitän nach dem fehlenden Marco Wiegand – lief es besser für die Schröder-Truppe. Viel aktiver und nun auch vermehrt in der gegnerischen Hälfte gestalteten die Gäste die Niederlage etwas erträglicher – durch zwei Treffer von Jan Böhnert, der seine Bilanz auf zwölf Tore ausbaute. „Machen zwei Tore: in meinen Augen etwas, was wir hätten über 90 Minuten spielen können. Ganz einfache Bälle, wo sie wirklich Probleme haben in der Rückwärtsbewegung. Haben wir die ganze Zeit nicht hinbekommen“, analysierte Michael Schröder. „Aber unterm Strich klar verdienter Sieg für Eidertal. Glückwunsch. Nach vorne hin unfassbare Qualitäten. Super Umschaltspiel.“
Ein Sieg, der Mut macht
Für Eidertal Molfsee war der klare Erfolg mehr als nur ein sportlicher Dreier. Er war ein Signal: Die Mannschaft ist bereit fürs neue Jahr – bereit für den Kampf mit vier bis fünf weiteren Mannschaften um die Rückkehr in die Oberliga über den Relegationsplatz zwei. Und ja – auch bestens vorbereitet und eingestimmt für den geplanten Besuch des Kieler Weihnachtsmarkts.

SpVg-Chefcoach Nedim Hasanbegovic rührte ein bisschen in der Suppe: „Leider folgte dann die gelb-rote Karte von Selim, was natürlich dazu führte, dass wir einer weniger sind. Und da sage ich, habe ich auch der Mannschaft gesagt, müssen wir dahin kommen, dass wir das noch besser wegverteidigen. Die Null wegverteidigen wollen. Und ja, das ist so der kleine Wermutstropfen. Aber alles in allem gutes Engagement von den Jungs. Jetzt kann man mit einem guten Abschluss in die Pause gehen.“
Für den TSV Friedrichsberg-Busdorf, der höchstwahrscheinlich auf dem Abstiegsplatz 14 seinen sportlichen Winterschlaf verbringen wird, hingegen heißt es: arbeiten, stabilisieren, fokussierter verteidigen. Denn im wichtigen Nachholspiel am kommenden Wochenende gegen Schlusslicht SVE Comet Kiel wird deutlich mehr Konsequenz gebraucht.
Stimme zum Spiel
SpVg Eidertal Molfsee: Mohr – Kristen (78. Kayali), Fölster, Alberts, Bruns – Cetintürk, Wüllner (70. Mortensen) – Aouci (77. Lemke), Schütt, Ködörgü (70. Kern) – Prempeh (77. Braesch).
Trainer: Nedim Hasanbegovic.
TSV Friedrichsberg-Busdorf: Dahmani – von Lanken, Callsen (20. Yildirim), Clemens Goos, Quapp – Jonas Gooos – Böhnert, Wegner, Daniel Moellner, Asmussen – Daniel Schubert (61. Al-Batal).
Trainer: Michael Schröder.
SR: Tim Hohmann (VfL Vorwerk).
Ass.: Lukas Klingelhöfer, Ole Kniese.
Z.: 40.
Gelb-Rote Karte: Selim Cetintürk (62., Eidertal).
Tore: 1:0 Louis Schütt (18.), 2:0 Seymen Ködörgü (44.), 3:0 Joel Prempeh (48.), 4:0 Seymen Ködörgü (53.), 5:0 Joel Prempeh (60.).
