Die erste Eintracht-Mannschaft 1910. Quelle:Vereinsarchiv ETSV Eintracht
Buch 13 über die Geschichte Kieler Fußballvereine ist erschienen. Das Buch behandelt die Geschichte von ETSV Eintracht Kiel, der im Herbst dieses Jahr für immer die Tore schloss. Mehr als ein guter Anlass, Bilanz zu ziehen: „Eintracht hat mich immer beeindruckt, wie der Verein mit seiner schwierigen Randlage im Kieler Süden solche Leistungen und Erfolge erringen konnte. Es waren Männer wie Klaus-Dieter Hubert, Karl Lochbronner oder Franz Grimm, die aus dem einstmaligen Eisenbahner Verein etwas Besonderes gemacht haben. Das Buch setzt auch diesen Vereinslegenden ein Denkmal“, so Autor und Herausgeber Wolfgang Reimers.

1910 als FC Eintracht gegründet, fand der neue Kieler Fußballverein aus Gaarden-Süd zunächst auf der Kieler Moorteichwiese seine Heimat. Schnell ging es für die Grün-Weißen aufwärts. 1925 betrat die Kieler Eintracht die schleswig-holsteinische Fußballbühne. Vier Meisterschaften konnte die Eintracht bis zum Ende des 2. Weltkrieges feiern. Mannschaften wie Holstein Kiel, FVgg Kilia Kiel oder VfR Neumünster gaben sich auf dem Sportplatz am Kieler Kleinbahnhof ein Stelldichein, der zwischen 1920 und 1936 die Moorteichwiese als Heimspielstätte ablöste.
Foto: © Eva Rosek
1945 fand die Eintracht dann auf dem Kieler Tonberg eine neue Heimat. Auch hier ging es für die Grün-Weißen schnell zurück ins Kieler Fußball-Rampenlicht. 1951 erfolgte der Sprung zurück in den Bezirksligafussball. Spielernamen wie Hans-Joachim Stolz, Horst Erhardt, Karl Reinefeld oder Joachim Haß standen für elf erfolgreiche Jahre in Schleswig-Holsteins damals zweithöchster Spielklasse.
Bis Mitte der 1980er Jahre spielte die Eintracht dann auch anschließend weiter im Bezirksfußball. Akteure wie Hans-Georg Jansson, Klaus-Dieter Hubert oder Eberhard Kujawski sorgten für Fußballbegeisterung im Kieler Süden. Wenn die Eintracht danach auch nie wieder in den Bezirksfußball zurückkehrte, Spielerpersönlichkeiten wie Fabian Patzke, Raik Grunicke oder Trainer wie Lorenz Thode, Heinz Fischer oder Anna Schwee sorgten dafür, dass der Ball auf dem Tonberg auch auf Kreisebene weiter erfolgreich rollte.

Doch der Ausbau der Straßen rund um den Kieler Tonberg und schließlich die Verlegung der Fröbelschule als Quelle der bis dahin außergewöhnlich erfolgreichen Nachwuchsschmiede der Grün-Weißen mit Stars wie dem späteren Bundesligaspieler Francesco Copado, läutete das langsame Ende der Eintracht ein. Auch wenn der Eintracht-Platz inmitten der Kieler Eisenbahnersiedlung zu einem der schönsten Anlagen im Kieler Amateurfußball gehörte, machte Fußball ohne Einzugsgebiet keinen Sinn mehr.

2020 wurde die Jugendarbeit eingestellt, im Herbst 2025 schlossen sich nach mehr als 115 Jahren für immer die grün-weißen Tore. Mehr über das Projekt gibt es unter www.fussball-in-kiel.de zu erfahren.
Weitere Bücher aus der Reihe
- TuS Schwarz-Weiß Elmschenhagen
- SV Ellerbek und den SC Comet Kiel
- Heikendorfer SV
- TSV Flintbek
- Wiker SV
- SV Friedrichsort
- VfB UT Kiel
- TSV Melsdorf
- TuS Holtenau/FC Süd-Kiel
