Defensiv-Bollwerk im Derby: Klausdorf schlägt Rot-Schwarz 2:0

von Ismail Yesilyurt

Finn Schwee (TSV Klausdorf) leitet mit der Führung den 2:0-Sieg ein. © 2025 Ismail Yesilyurt


Ein spektakuläres 4:4-Torfestival wie im Hinspiel war es nicht, aber eine intensive Begegnung gibt es immer, wenn diese beiden Teams aufeinandertreffen. Im Derby zwischen dem TSV Klausdorf und der SSG Rot-Schwarz Kiel paarte sich die taktische Disziplin hinzu. Mit einem konzentrierten 2:0-Erfolg sicherte sich der TSV Klausdorf schließlich die drei Punkte.

Taktischer Kniff: Individuelle Duelle statt Spielkultur

Auf dem harten und unebenen Geläuf entwickelte sich von Beginn an eine kampfbetonte Partie, in der spielerische Glanzpunkte Seltenheit boten. Klausdorfs Trainer Dennis Trociewicz hatte sein Team bewusst auf eine andere Herangehensweise eingestellt, um den Tabellenfünften aus Kiel vor Probleme zu stellen.

„Ich denke, dass der 2:0-Derbysieg auch in Ordnung geht. Aufgrund der Vergangenheit haben wir das Spiel ein wenig von der inhaltlichen Ebene mehr auf eine individuelle Ebene verlagert und sie so ein bisschen aus der Komfortzone gebracht“, erklärte Trociewicz nach dem Abpfiff.

Hat großen Anteil am Erfolg seines Rot-Schwarz Kiel - Ove Sass, der stets selbst vorlebt, was er von seinem Team verlangt. © 2025 Ismail Yesilyurt
Ove Saß musste sich am Ende mit seinem Rot-Schwarz Kiel dem TSV Klausdorf ergeben. Geschlagen mit den eigenen Waffen. © 2025 Ismail Yesilyurt

Der Plan ging auf: Klausdorf entzog den Gästen den Rhythmus. Der schwierige Untergrund tat sein Übriges, sodass laut Trociewicz „Fußball nicht so besonders groß im Vordergrund stand“.

Defensive Fehlerlosigkeit als Schlüssel zum Sieg

Während Rot-Schwarz Kiel zwar mehr Torraumaktionen und Abschlüsse verzeichnete, blieb die Effizienz aufseiten der Hausherren. Finn Schwee brachte den TSV in der 37. Minute in Führung, ehe Leon Petersen in der 56. Minute für die Vorentscheidung sorgte. Besonders stolz war Trociewicz jedoch auf die Arbeit gegen den Ball, die zuletzt etwas das Sorgenkind der Mannschaft war.

„Wir haben das 90 Minuten relativ gut verteidigt, was wir jetzt die letzten Wochen nicht so hingekriegt haben. Gestern waren wir eigentlich defensiv nahezu fehlerfrei“, so Trociewicz.

Lediglich in der Anfangsphase stockte den 80 Zuschauern kurz der Atem, als ein Rückpass auf dem holprigen Boden versprang. Doch die Klausdorfer Hintermannschaft bügelte den Fauxpas gemeinschaftlich aus – ein Sinnbild für den geschlossenen Auftritt des Tabellenachten.

Ein verdienter Arbeitssieg

Am Ende feierte Klausdorf einen verdienten Arbeitssieg, der der Mannschaft aus dem Schwentinetal im Osten von Kiel die Möglichkeit gibt, eventuell die Top 5 zu erreichen. Das wäre ein starker Erfolg im zweiten Jahr nach der Umgestaltung des Teams.

Für Ove Saß und seine Mannschaft von Rot-Schwarz Kiel war es ein gebrauchter Tag, an dem man sich an der Klausdorfer Mauer die Zähne ausbiss. Trotz der optischen Überlegenheit von Rot-Schwarz in puncto Ballbesitz waren es die Klausdorfer, die „am Ende die deutlich klareren Chancen hatten“.

In Klausdorf hingegen herrscht Erleichterung: „Wir können mit dem Auftritt unter den Umständen ganz zufrieden sein und sind glücklich über den 2:0-Erfolg“, bilanzierte ein sichtlich zufriedener Dennis Trociewicz.

Stimmen zum Spiel

Dennis Trociewiczs (Trainer TSV Klausdorf)

Nachholspiele – Landesliga Schleswig

Datum Begegnung Erg.
29.04.26 TuS Jevenstedt – Eckernförder SV 1:4
29.04.26 SSG Rot-Schwarz Kiel – TSV Klausdorf 0:2
29.04.26 TSV Friedrichsberg-B. – SV Frisia 03 Risum-L. 0:8
29.04.26 TSB Flensburg – SC Weiche Flensburg 08 II 1:0
29.04.26 TSV Rantrum – SV Dörpum 1:0

Tabelle Landesliga Schleswig

Pos Verein Sp. Tore Pkt.
1 TSB Flensburg (Ab) 27 102:22 77
2 Eckernförder SV (Ab) 27 64:25 61
3 SV Frisia 03 Risum-Lindholm 27 76:39 50
4 SSG Rot-Schwarz Kiel 27 53:50 48
5 SpVg Eidertal Molfsee (Ab) 27 83:53 47
6 TSV Rantrum 27 88:52 46
7 TSV Klausdorf 27 67:55 44
8 SC Weiche Flensburg 08 II 27 65:53 41
9 SV Dörpum 27 62:54 37
10 TSV Kronshagen 27 34:36 32
11 TSV Kropp 27 39:59 28
12 TSV Friedrichsberg-Busdorf 27 49:80 28
13 TSV Hattstedt (Auf) 27 42:71 22
14 TuS Jevenstedt 27 31:65 21
15 SVE Comet Kiel (Auf) 27 38:91 14
16 Heider SV II (Auf) 27 39:127 9

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