Der zweite Tag der SHFV-Futsal-Hallenlandesmeisterschaften hatte alles, was das Hallenherz begehrt: Tempo, Drama, Favoritenstürze und gleich zwei Endspiele, die erst im Entscheidungsschießen ihren Meister fanden. Kurz gesagt: Wer in Eckernförde früh gegangen ist, hat den besten Teil verpasst.
Am Ende durften bei den Frauen der SSC Hagen Ahrensburg und bei den B-Juniorinnen Holstein Kiel die Hallenkrone aufsetzen. Beide Titel wurden allerdings nicht im Vorbeigehen verteilt, sondern erst nach einer Lotterie vom Punkt.
B-Juniorinnen: Fortuna bestimmt das Tempo, Holstein den Takt
In Gruppe B, auch mit vier Teams, lief alles brav nach Drehbuch, doch in der Staffel A musste der Rechenschieber her. Der SV Fortuna St. Jürgen spielte dort den großen Dirigenten, gewann seine Spiele souverän und sorgte dafür, dass dahinter das große Rechnen begann. Da sich die übrigen Teams per Remis gegenseitig Punkte abknöpften, entschied am Ende das Torverhältnis. Wer gegen Fortuna am knappsten verlor, durfte mitfahren. Der Gettorfer SC sprang als Sozius auf den Motorroller Richtung Halbfinale – ein einziger GSC-Treffer genügte.
Im Halbfinale blieb Fortuna weiter im Rausch und kegelte Titelverteidiger SG Weiche 08 Wiesharde aus dem Rennen. Parallel dazu ließ Holstein Kiel nichts anbrennen und setzte sich mit 2:0 gegen tapfer kämpfende Gettorferinnen durch.
Das Finale wurde schließlich zur Geduldsprobe für starke Nerven. Nach regulärer Spielzeit ohne Entscheidung musste das Punkteschießen herhalten. Dort behielt Holstein Kiel die Ruhe, traf fünfmal und setzte sich mit einem 5:4 auf den Thron.
Frauen: Favoriten wackeln, Underdogs tanzen
Bei den Frauen gab es gleich mehrere Kapitel für das Überraschungsalbum. In Gruppe A erwischte es ausgerechnet Holstein Kiel. Im direkten Duell und letzten Gruppenspieler beider Seiten gegen den SSC Hagen Ahrensburg konnten die Kielerinnen ihren knappen Punkte-Vorsprung nicht verteidigen und unterlagen mit 0:2. Ahrensburg zog gemeinsam mit Frisia Risum-Lindholm ins Halbfinale ein, Holstein musste als amtierender LOTTO-NORDCUP-Sieger vorzeitig die Hallenschuhe einpacken.
Gruppe B: Lübecks kleines Futsal-Wunder
In Gruppe B schrieb der VfB Lübeck die wohl schönste Geschichte des Turniers. Als A-Kreisklassist nominell klarer Außenseiter gestartet, sah es nach zwei Spielen mit nur einem Punkt zunächst nach frühem Feierabend aus. Doch Lübeck biss sich fest, holte mit einem 3:0 gegen den TSV Kropp Selbstvertrauen und machte im letzten Gruppenspiel das scheinbar Unmögliche möglich. Mit einem 3:2 gegen den favorisierten SV Henstedt-Ulzburg, neben Holstein der zweite Regionalligist, stürmte der VfB tatsächlich ins Halbfinale.
Dort ging das Märchen weiter. Vom Punkt zeigte sich Lübeck eiskalt und bezwang Frisia Risum-Lindholm mit 5:2. Im zweiten Halbfinale setzte sich Hagen Ahrensburg ebenfalls im Entscheidungsschießen gegen den nächsten Regionalligisten durch.
Das Finale zwischen Ahrensburg und Lübeck wurde schließlich zum Duell der Nerven. Wieder musste das Punkteschießen entscheiden – und wieder hatte Ahrensburg die ruhigeren Füße. Mit 6:3 sicherte sich der SSC Hagen Ahrensburg erstmals den Hallenlandesmeistertitel.
