Holstein Kiel verliert trotz Überlegenheit in Magdeburg

von Ismail Yesilyurt

Innenverteidiger David Zec und Holstein Kiel kehren mit einer bitteren Niederlage aus Sachsen-Anhalt ab. © 2026 Ismail Yesilyurt

Holstein Kiel wartet auch nach dem dritten Spieltag der 2. Bundesliga weiter auf den ersten Saisonsieg. Die Mannschaft von Trainer Tim Walter unterlag am Sonntagnachmittag beim 1. FC Magdeburg mit 0:2 (0:0). Vor 22.408 Zuschauern in der Avnet Arena entschieden Mateusz Żukowski und Luka Hyryläinen die Partie mit zwei Treffern innerhalb von neun Minuten.

Dabei war das Ergebnis aus Kieler Sicht besonders bitter. Die Störche waren über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft, hatten mehr Ballbesitz, gaben mehr Torschüsse ab und erspielten sich mehrere gute Möglichkeiten. Doch im entscheidenden Moment fehlte die Konsequenz. Magdeburg dagegen verteidigte lange tief und schlug in der Schlussphase zweimal eiskalt zu.

Kiel übernimmt früh die Kontrolle

Von Beginn an zeigte sich, dass Holstein das Spiel nicht abwartend gestalten wollte. Die Kieler pressten früh und setzten Magdeburgs Spielaufbau immer wieder unter Druck. Bereits nach sechs Minuten ergab sich die erste gute Möglichkeit: Adrian Kaprálik wurde von Alexander Nollenberger gefoult, den anschließenden Freistoß köpfte Hiroki Sekine nur knapp am Tor vorbei.

Auch in der Folge hatte Holstein mehr vom Spiel. Magdeburg hatte erhebliche Schwierigkeiten, sich aus dem Kieler Pressing zu befreien. Für zusätzliche Aufregung sorgte in der 27. Minute eine Strafraumszene. Schiedsrichter Jarno Wienefeld zeigte nach einem Zusammenprall zwischen Magdeburgs Torhüter Dominik Reimann und dem Kieler Kasper Davidsen auf den Punkt. Nach Intervention des VAR und eigener Ansicht der Szene nahm der Unparteiische seine Entscheidung jedoch zurück.

Harres und Kaprálik lassen gute Chancen liegen

Die besseren Möglichkeiten blieben anschließend bei den Gästen. In der 24. Minute tauchte Phil Harres nach einem Steilpass frei vor Reimann auf, hob den Ball aus rund 13 Metern aber knapp am Tor vorbei.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Holstein gefährlich. Kaprálik köpfte in der 51. Minute aus aussichtsreicher Position über das Tor. Nur zwei Minuten später verfehlte ein Distanzschuss von Sekine das Magdeburger Tor ebenfalls nur knapp.

Żukowski bestraft Kiel aus dem Nichts

Dann kam die entscheidende Phase des Spiels. Magdeburg hatte bis dahin vor allem verteidigt und auf Umschaltsituationen gewartet. In der 72. Minute zahlte sich diese Strategie aus. Barış Atik setzte sich in einem Konter durch und bediente Mateusz Żukowski. Der 24-Jährige hatte plötzlich freie Schussbahn und traf aus rund 14 Metern ins lange Eck.

Damit war der Spielverlauf praktisch auf den Kopf gestellt. Holstein hatte lange Druck gemacht, die besseren Chancen gehabt, handelte sich nun aber jedoch einen Rückstand ein. Die fehlende Konsquenz rächte sich somit.

Hyryläinen macht mit seinem ersten Zweitliga-Tor den Deckel drauf

Neun Minuten später war die Partie entschieden. Nach einem schnell ausgeführten Eckball von Barış Atik brachte Alexander Nollenberger den Ball gefährlich in den Strafraum. Luka Hyryläinen setzte sich im Zentrum durch und köpfte aus kurzer Distanz zum 2:0 ein. Für den 22-jährigen Finnen war es das erste Tor in der 2. Bundesliga. Holstein versuchte anschließend noch einmal, zurückzukommen, doch Magdeburg verteidigte den Vorsprung konzentriert bis zum Schlusspfiff.

Für die Gastgeber bedeutete der Erfolg den ersten Heimsieg der neuen Saison und den zweiten Sieg im dritten Ligaspiel. Nach dem katastrophalen 1:6 gegen Eintracht Braunschweig hat sich der FCM damit eindrucksvoll stabilisiert.

Am kommenden Samstag wartet auf die Störche im Holstein-Stadion Tabellenführer 1. FC Nürnberg, der mit drei Siegegn in die neue Saison gestartet ist.

1. FC Magdeburg: Reimann – Nollenberger (87. Džogović), García MacNulty, Müller, Nadjombe (46. Müsel) – Michel, Hyryläinen – Kwarteng (75. Baars) – Atik (90.+2 Tachie), Żukowski (90.+2 Šimić), Iyoha.

Trainer: Petrik Sander.

Holstein Kiel: Weiner – Tolkin (79. Takahashi), Zec, Nekić, Sekine – Meffert (85. Alidou) – Davidsen (64. de Regt), Balzi – Therkelsen, Kaprálik – Harres.

Trainer: Tim Walter

Schiedsrichter: Jarno Wienefeld (VfL Lohbrügge)

Assistenten: Jan Neitzel-Petersen, Mario Hildenbrand

Zuschauer: 22.408

Tore: 1:0 Mateusz Żukowski (72.), 2:0 Luka Hyryläinen (81.)

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