Die Fans des VfR Neumünster haben wieder viel Freude mit ihrer Mannschaft. © 2025 Olaf Wegerich
In der Flens-Oberliga kommt es am kommenden Sonntag um 14.00 Uhr in der Neumünsteraner Grümmi-Arena zu einem echten Kracher. Der wieder erstarkte VfR Neumünster empfängt als Tabellensechster den sportlich noch ungeschlagenen Tabellenführer SV Todesfelde.
Hinspiel 4:1 für Todesfelde
Bereits im Hinspiel am 7. September ging es hoch her und Rasensport verlor trotz einer vor allem in der zweiten Hälfte bärenstarken Leistung mit 1:4, wurde dabei aber deutlich unter Wert geschlagen. Vor allem der souveräne Schiedsrichter Tim Jeschkeit war in einer überaus hektischen und emotional aufgeladenen Partie in der ersten Hälfte ein Garant dafür, dass sich die erregten Gemüter auf beiden Seiten wieder beruhigten.

Inzwischen ist viel geschehen in der Flens-Oberliga. Der Regionalliga-Absteiger aus Todesfelde ist unter Erfolgstrainer Björn Sörensen sportlich weiter ungeschlagen, gewann die Hallen-Masters in der Kieler Wunderino-Arena und konnte am letzten Wochenende auch der U23 von Holstein Kiel, die mit mehreren Kickern aus dem Zweitligakader im Joda-Sportpark angetreten war, mit viel Leidenschaft und Hingabe ein 0:0 abtrotzen, das sich für die Landeshauptstädter aber wie eine Niederlage anfühlt.
Vor allem, weil es nur vier Punkte sind, die zwischen den beiden Kontrahenten liegen, darf sich keiner der beiden Titelaspiranten einen Ausrutscher erlauben. Tofe hat aber noch den Vorteil, ein Nachholspiel beim MTSV Hohenwestedt in der Hinterhand zu haben.
Ruhe und Entwicklung beim VfR
Aber auch in der Schwalestadt hat sich einiges getan, seit dort bei Rasensport Trainer Danny Cornelius aus der einstigen „Skandalnudel“ und einem potenziellen Abstiegskandidaten ein Team mit sportlichen Ambitionen und Perspektive geformt hat. Vorbei sind die Zeiten, als Unruhe im Verein herrschte und falsche Entscheidungen getroffen wurden.
VfR Neumünster eine gute Adresse
Diese Ruhe im Verein zahlt sich aus und spricht sich in der Szene herum. Der VfR ist inzwischen auch wieder für Spieler aus dem gehobenen Regal eine gute Adresse, weil dort solide gearbeitet wird und unter „Bessermacher“ Danny Cornelius viele Spieler eine positive Entwicklung genommen haben.

Durch die Winterneuzugänge Rafael Krause vom SV Todesfelde, Radovan Karaman vom Ligarivalen Phönix II und Manuel Carvalho vom SV Schackendorf konnte der Kader in der Breite noch einmal erheblich verstärkt werden.
Erst am gestrigen Donnerstag verlängerte der vielseitige Ola Adesanya. Zur neuen Saison kommen weitere Ausnahmespieler wie Nils Drauschke und Geart Latifi vom Lokalrivalen PSV sowie Luca Aouci von der SpVg Eidertal Molfsee.
Interview mit VfR-Trainer Danny Cornelius
Vor dem Spiel gegen den Tabellenführer unterhielt sich YOUKICK mit VfR-Trainer Danny Cornelius und stellte ihm einige Fragen.
Der VfR hatte zuletzt mit einem deutlichen Erfolg in Heide positiv überrascht. Wie wichtig für das Selbstvertrauen war es, so einen deutlichen Sieg bei einem Spitzenteam einzufahren?
In der Regel ist es immer wichtig, gut aus einer Pause zu kommen. Dass es dann natürlich so gewesen ist, war eine schöne Momentaufnahme. Aber auch für diesen Sieg gibt es nur drei Punkte.

Nun kommt in die Grümmi-Arena mit dem SV Todesfelde die Übermannschaft der Liga. Siehst du für dein Team eine Außenseiterchance?
Chancen sehe ich in jedem Spiel. Tofe ist eine sehr erfahrene Mannschaft, die aber auch viele Spiele nicht überzeugend gewonnen hat, sondern das Spielglück auf deren Seite hatte. Wir werden versuchen, unser Bestes in die Waagschale zu werfen und schauen, was passiert.
Das Hinspiel im Joda-Sportpark war phasenweise sehr hektisch und emotional aufgeladen, obwohl der VfR sich trotz der Niederlage dort sehr gut verkaufte. Gehört es auch zur Vorbereitung, sich auf eine ähnliche Situation vorzubereiten?
Ich glaube, wir wissen, dass mit Tofe eine sehr erfahrene Mannschaft, die es versteht, den Spielfluss einer Mannschaft zu brechen, auf uns zukommt. Das kann man nicht trainieren. Die Jungs haben es aber im Hinspiel am eigenen Leib erfahren und hoffentlich daraus gelernt, geduldig zu bleiben.
Interview mit SV-Todesfelde-Trainer Björn Sörensen
Ebenso erreichte YOUKICK auch Trainer Björn Sörensen vom SV Todesfelde und stellte ihm einige Fragen zur aktuellen Situation.
Nach dem Punktgewinn und der starken Gegenwehr deiner Mannschaft gegen eine Holstein-Mannschaft, die durch etliche Spieler aus dem Profikader verstärkt war, ist Tofe nun in der Liga beim VfR wieder zum Siegen verdammt, um die Kieler im Klassement nicht näher herankommen zu lassen. Wie werdet ihr das Spiel in Neumünster angehen und wie schätzt du euren kommenden Gegner ein?
Wir haben am Wochenende gegen Holstein defensiv eine sehr ansprechende Leistung gezeigt. Wir haben gegen den Ball gut verteidigt, hatten eine gute Kompaktheit und haben uns gegenseitig gut geholfen. Ich glaube, wir sind gegen den VfR Neumünster alles andere als zum Siegen verdammt. Wir wollen unsere ungeschlagene Serie in der Liga beibehalten und wollen das Spiel natürlich gewinnen. Wir sehen darin aber überhaupt keine Drucksituation. Vielmehr freuen wir uns auf das Spiel. Wir wissen um die Stärken des VfR Neumünster und müssen unser Spiel entsprechend anpassen. Das haben wir in der Woche bereits angesprochen und werden das auch auf dem Platz umsetzen. Insofern werden wir gut vorbereitet sein, um das Spiel für uns entscheiden zu können.
Wie sieht es bei Mirko Boland aus, der bis zu seiner Verletzung gegen Kiel stark aufspielte? Wie wahrscheinlich ist es, dass er wieder auflaufen kann?
Bei „Bohle“ sieht es so aus, dass wir jetzt einfach von Tag zu Tag schauen müssen. Er hat am Mittwoch noch mit dem Training pausiert und geht am Donnerstag in eine leichte Belastung, damit wir sehen, wie der Finger reagiert und wie sich die Schmerzen verhalten. Dann müssen wir am Freitag noch einmal das Abschlusstraining abwarten und vielleicht erst am Sonntag abschließend entscheiden, ob er auflaufen kann oder nicht.

Gibt es bei euch weitere Spieler, die am Sonntag nicht zum Einsatz kommen können?
Die gibt es in Hülle und Fülle bei uns. Seine Sperre sitzt noch Jan-Marc Schneider ab, nach der roten Karte aus dem Spiel gegen die U23 von Phönix aus dem November. Dann müssen wir aktuell auf zehn weitere Akteure verzichten. Mats Klüver leidet an einem Infekt, Perry Dodoo an einer Gehirnerschütterung nach dem Zusammenprall mit Lio Rothenhagen. Marco Drawz und Pepe Kruse haben einen Kreuzbandriss, Maximilian Aberger einen Bänderriss. Noel Deniz hat einen Syndesmosebandriss, Stand nach OP. Nico Stehnk laboriert an einer Sehnenreizung im Knie, Benny Soares fällt nach einer Nasen-OP aus. Ich kann eine komplette Mannschaft aufzählen, ähnlich wie gegen Holstein, aber wir wollen nicht rumjaulen und klagen, sondern mit den Spielern, die uns zur Verfügung stehen, wieder alles reinhauen, um das Spiel für uns zu entscheiden.
Im Hinspiel gegen den VfR gab es einige unschöne Szenen. Erwartest du auch im Rückspiel ein ähnlich hektisches und emotionales Spiel?
An die unschönen Hinspielszenen kann ich mich, wenn ich ehrlich bin, überhaupt nicht erinnern. Ich glaube, Emotionalität gehört zum Fußball dazu, wenn es um etwas geht. Dass es da unschöne Szenen gibt, habe ich jetzt gar nicht so präsent. Aber mit Sicherheit wird es ein emotional hochgeladenes Spiel. Jede Mannschaft möchte die erste sein, die uns eine Niederlage beifügt. Der VfR Neumünster hat eine sehr starke Mannschaft und vor heimischem Publikum werden sie sicherlich alles geben, um erfolgreich zu sein. Sicherlich wird es ein hektisches und emotionales Spiel, aber ich denke, es bleibt alles fair.
