Das 1:0 durch Yannik Jakubowski (Kilia Kiel) gegen Tim Markwardt (4, Heikendorfer SV). © 2025 Ismail Yesilyurt
Titelverteidiger FC Kilia Kiel hat seine Ambitionen im Kieler Kreispokal 2025 eindrucksvoll untermauert. Der amtierende Landesmeister ließ beim 4:0-Auswärtssieg gegen den Heikendorfer SV nichts anbrennen und zog ungefährdet ins Achtelfinale ein. Dort wartet nun der Sieger der Partie SpVg Eidertal Molfsee gegen den Wiker SV. Für die Kilianer war es bereits der 23. Sieg in Folge auf Kreispokalebene – eine beeindruckende Serie, die auch an diesem Dienstagabend nie ernsthaft in Gefahr geriet.
Später Anpfiff, frühe Führung
Die Partie begann mit Verzögerung – ein Stau hatte das Schiedsrichtergespann um Tom Pasewald ausgebremst. Auf dem Rasen zeigte sich Kilia von der Wartezeit unbeeindruckt: Bereits in der 14. Minute klingelte es im Kasten der Heikendorfer. Eine präzise Flanke von rechts fand Yannik Jakubowski, der sich am langen Pfosten gegen Tim Markwardt durchsetzte und aus sieben Metern zur Führung einköpfte.

Heikendorf mit klarem Plan – und viel Kampfgeist
Der Heikendorfer SV hatte sich ein Mittelfeldpressing für die Mammutaufgabe in der 1. Hauptrunde des Kreispokals zurechtgelegt. Die Mannschaft von Cheftrainer Mark Hungerecker ließ den Gegner spielen, machte die Räume in der eigenen Hälfte eng und lief erst ab dem eigenen Mittelkreis verstärkt an. Defensiv zeigte der Verbandsligist eine ansprechende Leistung, doch die individuelle Klasse und Geduld des Landesmeisters setzten sich zunehmend durch.
Kaltschnäuzige Kilianer
Marc Schwabe erhöhte in der 26. Minute auf 2:0, als er einen Ball im Strafraum clever an Abwehr und Torwart Tim Podolsky vorbeispitzelte. Nach der Pause setzte sich das einseitige Spiel fort. Wieder war es Jakubowski (62.), der nach einem Pass von Julius Alt eiskalt aus zwölf Metern hoch zum 3:0 abschloss. Nur vier Minuten später krönte Alt selbst einen sehenswerten Angriff, den Schwabe über die linke Seite eingeleitet und Paul Meseberg vorgelegt hatte, mit dem Treffer aus dem Strafraum zum 4:0-Endstand.

Timo Martens scheitert doppelt knapp
Trotz des klaren Rückstands zeigten die Heikendorfer vor rund 170 Zuschauern am Schulsportplatz eine kämpferisch starke Leistung. Insbesondere Timo Martens hätte sich an seinem Geburtstag fast selbst belohnt: In der 57. Minute segelte ein abgefälschter Schuss nach zuvor abgewehrtem Eckball über Kilia-Keeper Justus Kaack hinweg aufs Tor – doch Philipp Spohn rettete per Kopfball auf der Linie. Zur rechten Zeit am rechten Fleck – das galt für den Neuzugang vom Eckernförder SV. In der 84. Minute versuchte es Martens sogar aus 40 Metern nach einem Ballgewinn an der Mittellinie, nachdem er Kaack zu weit vor dem Tor gesehen hatte. Sein mutiger Schuss klatschte jedoch an den Pfosten – das Raunen der Zuschauer unterstrich, wie knapp Kilia einem Gegentreffer entgangen war.

Linus Mordhorst: Kampfgeist statt Geschenk
Besonders hervor tat sich bei den Hausherren Linus Mordhorst, der auf der linken Seite mit rustikalem Einsatz überzeugte. Drilon Trepca, Kilias rechter Läufer und stark im Eins-gegen-eins, machte an seinem 23. Geburtstag unangenehme Bekanntschaft. Der beste Heikendorfer zeigte sich mit einem ekligen, dreckigen und sehr hartnäckigen Zweikampfstil. Geschenke gab es vom kleinen Heikendorfer Kraftpaket nicht.

Nach dem Abpfiff zeigte sich Kilia-Coach Nicola Soranno zufrieden – auch wenn er das Quäntchen Glück in zwei Schlüsselszenen nicht verhehlen wollte: „Zu null gespielt, auch wenn ein bisschen Glück dabei war.“
Fazit: Der FC Kilia Kiel wird seiner Favoritenrolle gerecht und zieht souverän ins Achtelfinale des Kreispokals ein. Der Heikendorfer SV hingegen ist trotz der klaren Niederlage zufrieden, auch wenn ein Ehrentreffer verwehrt blieb. Einsatz, Leidenschaft und zwei Hochkaräter zeigten, dass man gegen einen übermächtigen Gegner nicht für eine Überraschung sorgen muss, um Lob einzuheimsen.
Stimmen zum Spiel
Heikendorfer SV: Podolsky – Jahnke (67. Feldkamp), Rathmann (55. Kuß), Rumohr, Markwardt – Heinrich – Meenken (72. Kracht), Martens, Tim Mordhorst (81. Sossou), Linus Mordhorst – Kaya (46. Palm).
Trainer: Mark Hungerecker.
FC Kilia Kiel: Kaack – Senger (67. Boztepe), Foit, Witt, Meseberg – Spohn – Trepca, Niebergall (67. Klein), Alt (67. Bauer), Schwabe – Jakubowski (67. Müller).
Trainer: Nicola Soranno.
SR: Tom Pasewald (TSV Flintbek).
Ass.: Jannik Kindt, Friedrich Spengler.
Z.: 170.
Tore: 0:1 Yannik Jakubowski (14.), 0:2 Marc Schwabe (26.), 0:3 Yannik Jakubowski (62.), 0:4 Julius Alt (66.).
