5:3 nach 1:3 – starke VfB-Aufholjagd gegen Duisburg

von Ismail Yesilyurt

Doppeltorschütze Pingdwinde Beleme (VfB Lübeck) gegen den grätschenden Marvin Knoll (Duisburg). Rechts Tarik Gözüsirin. © 2024 Olaf Wegerich


(Quelle: VfB Lübeck/ Christian Jessen) Nach einem 1:3-Rückstand noch 5:3 gewonnen – unsere Mannschaft hat die erste Aufgabe nach dem feststehenden Abstieg gut gemeistert und im Heimspiel gegen den MSV Duisburg vor 5.097 auf der Lohmühle am Ende sogar begeisternden Fußball geboten. Durch die Niederlage beim VfB stehen nun auch die Gäste aus Duisburg unmittelbar vor dem Abstieg in die Regionalliga.

Unser VfB war vom Trainerteam um Jens Martens auf drei Positionen verändert worden: Die zuletzt gesperrten Marvin Thiel und Ulrich Taffertshofer waren ebenso wieder von Beginn an dabei wie Manuel Farrona Pulido. Insgesamt 13 verletzte, erkrankte und gesperrte Akteure mussten ersetzt werden.

Der VfB fand gut in die Partie und startete forsch. Nach zwei Minuten lenkte Tarik Gözüsirin eine Flanke von Marius Hauptmann mit dem Knie rechts am Tor vorbei. Sieben Minuten später war MSV-Schlussmann Max Braune gegen Daouda Beleme und Robin Velasco auf dem Posten, mit dem Nachschuss traf Florian Egerer Gäste-Verteidiger Marvin Knoll am Kopf. Obwohl der VfB besser im Spiel war, fiel das Tor auf der Gegenseite. Ein schwerer Fehler im Spielaufbau brachte den MSV in einen Umschaltmoment, und nach einem Castaneda-Zuspiel platzierte Benjamin Girth den Schuss aus 18 Metern genau ins rechte untere Eck (18.). Philipp Klewin parierte anschließend noch gegen Ahmet Engin (24.), ehe sich der VfB nach etwa einer halben Stunde wieder gefangen hatte. Aus einem guten Pass von Gözüsirin entstand der Ausgleich. Daouda Beleme war frei durch und behielt vor Braune den Überblick – 1:1 (44.). In der Nachspielzeit hatte Hauptmann sogar die Chance zur Führung, setzte den Ball aber knapp über das Tor (45./+2).

Thomas Pledl (li., MSV Duisburg) gegen Tarik Gözüserin (VfB Lübeck), der den Endstand per Elfer erzielte. © 2024 Olaf Wegerich
Thomas Pledl (li., MSV Duisburg) gegen Tarik Gözüserin (VfB Lübeck), der den Endstand per Elfer erzielte. © 2024 Olaf Wegerich

Nach der Pause zeigten sich zunächst die Seiten im VfB-Spiel, die ein Grund für den Abstieg waren: Sehr leicht kamen die Duisburger mit ihren ersten zwei Chancen zu zwei Treffern. Die Hereingabe von Tim Köther verwertete Girth wenige Meter vor dem VfB-Tor ziemlich ungestört zum 1:2 (48.). Acht Minuten später war es eine unbedrängte Rechtsflanke von Ahmet Engin, die Santiago Castaneda zentral vor dem Lübecker Gehäuse unbedrängt zum 1:3 einköpfen durfte (56.).

Doch es zeigte sich eben auch, was die VfB-Mannschaft ebenfalls im Saisonverlauf immer wieder ausgezeichnet hatte: Sie hat Moral und Teamgeist. Dieser zeigte sich in dem Moment, als es nur noch wenig zu verlieren gab. Zudem brachten die Einwechslungen noch einmal neuen Schwung. Zunächst setzte Aaron Herzog einen leicht abgefälschten Schuss haarscharf am langen Eck vorbei (62.). Dann landete eine Hereingabe des A-Jugendlichen Mika Lehnfeld bei Felix Drinkuth, der aus der Drehung in den linken oberen Winkel traf (68.). Das Tor zum 2:3 erweckte dann auch die Kulisse noch einmal richtig. Die Lohmühle kochte, die Pappelkurve nahm auch die Tribüne mit und verbreitete Top-Atmosphäre. Die weiteren Tore taten natürlich ihr übriges dazu. Der VfB war nun die klar bessere Mannschaft. Im Anschluss an einen Standard erwischte Jannik Löhden einen abgefälschten Drinkuth-Schuss, legte für Beleme ab, der im zweiten Versuch aus kurzer Distanz zum 3:3-Ausgleich einschoss (73.). Nur vier Minuten nach diesem Treffer kam es noch besser. Beleme setzte sich auf dem rechten Flügel durch, seine Hereingabe lenkte der eingerückte Mika Lehnfeld geschickt mit dem Außenrist zum 4:3 ins Netz – und feierte seinen ersten Profitreffer standesgemäß mit einem Salto.

Mika Lehnfeld (VfB Lübeck) gelingt gegen den MSV Duisburg sein erstes Profi-Tor. © 2024 Olaf Wegerich
Mika Lehnfeld (VfB Lübeck) gelingt gegen den MSV Duisburg sein erstes Profi-Tor. © 2024 Olaf Wegerich

Der VfB hatte alles im Griff, Cyrill Akono per Kopf verpasste den fünften Treffer (88.) ebenso wie Drinkuth, dessen Schuss Braune parierte. Der 5:3-Endstand resultierte aus einem Elfmeter. Castaneda verursachte diesen gegen Akono, Gözüsirin verwandelte sicher zum fünften VfB-Treffer des Abends (90./+3). Akono traf zudem noch einmal den Pfosten (90./+5).

Die Lohmühle feierte nach diesem ersten Freitagabendspiel der Saison, während die Duisburger nun nur noch rechnerisch dem Abstieg entgehen können. Für den VfB geht es am kommenden Samstag (14 Uhr) beim FC Ingolstadt 04 weiter, ehe gegen Rot-Weiss Essen am 18. Mai noch das letzte Heimspiel der Saison ansteht.

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