Souveräner Start in die Restrunde: Todesfelde gewinnt 3:0 bei Inter

von Ismail Yesilyurt

Gutes Teamwork in der Defensive – Denzel Imasün (Inter Türkspor Kiel) und Moritz Haye (li.) stoppen Pawel Erfmann (SV Todesfelde). © 2026 Ismail Yesilyurt


Blitzstart auf beiden Seiten – Boland antwortet eiskalt

Der SV Todesfelde hat seine Spitzenposition mit einem 3:0-Erfolg bei Inter Türkspor Kiel untermauert. Mirko Boland traf früh nach Sternberg-Vorlage zur Führung, Morten Liebert erhöhte per Foulelfmeter noch vor der Pause. Inter verteidigte engagiert und kam im zweiten Durchgang zu Chancen, ließ jedoch die Durchschlagskraft vermissen. Den Schlusspunkt setzte Noah Awuku mit einem sehenswerten Distanztreffer. Damit bewahrte der Spitzenreiter der Oberliga Schleswig-Holstein mit einem Spiel weniger den Vier-Punkte-Vorsprung vor Verfolger Holstein Kiel II.

Inter Türkspor Kiel eröffnete die Partie engagiert. Keine 25 Sekunden waren gespielt, da rauschten die Gastgeber über links bis tief in den Strafraum des SV Todesfelde. Der Ball lief durch mehrere Stationen quer, am Ende kam der Abschluss des dritten Spielers. Nicht ungefährlich, aber ohne echte Prüfung für die Defensive des Favoriten.

Doch Todesfelde antwortete mit dem Hammer. Der erste strukturierte Angriff saß. Janek Sternberg brachte von links eine scharfe, flache Hereingabe. Am ersten Pfosten verpasste ein Mitspieler, doch dahinter lauerte Mirko Boland und schob aus zentraler Position zum 1:0 ein.

Mirko Boland (SV Todesfelde) war sich für keinen Weg zu schade - hier bringt er gegen Till Börner (Inter Türkspor Kiel) einen gefährlichen Ball in die Box. © 2026 Ismail Yesilyurt
Mirko Boland (SV Todesfelde) war sich für keinen Weg zu schade – hier bringt er gegen Till Börner (Inter Türkspor Kiel) einen gefährlichen Ball in die Box. © 2026 Ismail Yesilyurt

Der 38-Jährige war fortan überall. Trainer Björn Sörensen geriet ins Schwärmen: „Er ist immer sehr umtriebig, viel in Bewegung, beläuft viele Räume. Das ist halt seine Spielweise und tut uns gut.“

SVT-Kontrolle mit gutem Tempo – Inter verteidigt leidenschaftlich

Nach der Führung übernahm Todesfelde das Kommando. Hohes Grundtempo, aggressives Pressing, schnelles Spiel in die freien Räume. Die Gäste kontrollierten die Partie, ohne ein Offensivfeuerwerk abzubrennen.

Inter verteidigte diszipliniert. Die Dreierkette um Pascal Polonski, Moritz Haye und Denzel Imasün arbeitete konzentriert, Neuzugang Azuka Olise fügte sich engagiert ein. Karim Youssef forderte von außen Mut bei Vorstößen in die gegnerische Hälfte.

Elfmeter für den SV Todesfelde - Benjamin Petrick (SV Todesfelde) wird von Azuka Olise (Inter Türkspor Kiel) gefoult. © 2026 Ismail Yesilyurt
Elfmeter für den SV Todesfelde – Benjamin Petrick (SV Todesfelde) wird von Azuka Olise (Inter Türkspor Kiel) gefoult. © 2026 Ismail Yesilyurt

Trotzdem fiel kurz vor der Pause das 2:0. Olise verursachte einen Foulelfmeter gegen Benjamin Petrick: Morten Liebert, Toptorjäger der Oberliga, verwandelte sicher zu seinem 16. Saisontor. Eine seriöse erste Hälfte des Tabellenführers, der Ball und Gegner laufen ließ.

Sörensen ordnete die Leistung später ein: „Nach der Wintervorbereitung, wir haben effektiv einmal trainiert und fünfmal gespielt, sind wir noch lange nicht da, wo wir hinwollen. Trotzdem gewinnen wir das Spiel. Ich glaube, das ist erst mal wichtig, dass wir drei Punkte mitnehmen.“

Künstlerische Pause und Kieler Hoffnungsschimmer

Nach dem Seitenwechsel erlaubte sich Todesfelde eine Phase mit weniger Druck. „Gerade zweite Halbzeit waren wir ein bisschen zu wenig präsent, zu wenig Dampf in die Tiefe“, analysierte Sörensen. Seine Mannschaft spielte nicht mehr so sauber mit Ball, machte die Partie „ein bisschen wilder“, was eigentlich vermieden werden sollte.

In der Partie war würziger Kampf drin - hier durch Morten Liebert (li., SV Todesfelde und Pascal Polonsk (Inter Türkspor Kiel). © 2026 Ismail Yesilyurt
In der Partie war würziger Kampf drin – hier durch Morten Liebert (li., SV Todesfelde und Pascal Polonsk (Inter Türkspor Kiel). © 2026 Ismail Yesilyurt

Inter witterte Morgenluft. In der 53. Minute schrammten die Gastgeber knapp am Anschluss vorbei. Ab der 65. Minute entstand sogar eine Druckphase der mutigen Gastgeber. Die beste Gelegenheit hatte Phil Baumgarn nach schnellem Umschalten und Zuspiel von Till Börner in der 75. Minute, als er halblinks im Strafraum zum Abschluss kam, den Ball jedoch mit dem schwächeren linken Fuß verzog. Ein mögliches 1:2 in dieser Phase hätte dem Spiel eine neue Dramaturgie geben können.

Karim Youssef sah trotz der Niederlage Positives: „Wir haben über weite Strecken sehr gut verteidigt gegen den Ball, nicht zu viele Torchancen zugelassen.“ Auch zwei hochkarätige Chancen in der zweiten Halbzeit sprach er an: „Die hätten wir machen müssen.“

Von Kräfteschonen wollte Sörensen nichts wissen: „Ganz im Gegenteil. Wir müssen jede Einheit nutzen, um wieder zu Kräften zu kommen.“ Die fehlende Kontrolle sei eher eine Frage von Abläufen gewesen.

Noah Awuku setzt den Schlusspunkt

Schlussendlich besiegelt der eingewechselte Noah Awuku den Erfolg in Kiel. Aus 25 Metern gelingt dem ehemaligen Spieler von Holstein Kiel ein sehenswertes erstes Saisontor beim 13. Einsatz. Das beendet endgültig den Inter-Boom

Verdient, aber zu deutlich

Am Ende steht ein verdienter Sieg für den Ligaprimus, der sportlich weiterhin kaum zu bremsen ist. Doch das Ergebnis fällt gemessen an der engagierten Vorstellung des Aufsteigers um mindestens ein Tor zu hoch aus. Türkspor-Cheftrainer Karim Youssef gratulierte fair: „Total verdient gewonnen.“ Gleichzeitig will er die positiven Aspekte mitnehmen, die Laufbereitschaft und das Füreinander kämpfen.

Mittelfeld-Defensivzentrale Mats Klüver (SV Todesfelde) gegen Mittelfeld-Offensivkoordinator Eugen Halili (re., Inter Türkspor Kiel). © 2026 Ismail Yesilyurt
Mittelfeld-Defensivzentrale Mats Klüver (SV Todesfelde) gegen Mittelfeld-Offensivkoordinator Eugen Halili (re., Inter Türkspor Kiel). © 2026 Ismail Yesilyurt

Todesfelde sammelt drei Punkte und ein weiteres Zu-Null-Spiel. Inter bleibt kämpferisch. Und über allem steht die Erkenntnis: Auch ein 3:0 kann mehr Zwischentöne enthalten, als das nackte Ergebnis vermuten lässt. Todesfelde wird am kommenden Sonntag zuhause im Topspiel gegen den Tabellenzweiten Holstein
Kiel II weiter zulegen müssen. Das wird dem erfahrenen und eingespielten Sörensen-Ensemble mit Sicherheit gelingen, um vielleicht mit einem Sieg einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft machen zu können. Inter Türkspor Kiel hat in den letzten 10 Spielen nun noch sieben Heimspiele – und die alle in Serie, ehe am Saisonende drei Spiele auswärts warten. Gegen den Tabellensiebenten und Mitaufsteiger 1. FC Phönix Lübeck II am kommenden Sonntag ist mit einer ähnlichen Ein- und Vorstellung sicherlich etwas drin.

Stimmen zum Spiel

Björn Sörensen (Trainer SV Todesfelde)
Karim Youssef (Trainer Inter Türkspor Kiel)

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