Janne Rudolph (Kieler MTV), hier am Ball im Spiel gegen die Probsteier SG, traf zum 1:0. © 2026 Ismail Yesilyurt
Die SG Oldenburg/Göhl, der im Abstiegskampf der Verbandsliga Ost das Wasser bis zur Nase steht, ist ein wichtiger Befreiungsschlag gelungen. Mit einem überraschenden 2:1-Erfolg beim starken Aufsteiger Kieler MTV kehrten die Ostholsteiner mit drei Punkten im Gepäck nach Hause zurück, können nun etwas atmen und schöpfen neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt.
Für die Gastgeber, die wie die Gäste auch nur einen 15-Mann-Kader zur Verfügung hatten, hingegen ist die Niederlage ein Dämpfer im Rennen um den Anschluss an die oberen Tabellenplätze. Die Mannschaft von Trainer Paul Musiol verpasste die Chance, sich näher an die Top 6 heranzuschieben, und rutschte mit nun 24 Punkten auf Rang elf ab. Dabei hätte der siebente Platz, mit einer Handvoll an Nachholspiele in der Hinterhand durchaus als Sprungbrett für höhere Ambitionen oder auch als ein sehr gutes Polster für einen vorzeitigen Klassenerhalt dienen können. Die Komplementärziele sind aber weiterhin im Bereich des Möglichen.
SG GO meldet sich im Abstiegskampf zurück
Nach vier Niederlagen in Folge und insgesamt sieben Spielen ohne Sieg sendet die SG Oldenburg/Göhl mit dem Auswärtserfolg ein deutliches Lebenszeichen. Zwar bleibt das sicher rettende Ufer mit zehn Punkten Rückstand weiterhin in weiter Ferne, doch der Relegationsplatz ist nun wieder in greifbarer Nähe. Drei Punkte fehlen aktuell auf Rang 13 – ein Ziel, das in den verbleibenden elf Spielen in den Fokus rücken dürfte.
Spiel kippt binnen weniger Minuten
Dabei begann die Partie aus Sicht der Gäste alles andere als optimal. In einer insgesamt chancenarmen ersten Halbzeit brachte Janne Rudolph den Kieler MTV in der 23. Minute mit seinem zehnten Saisontreffer in Führung. „Wir lassen kaum Chancen zu in der ersten Halbzeit und machen dann auch das 1:0, aber relativ chancenarm“, analysierte KMTV-Coach Paul Musiol später.
Doch kurz nach dem Seitenwechsel drehte sich das Spiel innerhalb weniger Minuten. Zunächst sorgte ein unglückliches Eigentor von Thore Woywod für den Ausgleich (48.), ehe Tim Röben-Müller nur drei Minuten später mit einem sehenswerten Seitfallzieher die Partie komplett auf den Kopf stellte.

Musiol beschrieb die kuriose Szene zum Eigentor so: „Ein Spieler wird angeschossen vom eigenen Mann. Der Ball kullert mehr oder weniger dann überraschenderweise – was heißt überraschender – weil es sehr überraschend war kullert dann ins Tor am Torwart vorbei. Der Torwart versuchte noch ranzukommen – war relativ nah dran, aber gelang es nicht und dann kullerte er mehr oder weniger ins Tor zum eins eins.“
Verdienter Sieg trotz mäßiger Partie
In der Folge bemühte sich der Kieler MTV zwar um eine Reaktion, zwingende Torchancen blieben jedoch Mangelware. Auch ein Dreifachwechsel in der 72. Minute brachte keine entscheidende Wende mehr. Das Kind war schon in den Brunnen gefallen. Neue Impulse gab es nicht mehr, sodass der verdiente Erfolg der Gäste auch nach einer langen Nachspielzeit Bestand hatte
„Wir schaffen es nicht, den Schalter noch mal umzulegen. Wir verlieren dann auch verdient 1:2. Generell ein schlechtes Verbandsligaspiel und von uns definitiv das schlechteste diese Saison“, stellte Musiol selbstkritisch fest.
Auf der Gegenseite verteidigte die SG Oldenburg/Göhl leidenschaftlich und brachte den knappen Vorsprung über die Zeit. Co-Trainer Jens Theuerkauf ordnete die Partie nüchtern ein: „Also, man hat gemerkt, dass für beide Mannschaften sehr viel auf dem Spiel stand. So entwickelte sich ein Spiel auf sehr, sehr überschaubarem Verbandsliga-Niveau. Ja, sehr viel Kampf, viel Gerenne auf einem recht schwer bespielbaren Boden.“
Comebacks und Kampfgeist als Schlüssel
Neben dem wichtigen Auswärtssieg sorgten vor allem personelle Rückkehrer für positive Schlagzeilen bei den Gästen. Rekonvaleszent und Matchwinner Tim Röben-Müller, der in der Oberliga spielt, feierte nach langer Verletzungspause sein Comeback und erzielte direkt den Siegtreffer in seinem dritten Einsatz für die Oberliga-Reserve.

„Ja, und dann kommt eigentlich das Highlight des Spiels, als Tim Röben-Müller da zum Seitfallzieher ansetzt und das 1:2 erzielt “, schwärmte Theuerkauf. „Da haben wir uns sehr drüber gefreut, dass er dann auch trifft.“ Auch Marvin Freund kehrte nach rund anderthalb Jahren Verletzungspause zurück und überzeugte auf Anhieb: „Der nach einer langen Leidenszeit von anderthalb Jahren nach Kreuzbandriss heute auch wieder zum Einsatz kam und ein wirklich super Spiel gemacht hat. Direkt Verantwortung übernommen hat und so die junge Truppe da zu dem Sieg geführt hat.“
Stimme zum Spiel
Kieler MTV: Klenz – Bayer, Woywod, Kaiser – Baeskow, Dampha (72. Zils) – Stender (72. Bensch), Reinicke, Schmidt, Wolter – Rudolph (72. Azami).
Trainer: Paul Musiol.
SG Oldenburg/Göhl: Ott – Viehrig, Brunner, Marvin Freund (90.+5 Lauenroth), Tim Doormann – Marco Doormann, Ehrich (46. Jano) – Jeske (69. Redzheb), Janner, Dennis Kowski (58. Plöger) – Röben-Müller.
Trainer: Martin Kofski.
SR: Jannik Schapals (TSV Schönberg).
Ass.: Lars Polomski, Thorsten Otto.
Z.: 55.
Tore: 1:0 Janne Rudolph (23.), 1:1 Thore Woywod (48., ET), 1:2 Röben-Müller (51.).
