R.S.-Reifenhandel-Hallen-Masters-Cups: TuS Nortorf erst- und letztmals Sieger?

von Olaf Wegerich

Turniersieger TuS Nortorf. © 2025 Olaf Wegerich


Bei den inoffziellen Hallenkreismeisterschaften gab es überraschende Ergebnisse und einen unerwarteten Sieger. Auch wenn der TuS Nortorf in der Verbandsliga West als Spitzenreiter den Aufstieg als Ziel hat, waren Titelverteidiger PSV Neumünster und der VfR Neumünster die hochgehandelten Favoriten. Doch beide Oberligisten bestritten das kleine Finale, das der PSV für sich entschied.

Das Finale und damit 1.000 Euro Preisgeld gewann der TuS Nortorf mit 5:0 gegen den sensationell ins Endspiel eingezogenen Kreisligisten SG Blau-Rot Holstein. Erst im zweiten Abschnitt der 15 Minuten Spielzeit schraubte der TuS das Endresultat von einem 1:0 in die Höhe. 500 Euro gingen somit an den Kreisligadritten. Für den PSV Neumünster war es die letzte Ausrichtung des Traditionsturniers, das inzwischen 45 Jahre in den Beinen. hat.

TuS Nortorf wie aus einem Guss – Liebert-Truppe gewinnt PSV-Hallenmasters

Die 45. Auflage der PSV-Hallenmasters ist Geschichte. Den Titel beim RS-Reifenhandel-Cup am 2. Weihnachtsfeiertag in der Neumünsteraner Holstenhalle vor 1.163 Zuschauern sicherte sich überraschend der Verbandsligist TUS Nortorf durch einen souveränen 5:0-Erfolg über den Kreisligisten SG Blau-Rot Holstein.

Das kleine Finale um Platz drei wurde im Siebenmeterschießen entschieden. Hier siegte der gastgebende PSV Neumünster im Duell der Oberligisten mit 3:1 gegen den Lokalrivalen VfR Neumünster, weil drei Spieler von Rasensport im Entscheidungsschießen an Torhüter Tilman Körtzinger scheiterten, der nicht nur wegen dieser drei spektakulären Paraden völlig zu Recht zum besten Torhüter des Turniers gekürt wurde. Bester Torschütze der Veranstaltung wurde Christopher Kramer vom VfR mit fünf Treffern.

Rahmenbedingungen und Teilnehmerfeld

Bei der voraussichtlich letzten Veranstaltung dieser Art in der Neumünsteraner Holstenhalle, die aus wirtschaftlichen Gründen vor dem Aus steht, waren diesmal wieder zehn Mannschaften beteiligt, darunter mit dem Kreisligisten SG Blau-Rot Holstein sogar ein Team aus dem KFV Segeberg. Von den insgesamt zehn teilnehmenden Mannschaften waren zwei Oberligisten, zwei Verbandsligisten und sechs Kreisligisten am Start.

Neben reichlich Toren und guter Stimmung in der Halle wurde auch wieder auf Parkettboden gespielt. Auf dem rutschigen Geläuf hatten einige Spieler spürbar Schwierigkeiten mit der Standfestigkeit. Nicht nur in den Gruppenspielen ging es des Öfteren hart zur Sache, und einige Mannschaften wählten eine robuste Gangart, was es auch für die drei erfahrenen Schiedsrichter Steffen Brandt (SV Wasbek), Jörn Göttsch (TSV Lütjenburg) und Falk Schmidt (TSV Gadeland) bei der Entscheidungsfindung nicht immer leicht machte.

Gruppe A

Der Titelverteidiger PSV, bei dem Blitztransfer Ahmad Bello vom Niendorfer SV bereits zum Einsatz kam, startete holprig mit einem 1:1-Remis gegen die SG Padenstedt und tat sich auch in den folgenden Gruppenspielen schwer. Vor allem der abschließende 2:1-Erfolg gegen den spielstarken TUS Nortorf, als es um den Gruppensieg ging, war ziemlich schmeichelhaft und einigen spektakulären Paraden von Tilman Körtzinger geschuldet, der seine Farben auf Kurs hielt.

Issam Khemiri (TSV Gadeland) verteidigt den Ball gegen Marko Ahrens (SG Padenstedt). © 2025 Olaf Wegerich

Auch die Kreisligisten der SG Padenstedt, des SV Bönebüttel-Husberg und des TSV Gadeland hatten gute Ansätze und konnten in der torarmen Gruppe, in der nur 33 Treffer erzielt wurden, jeweils ein Spiel gewinnen. Der PSV und der TUS Nortorf sicherten sich insgesamt souverän das Halbfinalticket.

Gruppe B

In der Gruppe B gab es reichlich Spektakel. Bereits im Eröffnungsspiel, das der VfR gegen die SG Blau-Rot Holstein mit 6:4 für sich entscheiden konnte, ging es hoch her, und der selbstbewusste Kreisligist ließ erstmals aufhorchen.

Der hoch gehandelte SV Wasbek, der mit zwei überzeugenden 4:1-Erfolgen gegen die TS Einfeld und die SG SVT/PSV gut gestartet war, kam im dritten Gruppenspiel gegen eine entfesselt aufspielende SG Blau-Rot Holstein mit 1:5 unter die Räder und stand nach dem abschließenden, etwas unglücklichen 2:3 gegen Rasensport durch ein Traumtor von Christopher Kramer sogar mit leeren Händen da und war ausgeschieden.

Rasensport bekleckerte sich in keinem der Gruppenspiele mit Ruhm, konnte aber vier knappe Siege einfahren, da vor allem auf die beiden Christophers Verlass war. Newe im Tor hielt, was zu halten war, und Kramer glänzte vor dem gegnerischen Tor mit all seiner Abgebrühtheit. Mit drei Siegen schaffte die SG Blau-Rot Holstein unter Trainer Dennis Falkenburger den Halbfinaleinzug. Enttäuschend verlief das Abschneiden der TS Einfeld, die im Vorjahr erst im Halbfinale an Hohenwestedt scheiterte und diesmal alle fünf Gruppenspiele verlor. Hervorzuheben ist, dass in der Gruppe B mit 54 Toren deutlich mehr Treffer erzielt wurden als in der Parallelgruppe.

Youssef Bouzoumita (re.) und der PSV Neumünster ziehen im Halbfinale gegen die SG BR Holstein den Kürzeren. © 2025 Olaf Wegerich
Youssef Bouzoumita (re.) und der PSV Neumünster ziehen im folgenden Halbfinale gegen die SG BR Holstein den Kürzeren. © 2025 Olaf Wegerich

Halbfinale

Auch wenn beide Halbfinalbegegnungen äußerst knapp endeten, konnte sich jeweils die stärkere Mannschaft durchsetzen. Überraschend war jedoch, dass es in beiden Fällen die Außenseiter waren, die sich durchsetzen konnten. Verbandsligaspitzenreiter TUS Nortorf ließ dem Oberligisten VfR Neumünster beim 2:1-Erfolg ebenso keine Chance wie der Kreisligist SG Blau-Rot Holstein, der den Titelverteidiger PSV Neumünster nicht unverdient mit 2:1 niederringen konnte.

Finale

Das einseitige Finale wurde zu einer Galashow für den TUS Nortorf, der gegen den Überraschungsfinalisten mit seinem schnörkellosen Kombinationsspiel einen ungefährdeten 5:0-Sieg feiern durfte. Für die Nortorfer ist es der erste Titelgewinn beim Neumünsteraner Hallenturnier.

Spätestens nach diesem Tor von Julian Lechtenfeld (11) war das Finale entschieden. © 2025 Olaf Wegerich
Spätestens nach diesem Tor von Julian Lechtenfeld (11) war das Finale entschieden. © 2025 Olaf Wegerich

Die Mannschaft von Trainer Kim Liebert, der für den ebenfalls anwesenden Cheftrainer Jan-Niclas Bräunling bei dem Traditionsturnier in der Holstenhalle das Coaching übernahm, war die mit Abstand spielerisch stärkste Mannschaft und durfte sich völlig zu Recht über die Siegprämie von 1.000 Euro, gestiftet vom RS-Reifenhandel, freuen. Sehenswert war, wie Spieler wie Malte Lucht, Joris Scherbath oder Finn Spalding auf engstem Raum stets den Blick für den Mitspieler hatten und schönen Fußball zelebrierten.

Überraschungsfinalist und Stimmen zum Turnier

Ebenso sensationell ist der zweite Platz des Kreisligisten SG Blau-Rot Holstein, der mit vier Siegen die kühnsten Erwartungen bei weitem übertraf. Dazu sagte Erfolgstrainer Dennis Falkenburger: „Wir sind natürlich als absoluter Underdog in das Turnier gestartet, aber ich wusste, dass wir eine richtig starke Hallenmannschaft sind. Das haben wir letzte Woche schon bei den HKM gezeigt.

Gegen den VfR hatten wir noch etwas Respekt, aber ab dem zweiten Spiel haben wir unseren Stiefel durchgezogen und sind, wie ich finde, hochverdient ins Halbfinale eingezogen. Dort haben wir auf Augenhöhe mit dem PSV ein super Spiel gemacht und zum richtigen Zeitpunkt die Tore erzielt. Aber ohne unseren überragenden Torwart hätten wir den verdienten Finaleinzug nicht geschafft. Im Finale haben wir dann gegen die beste Mannschaft des Turniers verloren, und wir sind auch auf dem Zahnfleisch gegangen. Vielleicht noch ein Sonderlob an unsere sehr zahlreichen und lautstarken Fans. Den zweiten Platz werden wir gebührend bei dem einen oder anderen Kaltgetränk feiern.“

Weitere Stimmen

Volker Bernaschek (Ligamanager PSV Neumünster und Turnierorganisator)
Kim Liebert (Co-Trainer TuS Nortorf)
Timo Rosenfeld (Co-Trainer PSV Neumünster) beim PSV-Hallenmasters 20251226

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