LOTTO MASTERS 2025 Sieger SV Todesfelde © 2025 Volker Schlichting
In wenigen Stunden ist es soweit, wenn um 17 Uhr die Eröffnungsshow beginnt und kurz darauf der Ball rollt. Wenn sich heute die besten acht Fußballmannschaften Schleswig-Holsteins in der Wunderino Arena Kiel treffen, ist eines garantiert: Das LOTTO MASTERS wird erneut zur Bühne für Tempo, Technik und enge Entscheidungen. Acht Teams aus der Regionalliga und Oberliga kämpfen um den traditionsreichen und prestigeträchtigen Hallentitel – und die Rollen sind nicht so klar verteilt, wie es auf dem Papier scheint.
Das vom Schleswig-Holsteinischen Fußballverband (SHFV) ausgerichtete Hallenfußballturnier ist das größte Deutschlands. In zwei Vierergruppen mit jeweils 12:30 Minuten Spielzeit werden vier Halbfinalisten ermittelt, die die inoffizielle Hallenlandesmeisterschaft des nördlichsten Bundeslandes ausspielen. Bei einem Gleichstand nach der regulären Spielzeit geht es direkt ins Entscheidungsschießen.
Regionalligisten mit Favoritenstatus?
Mit Phönix Lübeck, VfB Lübeck und SC Weiche Flensburg 08 gehen drei Regionalligisten an den Start, die allein aufgrund ihrer Spielklasse als Favoriten gelten sollten. Doch die ambitionierten Oberligisten wittern ihre Chance. Allen voran der SV Todesfelde, der weiß, wie Masters geht. Mit der riesigen Fangemeinde von weit über 1.000 Zuschauern im Rücken ist „Deathfield“ einer der Turnierfavoriten.

Halle schreibt ihre eigenen Gesetze
Das LOTTO MASTERS ist seit jeher dafür bekannt, Prognosen zu widerlegen. Kurze Spielzeiten, Bande, Zeitstrafen und schnelle Richtungswechsel sorgen dafür, dass Kleinigkeiten über Weiterkommen oder Ausscheiden entscheiden. Effizienz vor dem Tor, ein starker Torhüter und taktische Disziplin sind häufig wichtiger als spielerische Dominanz.
Die weiteren Fünftligisten SV Eichede, Heider SV, VfR Neumünster und Holstein Kiel II werden alles daran setzen, das zu untermauern. Nachfolgend ein kurzer Steckbrief der beiden Gruppen A und B.
Die Voraussetzungen für ein spannendes Turnier sind gegeben. Regionalligisten gehen mit Vorschusslorbeeren ins Rennen, doch gerade der Titelverteidiger aus Todesfelde sowie ambitionierte Oberligisten lauern auf ihre Chance. Wer am Ende den Pokal in den Händen hält, dürfte – wie so oft beim LOTTO MASTERS – erst in den letzten Minuten entschieden werden.
GRUPPE A
1. FC Phönix Lübeck
Zum ganz großen Sprung reicht es für den 1. FC Phönix Lübeck in dieser Spielzeit nicht. Macher und Geschäftsführer Frank Salomon, der die Adler wieder flügge gemacht hat, liebäugelt mit einem Sprung in die professionelle 3. Liga. Doch in dieser Saison sind die ersten drei Teams mit Meppen, dem VfB Oldenburg und Drochtersen/Assel zu weit enteilt. Das Punktetief vor der Winterpause – sieglos und nur drei Punkte aus den letzten vier Spielen – sorgte für einen 13-Punkte-Abstand zum Tabellenführer Meppen. Nichtsdestotrotz: Phönix ist hinter Holstein die zweite Kraft im hohen Norden. Mit Chefcoach Christiano Adigo, der seinen Vertrag kürzlich verlängerte, und der besten Defensive mit nur 21 Gegentoren in der vierthöchsten Spielklasse Deutschlands dürfen sich die Fans auf spannende Auftritte freuen.
VfR Neumünster
Eine traditionsreiche Vereinsgeschichte kehrt zurück zum LOTTO MASTERS. In der laufenden Saison zeigt die Mannschaft Kampfgeist und Stabilität. Trainer Danny Cornelius hat dem VfR Neumünster neues Leben eingehaucht. Nach langer Abstinenz herrscht große Freude – nicht nur bei der Mannschaft, sondern auch in der großen Anhängerschaft, die sich darauf freut, wieder die spannende und elektrisierende Hallenluft zu genießen.
VfB Lübeck
Cheftrainer Guerino Capretti ist es erneut gelungen, aus vermeintlichen No-Name-Kickern ein solides Team zu formen, das auch durch den eigenen Nachwuchs ergänzt wird. Der VfB – punktgleich mit Weiche – steht im Mittelfeld der Regionalliga und weist eine ausgeglichene Saisonbilanz auf. In den letzten Spielen gab es gemischte Ergebnisse. Die Erfahrung aus vielen Liga-Jahren macht den Klub zu einem ernsthaften Hallenkonkurrenten. Reicht das aus, um nach zehn Jahren den Titel aus Kiel nach Lübeck zu entführen?
Heider SV
Ist der Heider SV der Don Quijote der LOTTO MASTERS? Historisch erfolgreich und wieder oben in der höchsten Landesklasse angesiedelt, kämpft der Traditionsverein wie der spanische Held gegen Windmühlen in Kiel. In 25 Spielen bei seinen Teilnahmen in der Landeshauptstadt gelang erst ein einziger Sieg – gleichbedeutend mit dem Ausscheiden in den Gruppenspielen. Bleibt es wieder bei der HSV-Tragödie? Oder wird es endlich eine Erfolgskomödie mit dem erstmaligen Einzug ins Halbfinale? Die Dithmarscher Jungs um Coach Markus Wichmann haben sich jedenfalls mit einigen Halleneinheiten in Tornesch gut vorbereitet.
GRUPPE B
SC Weiche Flensburg 08
Die Flensburger spielen eine solide Regionalliga-Saison, pendeln stabil im Tabellenmittelfeld und kombinieren Offensivdruck mit gelegentlichen Abwehrproblemen. Das Team von Tim Wulff, der während der Hinrunde von Torsten Fröhling übernahm, ist nicht zu unterschätzen und schwer einzuschätzen. Folgt nach 2023 der nächste Sieg?
SV Todesfelde
Macht der SV Todesfelde sein drittes Ding bei den LOTTO MASTERS? Mit der gelb-blauen Wand im Rücken soll die Titelverteidigung in Kiel gelingen. Der Oberliga-Spitzenreiter ist nach dem Abstieg aus der Regionalliga Nord konkurrenzlos stark unterwegs und sicherte sich mit einer herausragenden Hinrunde frühzeitig die Qualifikation für das Masters. 15 Siege, ein Remis und eine Niederlage (am grünen Tisch) – saustark, SVT. In der Halle rollte der Ball für Björn Sörensen und sein Team bislang noch nicht wie gewünscht, doch die LOTTO MASTERS inspirieren die Todesfelder traditionell in besonderem Maße.
Holstein Kiel
Aus verständlichen Gründen schicken die Störche ihr zweites Team ins Rennen um die Landesmeisterschaft in der Halle. Die U23 von Holstein Kiel bringt viel Tempo und technische Qualität mit. Der junge Kader spielt ohne großen Druck und wird für favorisierte Gegner zum unangenehmen Prüfstein. Das Team von Willi Weiße dürfte auch bei der Hallenaction Akzente setzen.
SV Eichede
Überzeugend in der Hinrunde zählt der Klub wie immer zu den Anwärtern auf Spitzenplätze im Land. Mit den Turniersiegen beim 1. Nord-Cup in Geesthacht und in Sandesneben (eigenes Hallenturnier) sowie dem zweiten Platz beim Lübecker Sparkassen-Cup deutet das Team von Paul Kujawski an, in der Wunderino Arena ein Wort mitzureden, wenn es um die Preisgelder geht. Konstant und mit einer homogenen Mannschaftsleistung verfügen die Bravehearts über echtes Hallenfußball-Potenzial.
SPIELPLAN
17:20 A 1. FC Phönix Lübeck – VfR Neumünster
17:35 A VfB Lübeck – Heider SV
17:50 B Weiche Flensburg – SV Todesfelde
18:05 B Holstein Kiel – SV Eichede
18:20 A 1. FC Phönix Lübeck – VfB Lübeck
18:35 A Heider SV – VfR Neumünster
18:50 B Weiche Flensburg – Holstein Kiel
19:05 B SV Eichede – SV Todesfelde
19:20 A VfR Neumünster – VfB Lübeck
19:35 A Heider SV – 1. FC Phönix Lübeck
19:50 B SV Todesfelde – Holstein Kiel
20:05 B SV Eichede – Weiche Flensburg
