Kein Sieger im Keller: Kiel rennt kopflos an, Münster verteidigt mit Mann und Maus

von Liridon Imeri

Bester Holsteiner auf dem Platz – Innenverteidiger Marko Ivezic, der vor Stürmer Etienne Amenyido (Preußen Münster) die Szene bereinigt. © 2026 Ismail Yesilyurt


Im Kellerduell der 2. Bundesliga zwischen Holstein Kiel und Preußen Münster gab es keinen Gewinner. In einer intensiven, aber über weite Strecken chancenarmen Partie trennten sich beide Teams mit 0:0 – ein Ergebnis, das den Spielverlauf widerspiegelt und keinem der beiden im Abstiegskampf wirklich hilft. Preußen Münster hatte wie Holstein Kiel, Tim walter kam vor wenigen Wochen für Marcel Rapp, auf der Trainerposition die Handbrese angezogen und mit Alois Schwartz einen neuen Cheftrainer verpflichtet, der in Kiel zu seinem Debüt kam.

Zähe erste Halbzeit ohne Höhepunkte

Von Beginn an war zu spüren, worum es in diesem Spiel ging: Sicherheit statt Risiko. Kiel hatte zwar mehr Ballbesitz, fand aber kaum Wege durch die kompakte Defensive der Gäste aus Münster.

Die erste nennenswerte Szene gab es in der 10. Minute, als Jonas Therkelsen nach einer Flanke per Kopf abschloss, den Ball aber neben das Tor setzte. Münster blieb offensiv zunächst harmlos, sorgte aber in der 29. Minute für Aufsehen: Etienne Amenyido versuchte es spektakulär per Fallrückzieher, traf den Ball jedoch nicht richtig. Im Anschluss kam Lars Lokotsch aus kurzer Distanz zum Kopfball (29.), setzte diesen aber über das Tor. Insgesamt blieb die Partie zerfahren und chancenarm, sodass das 0:0 zur Pause leistungsgerecht war.

Dieser Fallrückzieher von Etienne Amenyido (Preußen Münster) am Torraum missglückt zum Glück für Holstein Kiel. © 2026 Ismail Yesilyurt
Dieser Fallrückzieher von Etienne Amenyido (Preußen Münster) am Torraum missglückt zum Glück für Holstein Kiel. © 2026 Ismail Yesilyurt

Münster mit den besseren Chancen

Nach dem Seitenwechsel blieb Kiel spielbestimmend, doch die besseren Möglichkeiten hatte Münster. In der 64. Minute spielten die Gäste einen Konter gut aus, doch der letzte Pass von Mees geriet zu ungenau. Kurz darauf wurde es richtig gefährlich: In der 67. Minute setzte sich Lokotsch stark durch, scheiterte aber am gut reagierenden Keeper Timon Weiner.

Die größte Doppelchance folgte in der 75. Minute: Zunächst scheiterte Etienne Amenyido aus halbrechter Position an Weiner, ehe Jannis Heuer im Nachschuss den Ball knapp rechts neben das Tor setzte.

Es gab viele Strafraumszenen, die aber nicht in echten Chancen mündeten. © 2026 Ismail Yesilyurt.
Es gab viele Strafraumszenen, die aber nicht in echten Chancen mündeten. © 2026 Ismail Yesilyurt.

Kiel blieb offensiv weiterhin zu ungefährlich. Ein Distanzschuss von Davidsen (59.) wurde geblockt, weitere Abschlüsse brachten keine ernsthafte Gefahr.

Hektische Schlussphase ohne Happy End

In der Schlussphase wurde es noch einmal spannend. Beide Teams suchten den Lucky Punch, ohne dabei die Kontrolle komplett aufzugeben.

In der 90. Minute hatte Münster die große Chance zum Sieg: Oscar Vilhelmsson setzte sich im Strafraum durch und legte quer auf Yassine Bouchama, doch dem versprang der Ball in zentraler Position – die Möglichkeit verpuffte. Kiel kam in der 89. Minute noch zu einem Distanzschuss, der jedoch deutlich am Tor vorbeiging.

Holstein setzte sich zu wenig in den offensiven Eins-gegen-eins-Zweikämpfen durch. Hier versucht es Adrian Kapralik (li.) gegen Paul Jaekel (Preußen Münster). © 2026 Ismail Yesilyurt

Fazit

Das 0:0 ist das logische Ergebnis eines Spiels, das seinem Charakter als Abstiegskampf voll gerecht wurde: viel Einsatz, wenig spielerische Qualität. Kiel hatte mehr Ballbesitz, blieb aber ideenlos in der Offensive. Münster hingegen kam zu den besseren Chancen, zeigte sich vor dem Tor jedoch zu ungenau.

Für beide Teams ist der Punktgewinn letztlich zu wenig. Im Tabellenkeller bleibt die Lage angespannt – und sowohl Holstein Kiel als auch Preußen Münster müssen in den kommenden Spielen deutlich zulegen, um den Klassenerhalt noch zu schaffen.

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