Torwart Christopher Thomsen (Heider SV) nach dem 0-1. Im Hintergrund freuen sich die Satruper über die Führung. © 2026 Fiete Neumann
Der Heider SV setzt seine Negativserie fort. Auch am 22. Spieltag der Flens-Oberliga musste sich die Mannschaft von Trainer Markus Wichmann mit einem 1:1 (0:0) beim TSV Nordmark Satrup zufriedengeben. Damit bleiben die Dithmarscher auch im sechsten Spiel in Serie ohne Erfolg. Dennoch ist die Punkteteilung in Mittelangeln durchaus als Teilerfolg zu verbuchen, denn Schiedsrichter Jannik Schneider vom VfR Laboe stellte Heides Abwehrchef Patrick Storb nach nur elf Minuten mit einer Ampelkarte vom Platz. Damit agierte die Mannschaft von Trainer Markus Wichmann über 80 Minuten plus der extrem langen Nachspielzeit von acht Minuten in Unterzahl. Tom Karshüning (64.) hatte Satrup in der zweiten Hälfte in Führung geschossen, doch dem nach seiner Verletzung genesenen Hendrik Fleige (90+3) gelang in der Nachspielzeit durch einen verwandelten Foulelfmeter zumindest noch der 1:1-Ausgleichstreffer.
Verzichten mussten die Gäste kurzfristig auf Mathis Harms, der mit Fieber das Bett hüten musste. Vielleicht hätte das Spiel für den Heider SV einen anderen Verlauf genommen, hätte Jonah Gieseler (4.) nach einem Eckball per Direktabnahme den Führungstreffer vorgelegt. Doch sein Abschluss ging knapp über das Tor und so nahm das Schicksal seinen Lauf.
Frühzeitige Gelb-Rote Karte für Storb
Keine fünf Minuten waren vergangen, da zeigte Schiedsrichter Jannik Schneider Heides Abwehrchef Patrick Storb nach einem taktischen Foul an Christoph Ottsen sofort die gelbe Karte, und nach nur sechs weiteren Minuten war für den Unparteiischen das Maß bereits voll. Storb und sein Gegenspieler hatten sich im Zweikampf gegenseitig festgehalten, und der Heider wurde dabei sogar vom Ellenbogen des Satruper Spielers getroffen, wie Zuschauer zu berichten wussten.

Anstatt es bei einer gegenseitigen Ermahnung zu belassen, wie es wohl jeder erfahrene Schiedsrichter zu einem so frühen Zeitpunkt des Spiels getan hätte, entschied sich Schneider zu einer einseitigen Strafe und schickte Storb mit einer Ampelkarte vom Platz, während der Satruper ungeschoren davonkam.
Defensive Umstellung und wenige Torchancen
Danach stellte der Heider SV defensiv auf eine Viererkette um, mit Luca Wichmann und Steffen Neelsen zentral. Trotz der frühen Überzahl der Gastgeber entwickelte sich ein zwar hart umkämpftes, aber sehr zerfahrenes Spiel mit nur ganz wenigen Höhepunkten und Torraumszenen. Die Dithmarscher waren dabei, wie Heides Geschäftsführer Hannes Nissen hervorhob, zwar „fußballerisch die bessere Mannschaft“, doch außer Halbchancen für Mats Schaller und Marvin Wolf kam auch von ihnen nur wenig.
Trotz Überzahl fanden die Gastgeber fußballerisch keine Lösungen, sich überhaupt Torchancen herauszuspielen. Christopher Thomsen im Heider Tor blieb in der ersten Hälfte nahezu beschäftigungslos.
Führung für Satrup und Ausgleich in der Nachspielzeit
Das änderte sich erst Mitte der zweiten Halbzeit, als sich Tarek Böhlen nach einem langen Ball bei einem Klärungsversuch verschätzte und Tom Karshüning (64.) eine flache Hereingabe zum Führungstreffer nutzte. Bitter für die Dithmarscher, die bis dahin schon einige Torannäherungen hatten, war, dass Marvin Wolf unmittelbar vor dem Gegentreffer nach einer Flanke von Björn Lambach den Ball knapp neben das Tor setzte.

Aber trotz Unterzahl und Rückstand ließen sich die Dithmarscher in einem hitzigen Spiel nicht hängen und versuchten es immer wieder, zum Abschluss zu kommen. Dann kam es in der Nachspielzeit im Satruper Strafraum zu einem Foulspiel an Heides stark aufspielenden Kapitän Jonah Gieseler, der immer wieder seine Mannschaft antrieb und keinen Zweikampf scheute. Gieseler wurde von seinem Gegenspieler umgerissen. Schiedsrichter Schneider, der im Verlauf der Partie neun gelbe Karten zeigte – davon nur zwei für die Dithmarscher –, entschied sofort auf Elfmeter. Hendrik Fleige (90+3) traf zum verdienten 1:1-Ausgleich.

Und sogar ein Sieg und damit die Revanche für die 0:2-Hinspielniederlage für die Dithmarscher war möglich. Nach einer Ecke von Hinz köpfte Hendrik Fleige völlig unbedrängt, aber zu zentral, auf das Tor.
Bei aller berechtigten Enttäuschung über das mäßige sportliche Abschneiden in dieser Saison kann man sich beim Heider SV nach dem Spiel über den einen Auswärtspunkt aus Satrup auch ein Stück weit freuen, denn das Ergebnis belegt, dass die Moral der Mannschaft ungebrochen ist.
Stimmen zum Spiel:
Trainer Markus Wichmann (Heider SV): „Auch in Unterzahl waren wir die bessere Mannschaft. Wir haben uns eine Vielzahl an Chancen herausgespielt. Allerdings hat ein alter Trainer von mir mal gesagt, dass das Ergebnis weder Fisch noch Fleisch ist. Das Ergebnis geht aber in Ordnung. Wir müssen weitermachen. Das war eine konzentrierte Woche, wir haben uns gut vorbereitet. Genauso muss das auch die letzten acht Spiele laufen. Was die Jungs da investiert haben über 80 Minuten plus langer Nachspielzeit in Unterzahl mit zehn Mann, da ziehe ich den Hut vor meiner Truppe. Die haben sich alle reingehauen, sehr gut verschoben, da kann man keinen herausnehmen, der da irgendwie abgefallen ist. Christopher Thomsen, unser Torwart, hat unseren Betreuer nach dem Spiel gefragt, ob er sein Trikot wieder in die saubere Wäsche legen sollte, weil er sich nicht einmal strecken musste.“
Zur Hinausstellung von Patrick Storb sagte Wichmann: „Beide greifen sich gegenseitig am Trikot. Nur Paddy bekommt dafür die gelbe Karte, heißt dann im Endeffekt gelb-rot für Paddy. Wobei beide halten und außerdem erwarte ich von einem so erfahrenen guten Schiedsrichter, dass er ihn da ermahnt oder beiden die gelbe Karte gibt. Das hat aber dann das ganze Spiel beeinflusst.“

Geschäftsführer Hannes Nissen (Heider SV): „Das war ein schwieriges Unterfangen heute. Mit dem überzogenen Platzverweis in der 11. Minute wurde das Spiel natürlich maßgeblich beeinflusst. Trotz 80 Minuten Unterzahl waren wir fußballerisch immer noch die stärkere Mannschaft. Die Mannschaft hat eine tolle Moral gezeigt und auch nach dem Platzverweis nur eine echte Torchance zugelassen. Mit etwas Glück köpft Hendrik Fleige in der Nachspielzeit noch das 2:1.“
TSV Nordmark Satrup: Wolz – Paul Waterhues (46. Naeve), Sebastian Waterhues, Nielsen (70. Wiedenhoff), Lass, Ottsen (90+3 Skrijelj), Zamanakos (90+7 Rades), Bracht, Reimer (78. Meiburg), Karshüning, Falke.
Trainer: Thomas Knuth und Lars Meyer.
Heider SV: Thomsen – Neelsen, Storb, Wichmann – Lambach, Buchtmann – Wolf (72. Abelrahman), Schaller (72. Fleige), Selcuk (87. Hinz), von Böhlen – Gieseler.
Trainer: Markus Wichmann.
Schiedsrichter: Jannik Schneider (VfR Laboe).
Assistenten: Mattes Michaelis und Jannes Martens.
Gelb-Rote Karte: Patrick Storb (11.) vom Heider SV.
Zuschauer: 150 auf dem Rasenplatz in Mittelangeln.
Tore: 1:0 Tom Karshüning (64.), 1:1 Hendrik Fleige (90+3).
