Mit dem Foulspiel an Ruda Jaber (am Ball, TSV Hattstedt) begann das Unheil für den TSV Kronshagen. © 2025 Ismail Yesilyurt
Der TSV Hattstedt hat sein Jahr 2025 mit einem kräftigen Akzent beendet – und der Sprung ins neue Jahr sieht gar nicht schlecht aus. Mit einem 3:1 gegen den direkten Konkurrenten TSV Kronshagen setzte der Aufsteiger ein Ausrufezeichen im Landesliga-Abstiegskampf. Zwar bleiben die Nordfriesen auf dem Relegationsplatz, doch nach Punkten stehen sie nun gleichauf mit den Gästen aus Kiel, die im Hinspiel 3:0 siegten. Und hätten sie nicht noch diese zwei abgezogenen Zähler wegen Schiedsrichtermangel im Gepäck …
Dünne Bänke vor dem „Sechs-Punkte-Ballett“
Vor dem Anpfiff herrschte fast Gleichstand – und zwar nicht nur fast tabellarisch. Beide Teams waren personell knapper besetzt als die Regale im Supermarkt am 24. Dezember. Vier Mann auf der Bank, inklusive zweier Spielertrainer, das war’s. Kronshagens Coach Coskun Yamak nahm nach einer Stunde aktiv auf dem Rasen teil.
Hattstedt startet wie ein Silvesterböller
Sebastian Kiesbyes Mannschaft erwischte den besseren Start. Bereits vor dem frühen 1:0 hatte Hattstedt zwei, drei gute Gelegenheiten. Dann wurde Ruda Jaber im Strafraum gefällt – ein klarer Fall für den Punkt. Jannik Heider nahm sich der Sache an und verwandelte sicher (10.). „Auf jeden Fall eine verdiente Führung“, meinte Kiesbye später.

Doch Kronshagen mochte nicht lange Zuschauer bleiben. Der Tabellenzwölfte übernahm mehr und mehr das Kommando. Chancen? Gab es. Roman Reikat scheiterte mehrfach, einmal geblockt, einmal vorbeigezirkelt. Lukas Sylla drosch den Ball an den Pfosten und Toni Franke erwischte den Ball mit links nicht richtig. Kronshagen hätte das Spiel durchaus drehen können.
Dann stand Reikat kurz vor der Pause frei vor dem Hattstedter Keeper, wurde jedoch am Strafraum von diesem gelegt. Für Kronshagens Co-Trainer Erdogan Cumur war das „eine ganz klare rote Karte“. Die gab es nicht für Boy Boysen.
Hattstedt atmet auf – und trifft doppelt
Nach dem Seitenwechsel legte Kronshagen erneut los wie ein Staubsauger auf höchster Stufe: saugte sich fest im Hattstedter Strafraum, aber ohne etwas einzusammeln. Wieder war es Reikat, der um den Keeper herumkam, nur um dann im spitzen Winkel ans Außennetz zu setzen.
Und dann, typisch Fußball: Ein Freistoß segelt aus dem Halbfeld in den Strafraum, ein Kronshagener verlängert ungewollt, und Dennis Jeßat bedankt sich völlig unambitioniert – Ball annehmen, reinschieben, 2:0 (76.).

Jetzt wurde es für den TSV Kronshagen zum Risiko-Schach, nur ohne Dame und ohne Glück. Hattstedt konterte, und Rinor Ademi legte zehn Minuten vor Schluss elegant das 3:0 nach (83.). Kiesbye und seine Hattstedter fanden ihr Weihnachtsgeschenk mit dem 3:1 vorzeitig: „Wir hätten noch vier bis fünf Tore machen können.“
Kronshagen belohnt sich spät – und unbedeutend
In der Nachspielzeit gelang Thorge Jess nach einer Ecke noch der 3:1-Anschlusstreffer (90.+4), aber es fühlte sich mehr an wie ein Trostpflaster aus Papier. Kronshagen fährt mit leeren Händen nach Hause – und steckt nun, wie Cumur sagte, „mittendrin im Abstiegskampf“. Winterpause, Kraft tanken, Schalter umlegen – das volle Paket folgt.
Hattstedt genießt die Pause – und das Selbstvertrauen
„Eine der besten Saisonleistungen“, fand Kiesbye – und seine Mannschaft dürfte ihm da nicht widersprechen. Drei Tore gegen ein Team, das zuvor zu den defensivstärksten der Liga gehörte? Das schmeckt. Das neue Jahr darf kommen. Und Hattstedt steht bereit – Sprungbrett inklusive.
Stimmen zum Spiel
TSV Hattstedt: Boysen – Baouche, Jannik Heider, Wetzel, Jordan – Ruda Jaber (82. Yasssine), Michelsen, Thießen – Jeßat, Ademi, Völker (76. Nour Jaber).
Trainer: Sebastian Kiesbye.
TSV Kronshagen: Bock – Hencke, Nickel (60. Yamak), Siebenhüner, Sylla – Cumur, Jess, Koop (60. Boz), Franke, Hamze (46. Sand) – Reikat.
Trainer: Coskun Yamak.
SR: Paul Albrecht (TSV Böklund).
Ass.: Lukas Zänker, Jamie Hachmann.
Z.: 70.
Tore: 1:0 Jannik Heider (10., FE), 2:0 Dennis Jeßat (76.), 3:0 Rinor Ademi (83.), 3:1 Thorge Jess (90.+4).
