Trainer Martin Genz (Kaltenkirchener TS). © 2025 Ismail Yesilyurt
Nach dem Aufstieg in die Flens-Oberliga hatte die Kaltenkirchener TS zunächst Anlauf-Schwierigkeiten, sich in der neuen Umgebung sportlich zu akklimatisieren. Aufstiegstrainer René Sixt, lange Zeit das Gesicht der KTS und der Macher am Marschweg, zog trotz guter Leistungen, aber aufgrund der mangelnden Punkteausbeute, früh persönliche Konsequenzen und stellte sein Amt zur Verfügung.
Für René Sixt kam Martin Genz, zuletzt Trainer beim Landesligisten TUS Hartenholm, als Nachfolger. Am 9. Spieltag feierte er mit einem 4:3-Heimsieg gegen den VfR Neumünster den perfekten Einstand. Seitdem holte die KTS unter Genz aus 13 Spielen starke 26 Punkte. Das machte sich natürlich auch in der Tabelle bemerkbar, denn von Abstiegsplatz 15 kletterte der Aufsteiger auf den kaum für möglich gehaltenen 8. Platz. Vor allem am heimischen Marschweg ist die Mannschaft von Martin Genz nur schwer zu besiegen. Das bekamen am Samstag auch die Kieler Störche zu spüren, die mit einer 1:2-Heimniederlage auf die Heimreise geschickt wurden.
Youkick-Redakteur Olaf Wegerich unterhielt sich mit Martin Genz nicht nur über das Spiel gegen Holstein Kiel, sondern befragte den 39-Jährigen auch danach, was das kommende Auswärtsspiel in Hohenwestedt so schwer macht.
Was hat am Samstag aus deiner Sicht den Ausschlag gegeben, eine Mannschaft wie Holstein Kiel II, die unter Profibedingungen arbeitet, zu besiegen?
„Das war ein sehr überraschender und überragender und am Ende gar nicht so unverdienter Sieg für uns. Wir haben die aktuelle Situation der Gäste ausnutzen können, dass sie moralisch ein bisschen angeknackst waren, das hast du im Laufe des Spiels auch gemerkt, dass da ein Stück das Selbstvertrauen gefehlt hat. Das war auch unser Ziel, dass wir sie sehr früh stören, und wir haben es dann doch geschafft, hohe Ballgewinne zu erzielen, um den Gegner gar nicht erst in den Spielrhythmus kommen zu lassen.

Das war schon sehr gut, was die Jungs da umgesetzt haben. Wir haben phasenweise im Eins-gegen-eins-Pressing agiert über das ganze Feld. Das war natürlich sehr mutig von den Jungs, aber irgendwo auch der Schlüssel zum Erfolg, der den Gästen den Spaß am Fußball genommen hat. Und dann hatten wir in der ein oder anderen Situation auch das nötige Quäntchen Glück oder Luca Adler im Tor. Alles in allem wirklich ein sehr runder Tag für uns und im Abstiegskampf absolute Bonuspunkte. Jetzt haben wir noch fünf Punkte, die wir brauchen, da bin ich im Laufe der Zeit sehr optimistisch, dass wir die holen werden. Von daher natürlich ein ganz großer Schritt.“
Wie siehst du eure sportliche Ausgangslage vor dem Spiel gegen den MTSV Hohenwestedt
„Aber auch mit Blick auf das Spiel am Mittwoch ist es natürlich schon so, wenn du so ein Highlightspiel wie gegen die KSV Holstein II hast und alles in die Waagschale werfen musst, um dort maximal etwas mitzunehmen, ist es natürlich auch eine schwierige Situation, gegen den MTSV Hohenwestedt zu spielen. Auch weil sie eine körperbetonte Mannschaft sind, die sehr kämpferisch stark ist.
Auch da werden wir wieder alles abrufen müssen, um dort etwas mitzunehmen. Für uns wird es keinen Selbstgänger geben in der Liga. Egal, gegen wen es geht. Von daher sehe ich die Ausgangsposition leider so, dass wir zwar einen komfortablen Vorsprung haben, aber leider noch nicht durch sind mit der ganzen Saison. Von daher sollten wir zusehen, das Spiel wieder genauso engagiert anzugehen wie gegen die KSV. Da bin ich aber optimistisch, dass wir auswärts etwas mitnehmen können. Da wird man dann sehen, inwieweit wir in der Lage sind, den Kräfteverschleiß vom Wochenende zu kompensieren. Aber wir haben einen großen Kader.
Wie gestaltet sich bei euch derzeit die Personallage?
„Wir haben schon sehr viele Spieler, die jetzt aktuell angeschlagen sind. Dazu drei Dauerverletzte mit Eric Owusu, Timo Gennrich sowie Mika Gutovsky, und jetzt ist noch Jonas Jeschke dazugekommen mit einer Oberschenkelblessur. Jan Zimmermann hat ein überragendes Spiel gemacht und ist dann umgeknickt. Es fallen schon vier oder fünf Leute aus, und dann haben wir noch ein paar Leute mit Trainingsrückstand. Man merkt schon, dass da ein kleiner Aderlass ist, aber wir haben einen großen und guten Kader. Von daher lasse ich das auch jetzt nicht als Ausrede dastehen, sondern bin trotzdem optimistisch.
