Sarau/Bosau gewinnt wilden Ritt gegen Plön mit 3:2

von Ismail Yesilyurt

Julian Hagedorn (SG Sarau-Bosau), hier im Spiel bei Kilia Kiel II, nutzte einen Fauxpas der Plöner zum 3:2-Siegtreffer aus. © 2026 Ismail Yesilyurt

Die SG Sarau/Bosau hat einen turbulenten Nachmittag gegen den TSV Plön erfolgreich beendet. Mit 3:2 (2:1) setzte sich die Mannschaft vor 150 Zuschauern durch und sicherte sich drei wichtige Punkte. Dabei sah es zwischenzeitlich nach einem möglichen Punktgewinn für die Gäste aus: Sarau/Bosau führte zunächst 2:0, Plön glich kurz nach der Pause aus, ehe Julian Hagedorn nur zwei Minuten später den Siegtreffer erzielte.

Während SG-Trainer Tony Böhme vor allem die drei erzielten Tore und den letztlich erfolgreichen Kampf um die Punkte hervorhob, sprach Plöns Trainer Torsten Hahn von einer „unglücklichen und unnötigen Niederlage“.

Sarau/Bosau mit mehr Ballbesitz, Plön mehr offensive Aktionen

Die Partie begann mit unterschiedlichen taktischen Ansätzen. Plön stand defensiv mit einer einer kompakten defensive und versuchte, die Räume eng zu machen. Sarau/Bosau hatte dadurch zwar deutlich mehr Ballbesitz, kam aber zunächst nicht richtig in den Rhythmus.

„Plön hat hinten mit einer Fünferkette dicht gestanden, wirklich tief und kompakt“, erklärte Böhme. Gleichzeitig räumte der SG-Coach ein, dass seine Mannschaft nicht gut in die Begegnung fand. Die Gäste hatten über lange Bälle erste Möglichkeiten.

Auch Hahn sah eine ausgeglichene erste Halbzeit, allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten. „Sarau mit deutlich mehr Ballbesitz, wir dafür mit deutlich mehr offensiven Aktionen“, beschrieb der Plöner Trainer die Anfangsphase.

Die Gastgeber kamen nach einer Viertelstunde erstmals entscheidend durch. Nicolas Timpe erzielte in der 15. Minute das 1:0. Zehn Minuten später legte Steven Tag nach und erhöhte auf 2:0.

Plön lässt sich vom Rückstand nicht entmutigen

Mit der Zwei-Tore-Führung schien Sarau/Bosau die Kontrolle übernommen zu haben. Doch Plön blieb seiner Linie treu und fand noch vor der Pause zurück in die Partie. In der 32. Minute verkürzte Mika Stegmaier auf 1:2. Aus Sicht von Hahn war der Anschlusstreffer die logische Folge der eigenen Offensivbemühungen.

„Die Mannschaft hat aber eine gute Reaktion gezeigt, weiter an sich geglaubt. In der 32. Minute dann folgerichtig auch der Anschlusstreffer“, sagte Hahn.

Dem TSV Plön fehlte das Quäntchen Glück, um zumindest einen Punkt mitzunehmen. © 2026 Ismail Yesilyurt
Dem TSV Plön fehlte das Quäntchen Glück, um zumindest einen Punkt mitzunehmen. © 2026 Ismail Yesilyurt

Böhme ärgerte sich dagegen über den Zeitpunkt des Gegentores. Seine Mannschaft hatte seiner Ansicht nach die Partie bis dahin gut im Griff: „Führst dann 2:0 auch verdient und musst das eigentlich einfach cleverer und besser runterspielen.“ Mit dem 2:1 ging es in die Halbzeitpause.

Tetzlaff gleicht unmittelbar nach der Pause aus

Nach dem Seitenwechsel benötigte Plön nicht einmal zwei Minuten, um die Partie wieder auf null zu stellen. Jakob Tetzlaff erzielte in der 46. Minute das 2:2. Damit war die Aufholjagd der Gäste perfekt. Aus Sicht von Hahn hatte sich seine Mannschaft den Ausgleich verdient. Für Böhme war der Gegentreffer dagegen ein erneuter Rückschlag.

„Wir sind wieder im Tiefschlaf“, ärgerte sich Böhme. Ein langer Ball wurde nicht konsequent verteidigt, anschließend verlor die SG die Kugel und Plön nutzte die Gelegenheit zum Ausgleich.

Hagedorn antwortet nur zwei Minuten später

Die Gastgeber hatten allerdings die passende Antwort parat. Nur zwei Minuten nach dem 2:2 fiel bereits der nächste Treffer. Julian Hagedorn brachte Sarau/Bosau in der 48. Minute wieder mit 3:2 in Führung. Dabei profitierte die SG von einem Fehler der Plöner Hintermannschaft. Hahn wollte seinem Torhüter trotz des folgenschweren Fehlers keinen Vorwurf machen.

„Unser Torwart spielt dann völlig unbedrängt den Ball dem gegnerischen Stürmer in die Füße und der muss nur noch einschieben“, schilderte Hahn die Szene. „Bei allem Ärger darüber kein Vorwurf. Er hat uns in den torreichen Spielen so oft den Hintern gerettet.“ Für Böhme war es dagegen der Moment, in dem sich die Partie erneut zugunsten seiner Mannschaft drehte.

Offener Schlagabtausch in der Schlussphase

Nach dem 3:2 entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Plön musste erneut einem Rückstand hinterherlaufen und setzte zunehmend auf lange Bälle. Die Gäste warfen alles nach vorne, fanden aber nicht mehr die entscheidende Lücke. „Am Ende werfen wir dann noch mal alles nach vorne, aber ohne Fortune im Abschluss“, sagte Hahn.

Auch Böhme sah in der Schlussphase eine Partie, die durchaus noch in beide Richtungen hätte kippen können. „Das Spiel hätte für beide Seiten als Sieger ausgehen können, auch unentschieden“, räumte der SG-Trainer ein. Die ganz großen Möglichkeiten blieben allerdings aus. Sarau/Bosau verteidigte den knappen Vorsprung, während Plön keine zwingende Abschlussaktion mehr zustande brachte.

Böhme: „Wir haben drei Tore gemacht“

So blieb es beim 3:2. Für Sarau/Bosau bedeutete der Erfolg wichtige Punkte im Kampf um die vorderen Tabellenplätze. Böhme wollte sich nach dem Schlusspfiff deshalb nicht lange mit der Frage beschäftigen, ob ein Unentschieden vielleicht gerechter gewesen wäre.

„Ob es am Ende verdient ist oder nicht, oder ob unentschieden verdient wäre, ist dann völlig egal. Wir haben drei Tore gemacht, Plön nur zwei“, sagte der Trainer.

Entsprechend groß war die Erleichterung über den Heimsieg. „Die Punkte nehmen wir gern mit, um oben dran zu bleiben“, blickte Böhme voraus. Nun soll in der kommenden Trainingswoche die Grundlage für den nächsten Erfolg gelegt werden. Am Samstag muss die SG zu Aufsteiger TS Einfeld.

Hahn spricht von unnötiger Niederlage

Auf Plöner Seite überwog dagegen der Frust. Der TSV hatte sich nach einem 0:2-Rückstand zurückgekämpft. Am Ende kostete ein individueller Fehler unmittelbar nach dem 2:2 den Gästen die Chance auf einen Punktgewinn. „Eine unglückliche und unnötige Niederlage“, sagte deshalb Hahn noch einmal in seinem Fazit.

Trotz der Enttäuschung fand der Plöner Coach lobende Worte für seine Mannschaft. Die Reaktion auf das 0:2 und der schnelle Ausgleich nach der Pause zeigten, dass der TSV auch nach Rückschlägen nicht aufsteckte. Lediglich die Belohnung blieb aus.

Stimmen zum Spiel

Torsten Hahn (Trainer TSV Plön)
Tony Böhme (Trainer SG Sarau-Bosau)
  • SG Sarau/Bosau: Fabian Schacht – Marios Chatziou, Maximilian Möhr, Jesse Jansen, Tim Hattermann – Nicolas Johannes Timpe (82. Lars Musaeus), Sascha Woelki, Tom Gutsch, Latif Bilal Temnur (86. Hans Mathis Junge) – Steven Tag (90. +1 Yannik Clasen), Julian Hagedorn (71. Artem Winter)
  • Trainer: Mark Klukas
  • TSV Plön: Oke Nommensen – Jonathan Kohnke, Hauke Wulf, Philipp Buchholz, Philipp Bott (75. Hannes Girod) – Mika Stegmaier, Jakob Reimansteiner, Jens Henningsen, Tom Kohnke – Jakob Tetzlaff, Luis Pallokat (64. Nahne Schmächschke)
  • Trainer: Torsten Hahn
  • Schiedsrichter: Curtis Richter (S.I.G. Elmenhorst)
  • Assistenten: Lukas Oden, Linas Miguel Peter
  • Zuschauer: 150
  • Tore: 1:0 Nicolas Johannes Timpe (15.), 2:0 Steven Tag (25.), 2:1 Mika Stegmaier (32.), 2:2 Jakob Tetzlaff (46.), 3:2 Julian Hagedorn (48.)

Tabelle

Tabelle Verbandsliga Ost
Platz Mannschaft Sp. G U V Tore Diff. Pkt.
1. Probsteier SG 2012 8701 31:131821
2. Kieler MTV 8620 22:71520
3. SVE Comet Kiel (A) 8503 19:15415
4. FC Kilia Kiel II (N) 7421 25:121314
5. SG Sarau/Bosau 8422 16:14214
6. TS Einfeld (N) 7403 20:14612
7. SpVg Eidertal Molfsee II 7331 18:18012
8. SV Bönebüttel-Husberg (N) 7403 13:19-612
9. Wiker SV 6312 13:11210
10. TSV Plön 8224 18:1808
11. TSV Altenholz 7205 12:15-36
12. TSV Flintbek 7205 16:22-66
13. Preetzer TSV 7124 11:16-55
14. Suchsdorfer SV 6123 8:15-75
15. MTV Dänischenhagen 7115 9:25-164
16. SG Dobersdorf/Probsteierhagen (N) 8017 12:29-171

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