SpVg Eidertal Molfsee beim 3:0-Derbysieg bei Rot-Schwarz Kiel hellwach

von Ismail Yesilyurt

Kristof Koop (SpVg Eidertal Molfsee) machte gegen seinen Ex-Verein Rot-Schwarz Kiel ein gutes Spiel. Hier im Zweikampf gegen Justus Kiewald (re.). © 2026 Ismail Yesilyurt


Im Kieler Derby zweier Teams, die vor dem dritten Spieltag in der Landesliga Schleswig noch ohne Punkt dastehen mussten, zeigte sich die SpVg Eidertal Molfsee am Sonntag von ihrer besseren Seite. Vor 120 Zuschauern und hochsommerlichen Bedingungen feierten die Gäste einen hochverdienten 3:0-Auswärtserfolg bei der SSG Rot-Schwarz Kiel, wobei alle Treffer bereits im ersten Durchgang fielen.

Molfsee schlägt im ersten Durchgang eiskalt zu

Die Gäste, die gleich zu Beginn verletzungsbedingt Makar Mynzu ersetzen mussten, legten los wie die Feuerwehr und nutzten die defensiven Unzulänglichkeiten der Hausherren gnadenlos aus. Bereits in der 11. Minute brachte Jascha Puhlmann die Molfseer nach vorne. Nur wenig später erhöhte Joel Prempeh auf 2:0 (18.), ehe der für Mynzu eingewechselte Sören Schnoor, der in der Halbzeit verletzt in der Kabine blieb, kurz vor der Pause in der 43. Minute den 3:0-Pausenstand herstellte.

Ove Saß vermisst Basics seiner Truppe vor der Pause

Rot-Schwarz-Trainer Ove Saß war nach dem Schlusspfiff natürlich über den Auftritt seiner Mannschaft in den ersten 45 Minuten nicht amused und beantwortete die Frage auf seine flammende Rede vor dem Anpfiff mit Humor: „Ja, dann würde ich sagen, muss der Trainer eine Lektion im Heißmachen bekommen, weil das ist dann ja Aussage, also das spricht ja Bände drei 3:0 zur Halbzeit. Das ist ja nicht, dass Molfsee uns an die Wand gespielt hat, sondern ich würde sagen, ja, im Nachrück- und Zweikampfverhalten, Kollektivversagen vom gesamten Mannschaftsverbund.“ Besonders bemängelte der 30-Jährige das Fehlen elementarer Grundtugenden: „Das sind so Basics, wenn die nicht funktionieren, dann frisst du in der Landesliga, frisst du dann schnell Tore.“

Enes Jashari (SpVg Eidertal Molfsee) gegen Chima Iheagwaram (Rot-Schwarz Kiel). © 2026 Ismail Yesilyurt
Enes Jashari (SpVg Eidertal Molfsee) gegen Chima Iheagwaram (Rot-Schwarz Kiel). © 2026 Ismail Yesilyurt

„Großer Stein vom Herzen gefallen „

Eidertal-Coach Heiko Dukats-Jadwizak war nach dem Schlusspfiff hingegen sichtlich erleichtert: „Erleichterung richtig groß. Großer Stein vom Herzen gefallen und auch, wie die das gemacht haben, perfekt.“ Der Neutrainer mit Eidertaler Stallgeruch lobte vor allem die geschlossene Defensivarbeit und den enormen Einsatzwillen seiner Mannschaft: „Und wenn ich mir das angucke, was unsere Abwehr, wie sie sich reingeworfen haben in jeden Schuss, dass nichts aufs Tor kommt, das war schon echt gut.“

Rot-Schwarz steigert sich nach der Pause vergebens

Im zweiten Durchgang bot sich den Zuschauern ein anderes Bild. Die Hausherren, die zur Pause doppelt gewechselt hatten, zeigten ein ganz anderes Gesicht und übernahmen vermehrt die Spielkontrolle und rannten ständig an, während Molfsee den Vorsprung verwaltete.

Bennet Leuschner (Rot-Schwarz Kiel) bei der Aufgabe, Ben Lipfert (SpVg Eidertal Molfsee) zu stoppen. © 2026 Ismail Yesilyurt
Bennet Leuschner (Rot-Schwarz Kiel) bei der Aufgabe, Ben Lipfert (SpVg Eidertal Molfsee) zu stoppen. © 2026 Ismail Yesilyurt

Ove Saß analysierte den Auftritt nach dem Seitenwechsel wie folgt: „Fühlt sich bisschen an wie so, ja, verschenkte Halbzeit, als hätten wir gar nicht teilgenommen und erst in der zweiten Halbzeit angefangen zu spielen. Klar, Molfsee muss mit dem 3:0 im Rücken auch nicht mehr viel machen.“ Trotz ordentlicher Ansätze im zweiten Spielabschnitt sprang für die Platzherren kein eigener Treffer mehr heraus. Eine höhere Niederlage verhinderte Keeper Philipp Ruehter. Und die Abschlussschwäche der Gäste in Hälfte zwei bei zwei Hochkarätern nach schnellem Umschaltspiel.

Auf Seiten der Gäste überwog die Freude über den perfekten Derby-Coup und die ersten Punkte der jungen Spielzeit. Dukats-Jadwizak fasste zusammen: „Aber ich bin total zufrieden. Ich bin total glücklich, weil wir langsam in das Spiel kommen, wie wir uns das vorstellen, was wir möchten mit der Mannschaft und das ist schon echt gut geworden.“

Stimmen zum Spiel

Heiko Dukats-Jadwizak (Trainer SpVg Eidertal Molfsee)
Ove Saß (Trainer Rot-Schwarz Kiel)
  • SSG Rot-Schwarz Kiel: Philipp Ruehter – Tim Kannenberg, Jonathan Elsner (46. Justus Kiewald), Malte Kratzenberg (83. Malte Martin Lüdtke), Leon Lembke (46. Leif Melvin Lekebusch) – Rasmus Backhaus, Tim Jansa. Jonathan Suchocki (58. Bennet Leuschner) – Finn Logemann (81. Ben-Joel Jarik), Marc Zeller, Chima Iheagwaram
  • Trainer: Ove Sass
  • SpVg Eidertal Molfsee: Mika Mohr – Jascha Puhlmann, Tom Braesch, Christian Alberts, Johannes Kristen – Marco Wiegand – Joel Prempeh, Mirko Schöning (64. Leif Celik), Enis Jashari (63. Ben Lipfert), Makar Mynzu (8. Sören Schnoor (46. Hennes Graefe)) – Kristof Koop (82. Alexander Root)
  • Trainer: Heiko Dukats-Jadwizak
  • Schiedsrichter: Johannes Kowalewski (TSV Flintbek)
  • Assistenten: Tom Pasewald, Mats Bennet Stankat
  • Zuschauer: 120
  • Tore: 0:1 Jascha Puhlmann (11.), 0:2 Joel Agyemang Prempeh (18.), 0:3 Sören Richard Schnoor (43.)

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