Tom Warncke (Kilia Kiel) gegen Noah Awuku (re., Tofe). © 2026 Olaf Wegerich
Der SV Todesfelde kann langsam aber sicher den Meistersekt kaltstellen. Im Spitzenspiel der Flens-Oberliga konnte sich der Tabellenführer in einer hart umkämpften Partie vor 428 Zuschauern im Joda-Sportpark mit 1:0 (1:0) gegen den amtierenden Meister FC Kilia Kiel durchsetzen. Das goldene Tor des Tages resultierte aus einer scharfen Hereingabe von Janek Sternberg, die Ove Witt (15.) unglücklich in das eigene Tor verlängerte. Den möglichen Ausgleich für Kilia verpasste Marc Schwabe (65.), als er mit einem Foulelfmeter an Fabian Landvoigt scheiterte. Fünf Spieltage vor Saisonende ist dem Regionalligaabsteiger aus dem Kreis Segeberg der Titelgewinn damit kaum noch zu nehmen. Durch den Erfolg kann der Ligaprimus den Abstand von 10 Punkten auf die U23 von Holstein Kiel weiter verteidigen. Allenfalls der SV Eichede könnte mit zwei Siegen in den Nachholspielen noch einmal auf sieben Zähler herankommen. Der FC Kilia muss nach sechs siegreichen Spielen und einem Remis erstmals wieder eine Niederlage hinnehmen und fällt auf den 4. Platz.
Rave und Jakubowski fehlen mit Gelbsperre
Bei frühlingshaften Temperaturen mussten die Gastgeber auf Abwehrchef Christian Rave und die Kilianer auf Innenverteidiger Yannik Jakubowski verzichten. Beide fehlten wegen Gelbsperre.
Musci mit der ersten Chance
Nach einer kurzen Abtastphase waren es die Gastgeber, die nach einer Hereingabe von Sternberg die Musci im Zentrum nicht richtig verarbeiten konnte und das erste Mal gefährlich vor das Tor kamen.
Sternberg erzwingt Tofe-Führung – Witt verlängert unglücklich
Doch der zweite Angriff der Gastgeber brachte den frühen Erfolg. Eine scharfe Hereingabe erneut von dem spielfreudigen Sternberg flach vor das Tor getreten, verlängerte Ove Witt (15.) mehr als unglücklich für den völlig chancenlosen Tom Pachulski ins eigene Tor. Bitter für den formstarken Kilia-Torhüter, der in den letzten sechs Spielen nur einen Gegentreffer hinnehmen musste, und das nach einem Elfmeter.

Alt trifft die Latte
In einem bereits jetzt von beiden Seiten sehr intensiven und hart geführten Spiel agierten die Gäste vom Kieler Westufer bis dahin noch ziemlich zögerlich. Doch ein Flatterball von Julius Alt (22.) aus gut dreißig Metern, den Tofe-Torhüter Fabian Landvoigt mit viel Mühe noch an die Latte lenken konnte, hätte fast den Ausgleich gebracht.
Musci trifft das Lattenkreuz
Ohne großes taktisches Geplänkel ging es mit Vorteilen für die Gastgeber bis zur Pause weiter. Drei Minuten vor Ende der ersten Hälfte wurde Max Musci (42.) mit einem langen Ball geschickt, scheiterte jedoch aus halbrechter Position am Lattenkreuz.
Kilias Macher mit erster Hälfte unzufrieden
Der amtierende Meister blieb mit seiner zuletzt so gefürchteten Torfabrik bis zur Pause einiges schuldig. „Wir richten uns zu sehr nach dem Gegner und spielen zu vorsichtig“, bemängelte Kilias sportlicher Leiter Harry Witt nach den ersten 45 Minuten. Noch deutlicher wurde der 1. Vorsitzende Volker Roese, der den Auftritt als „Angsthasenfußball“ bezeichnete.

Kilia wie verwandelt
Doch nach dem Seitenwechsel zeigten die Kilianer im Joda-Sportpark ein völlig anderes Gesicht und dominierten auch die ersten fünfzehn Minuten nach der Pause. Die durch die Sperre von Christian Rave umformierte Abwehrformation der Gastgeber wirkte insgesamt aber sehr sattelfest, sodass die Landeshauptstädter nur selten in gute Abschlusssituationen kamen.
Landvoigt hält Foulelfmeter von Schwabe
Doch nach einem langen Ball war der schnelle Marc Schwabe seinem Gegenspieler entwischt und konnte von Torhüter Fabian Landvoigt nur noch mit einem Foulspiel gestoppt werden, als er den Kieler Angreifer mit den Händen umriss. Den völlig unstrittigen Strafstoß trat Marc Schwabe (65.) höchstpersönlich und zielte vom Schützen gesehen flach und scharf in die linke untere Ecke, doch Teufelskerl Landvoigt war zur Stelle und lenkte den Ball neben das Tor.

Kilia blieb auch in der Folge weiterhin deutlich druckvoller, doch Lücken, um zum Abschluss zu kommen, boten sich gegen die leidenschaftlich verteidigenden Gastgeber nur selten. Immer wieder waren es meist hohe Hereingaben, die im Abwehrverbund geklärt werden konnten.
Sternberg scheitert an Pachulski
Gut zwanzig Minuten vor Spielende kam auch die Mannschaft von Trainer Björn Sörensen wieder vermehrt zu Entlastungsangriffen und hatte nach einer Flanke von Musci und anschließender Direktabnahme von Sternberg (70.) die Möglichkeit, den zweiten Treffer nachzulegen. Doch Pachulski konnte zur Ecke klären.
Offener Schlagabtausch
Vor allem in der hektischen Schlussphase ging es heiß her, und beide Mannschaften lieferten sich – was die Intensität der Zweikämpfe und das Tempo in den Aktionen betrifft – einen Schlagabtausch auf höchstem Niveau.
Pachulski kann sich mehrfach auszeichnen
Nun waren es vor allem die Gastgeber, die gegen die alles riskierenden Kilianer, die mit Macht auf den nicht unverdienten Ausgleich drängten, zu guten Chancen kamen. Dabei scheiterte der eingewechselte Marco Drawz (82.) zunächst aus halblinker Position mit einem Flachschuss am aufmerksamen Pachulski, ehe wenig später der ebenfalls eingewechselte Morten Liebert (90+1) einen Konter überhastet über das Tor setzte.
In der Nachspielzeit klärte dann der aufgerückte Kieler Torhüter Pachulski auf Höhe der Mittellinie zunächst spektakulär mit dem Kopf gegen Bektas und danach gegen Sternberg, ehe der Ball bei Drawz landete, der mit seinem Versuch das verwaiste Tor verfehlte.
Stimmen zum Spiel
SV Todesfelde: Landvoigt – Körting, Cloppat, Erfmann, Jetz – Musci, Klüver – Sternberg, Schneider (73. Drawz), Awuku (62. Liebert) – Petrick (90+2 Bektas).
Trainer: Björn Sörensen.
FC Kilia Kiel: Pachulski – Meeseberg (83. Groß), Witt (46. Nwokoma), Foit, Senger – Voß, Warncke – Niebergall (46. Trepca), Klein (70. Müller), Alt (66. Yazgan) – Schwabe.
Trainer: Nicola Soranno.
Schiedsrichter: Bela Bendowski (SV Eintracht 04 Lübeck). Ein gutes Gespann, das viel laufen ließ und damit den Spielfluss nicht unnötig unterband. Man sieht Bela Bendowski pfeift nicht zu Unrecht in der Regionalliga.
Assistenten: Jan-Ole Ehlers und Khaeld El-Rifai.
Besondere Vorkommnisse: Marc Schwabe (65.) vom FC Kilia Kiel scheitert mit Foulelfmeter an Fabian Landvoigt.
Zuschauer: 428 im Joda-Sportpark in Todesfelde.
Tore: 1:0 Ove Witt (15., Eigentor).
25. Spieltag / Tabelle Oberliga SH
| Datum | Heim – Gast | Erg. |
|---|---|---|
| 11.04.26 | MTSV Hohenwestedt – VfR Neumünster | 0:3 |
| 11.04.26 | Heider SV – PSV Union Neumünster | 4:1 |
| 11.04.26 | TSV Nordmark Satrup – Kaltenkirchener TS | 1:1 |
| 11.04.26 | SV Preußen Reinfeld – Eutin 08 | 2:2 |
| 11.04.26 | Oldenburger SV – Holstein Kiel U23 II | 0:2 |
| 12.04.26 | SV Todesfelde – FC Kilia Kiel | 1:0 |
| 12.04.26 | 1. FC Phönix Lübeck II – TuS Rotenhof | 9:1 |
| 12.04.26 | Inter Türkspor Kiel – SV Eichede | 1:5 |
| Pos | Verein | Sp. | Pkt. | Tore |
|---|---|---|---|---|
| 1 | SV Todesfelde (Ab) | 25 | 62 | 67:24 |
| 2 | Holstein Kiel U23 II (Ab) | 25 | 52 | 64:24 |
| 3 | SV Eichede | 23 | 49 | 51:23 |
| 4 | FC Kilia Kiel (Ab) | 25 | 46 | 69:33 |
| 5 | Heider SV | 25 | 41 | 51:50 |
| 6 | VfR Neumünster | 22 | 38 | 48:40 |
| 7 | 1. FC Phönix Lübeck II (Auf) | 23 | 37 | 51:40 |
| 8 | Polizei SV Union Neumünster | 23 | 34 | 51:43 |
| 9 | Kaltenkirchener Turnerschaft (Auf) | 24 | 32 | 39:47 |
| 10 | TSV Nordmark Satrup | 23 | 30 | 31:33 |
| 11 | Oldenburger SV | 24 | 25 | 47:63 |
| 12 | MTSV Hohenwestedt | 24 | 21 | 36:56 |
| 13 | TuS Rotenhof | 24 | 21 | 40:64 |
| 14 | Inter Türkspor Kiel (Auf) | 25 | 20 | 27:66 |
| 15 | Eutin 08 | 23 | 18 | 23:51 |
| 16 | SV Preußen Reinfeld | 24 | 12 | 28:66 |
