Heide will Negativserie gegen den PSV beenden – Fleige fällt aus

von Olaf Wegerich

Hendrik Fleige (13, Heider SV) ist gegen den PSV Neumünster nicht dabei. © 2026 Volker Schlichting


Kann der Heider SV seine lange Negativserie in der Flens-Oberliga mit acht sieglosen Spielen endlich beenden? Am morgigen Samstag um 14:00 Uhr erwarten die Dithmarscher den PSV Neumünster im HSV-Stadion an der Meldorfer Straße. Aktuell trennen beide Vereine lediglich vier Punkte, und die Neumünsteraner haben sogar noch zwei Nachholspiele auszutragen. Die beiden letzten Punktspiele beim PSV konnte der Heider SV (3:1 und 1:0) jeweils gewinnen. In Heide trennte man sich in der Vorsaison 1:1. Auch die Gesamtbilanz ist für die Dithmarscher in 25 Spielen gegen den PSV mit 14 Siegen und acht Niederlagen positiv. Drei Spiele in der höchsten Landesklasse endeten remis.

Sieg im Kreispokal

Nach langen Wochen der sportlichen Tristesse ist bei den Gastgebern mit dem 4:1-Erfolg im Kreispokalfinale gegen die SG Geest die Hoffnung auf eine sportliche Trendwende wieder greifbar. Auch positiv trotz der Heider Negativserie im Ligabetrieb wurden weit über 1000 Zuschauer Augenzeuge der Finalbegegnung.

PSV sehr stabil

Während der PSV in der Rückrundentabelle mit elf Punkten zumindest den 7. Platz belegt, läuft es für die Dithmarscher mit erst sieben Punkten – und das bei zwei mehr absolvierten Spielen – alles andere als zufriedenstellend.

Für den Heider SV geht es in den verbleibenden sechs Saisonspielen auch darum, die Verfolger VfR und PSV Neumünster sowie Aufsteiger Phönix Lübeck II, die allesamt noch Nachholspiele zu bestreiten haben, sportlich auf Distanz zu halten, um die Saison zumindest mit dem 5. Platz abzuschließen.

Nach dem Abschlusstraining am Donnerstag unterhielt sich YOUKICK mit Heides Trainer Markus Wichmann zur aktuellen Situation.

Durch den Sieg im Kreispokal hattet ihr nach einer langen Durststrecke endlich wieder ein Erfolgserlebnis. Wie wichtig war der Erfolg im Hinblick auf die kommenden Spiele in der Flens-Oberliga, und was erwartest du von deiner Mannschaft in den kommenden Wochen?
„Ich hoffe natürlich, dass der Sieg wichtig war. Also er war auch wichtig, A: dass wir uns für den Landespokal im nächsten Jahr qualifiziert haben. Das ist für den Verein, glaube ich, ganz wichtig und war uns allen wichtig. Und dann natürlich B: dass wir so viel wie möglich Selbstvertrauen aus dieser Partie mitnehmen und das ins Spiel gegen den PSV transportieren können.

Kapitän Jonah Gieseler (Heider SV) stemmt den Kreispokal nach dem Sieg gegen die SG Geest in die Höhe. © 2026 Volker Schlichting
Kapitän Jonah Gieseler (Heider SV) stemmt den Kreispokal nach dem Sieg gegen die SG Geest in die Höhe. © 2026 Volker Schlichting

Dann geht es darum, das, was wir gegen Geest positiv gestaltet haben, auch am Samstag gegen den PSV auf den Platz zu bringen. Da waren viele gute Sachen dabei, auch wenn es in Anführungsstrichen „nur“ ein Verbandsligist war, aber ein sehr guter Verbandsligist, der uns allerdings dann doch recht selten gefordert hat.

Das wird am Samstag dann schon wieder eine andere Hausnummer. PSV Neumünster ist, unabhängig davon, ob da zwei, drei Leute fehlen, eine spielstarke Truppe, die gute taktische Anweisungen vom Trainerteam bekommt, mit Tiedemann und Barendt zwei Ausnahmespieler in ihren Reihen hat, die gut in Eins-gegen-eins-Situationen sind. Jesper Tiedemann zum Beispiel. Barendt darf man im Strafraum oder auch außerhalb des Strafraums keine Sekunde aus den Augen verlieren. Er ist immer für eine Bude gut, und da gilt es dann aufzupassen.

Nichtsdestotrotz wollen wir versuchen, auf schlechten Bodenverhältnissen, die auch am Samstag wieder herrschen werden, unser Spiel durchzudrücken, sodass der PSV sich nach uns richten muss.

Wie gestaltet sich derzeit die Personallage?
„Hendrik Fleige hat sich beim Abschlusstraining einen Cut am Auge zugezogen und musste in der Notaufnahme behandelt werden. Er wird definitiv ausfallen. Fabian Arndt fehlt wegen der fünften Gelben Karte. Ebenfalls ausfallen wird weiterhin Vasil Tanchak.

„Wir werden an das Limit kommen müssen“

Der PSV Neumünster hat sich nach dem guten Start – jeweils 3. Platz nach dem 8. und 9. Spieltag – und einem Absturz im Herbst inzwischen stabilisiert und mischt in der Verfolgergruppe der Flens-Oberliga weiter munter mit. Dabei ist es dem Trainerduo Nils Voss und Dennis Buthmann gelungen, sowohl einen personellen Umbruch als auch den Ausfall mehrerer Führungsspieler über Wochen zu kompensieren.

Jesper Tiedemann, hier gegen Niklas Neitzke (li.) und Torben Hendrischke (Hohenwestedt), ist der Matchwinner für den PSV Neumünster in Eutin. © 2024 Olaf Wegerich
Jesper Tiedemann (PSV Neumünster), hier gegen Niklas Neitzke (li.) und Torben Hendrischke (Hohenwestedt), kennt sich als Ex-Heider gut aus in Dithmarschen. © 2024 Olaf Wegerich

Von den sechs Begegnungen nach der Winterpause ging nur die Partie gegen den wiedererstarkten Meister FC Kilia Kiel trotz ansprechender Leistung mit 0:2 verloren. Der 3:1-Erfolg vom letzten Wochenende beim Todesfelde-Bezwinger Oldenburger SV hingegen wurde teuer erkauft. Tim Möller – wegen Ballwegschlagens – sah die Ampelkarte, und Ben Luca Nohns – warf beim Torjubel als Auswechselspieler angeblich eine Flasche auf das Spielfeld – sah dafür sogar glatt Rot.

Bis dahin war der PSV in der Fairplay-Tabelle auf dem ersten Platz. Ebenso wird auch Edeltechniker Til Küffner in Heide wegen Gelbsperre fehlen. Ausfallen werden weiterhin die aus Heider Zeiten noch bestens bekannten Brüder Tim und Marvin Ehlert sowie Fyn Claasen.

Dennoch bleibt PSV-Trainer Dennis Buthmann trotz der vielen Ausfälle weiterhin positiv gestimmt. „Die personelle Lage ist, wie sie ist. Jetzt da rumzujammern, hilft nicht. Wir fahren natürlich nach Heide, um das Maximum rauszuholen. Wir haben in diesem Jahr schon öfter gezeigt, dass wir trotz knappen Kaders eine richtig gute Leistung bringen können. Das werden wir auch gegen Heide versuchen.“

Trotz der langen Durststrecke ist Buthmann weit davon entfernt, den Heider SV zu unterschätzen, und warnt eindringlich: „Heide ist besonders in Heimspielen eine große Herausforderung. Sie bekommen eine enorme Bereitschaft und Intensität auf den Platz und haben dazu einige Unterschiedsspieler in ihren Reihen, die aus ganz wenig ganz viel machen können. Außerdem habe ich den Eindruck, dass sie taktisch und fußballerisch etwas variabler geworden sind. Wir werden an das Limit kommen müssen, wenn wir etwas Zählbares mitnehmen wollen.“

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