Das 1:1 durch Silas Meyer (li., SV Eichede), gegen Til Martin Weidemann (Tofe), ist eine Folge des Steins des Anstoßes. © 2024 Olaf Wegerich
Der Oberliga-Aufsteiger Kaltenkirchener TS hat nach dem 1:2 gegen den SV Eichede im Achtelfinale des SHFV-LOTTO-Pokals im Duell der beiden Flens-Oberligisten am Samstag einen Protest beim SHFV eingelegt.
Diskussion um Schiedsrichter-Entscheidung nach Zeit-/Torwartregel
Auslöser der Beschwerde ist die 52. Minute beim Stande von 1:0 für die KTS, das Enrik Nrecaj mit einem Traumtor aus der eigenen Hälfte über den Eicheder Keeper erzielt hatte – gegen das Topteam der höchsten Landesklasse. Kaltenkirchens Torwart Rene Heide legt sich den Ball für einen Abstoß zurecht. Inzwischen zählt Schiedsrichterin Mirka Derlin mit ihrem hochgestreckten linken Arm fünf Sekunden an den Fingern ab. Eine Zusammenfassung der Tore und dieser Szene (ca. 3:13 Minute) gibt es im KTS-Kanal auf Youtube.
Zur Erinnerung: Seit dieser Saison gibt es die Zeitregel bzw. Torwartregel. Danach darf ein Torwart den Ball höchstens acht Sekunden in den Händen halten. Die letzten fünf Sekunden werden dabei von den Spielleitern als Countdown mit der Hand angezeigt.
Die Frist verstreicht. „Der Keeper sieht sich nicht bemüssigt, das jetzt schneller ausführen zu müssen. Dann pfeift sie und nimmt uns den Abstoß weg und gibt einen Eckball“, erklärte Kaltenkirchens Fußball-Abteilungsleiter Lutz Blödorn. Und wie es der Teufel will: „Direkt aus der Eckballfolge entsteht das 1:1“, so Blödorn weiter. Der Schuss von der Strafraumgrenze von Silas Meyer wird noch von einem Kaltenkirchener per Kopf abgefälscht und senkt sich über Heide – ähnlich wie in einer sehr bekannten Szene mit Tomislav Piplica 2002 – zum 1:1 ins Tornetz.
War die Entscheidung regelkonform?
Nach dem Spiel bleibt nun die Frage offen, ob die Entscheidung der Schiedsrichterin regelkonform war. Schließlich gab es einen Torabstoß. Bei Zeitverzögerung durch den Torwart in so einer Situation ist eigentlich nur eine Ermahnung bzw. Gelbe Karte möglich. Mit dem schwebenden Fall befasst sich aktuell der SHFV. Eine kurzfristige Entscheidung wird erwartet, denn schon am kommenden Wochenende steht das Viertelfinale an. Der SV Eichede würde zuhause auf den Sieger der Partie zwischen Frisia Risum-Lindholm und Heider SV treffen. Diese Partie wird am kommenden Mittwoch ausgetragen.
Mögliche Neuansetzung würde Terminplan durcheinanderwirbeln
Sollte der Protest der Kaltenkirchener TS erfolgreich sein, wirbelt das den Terminplan im Landespokal wohl etwas durcheinander. Denn als Entscheidung des SHFV-Gerichtes käme als naheliegendste Lösung eigentlich nur eine Neuansetzung der Paarung Kaltenkirchener TS gegen den SV Eichede in Frage. Das Viertelfinale mit Beteiligung eines dieser Teams am kommenden Samstag oder Sonntag müsste dann verschoben werden.