Pech für Erdogan Cumur (li., TSV Kronshagen), der nur den Pfosten traf. © 2025 Ismail Yesilyurt
Die SpVg Eidertal Molfsee bleibt das Team der Stunde in der Landesliga Schleswig. Im Derby beim TSV Kronshagen setzte sich die Mannschaft mit 2:0 durch und feierte damit den vierten Sieg im vierten Spiel nach der Winterpause. Während Eidertal weiter Richtung Aufstiegsplätze schielt, muss Kronshagen im Abstiegskampf einen Rückschlag hinnehmen.
Eidertal von Beginn an spielbestimmend
Die Gäste übernahmen früh die Kontrolle und präsentierten sich reifer, strukturierter und zielstrebiger im Spiel nach vorne. Kronshagen hingegen tat sich schwer, klare Offensivaktionen zu kreieren und blieb über weite Strecken der ersten Halbzeit ungefährlich.

Die verdiente Führung fiel nach einer Standardsituation: Louis Schütt traf in der 18. Minute nach einem Eckball zum 0:1. Kronshagen kam erst kurz vor der Pause zu einer ersten nennenswerten Chance, ließ diese jedoch ungenutzt.
Kronshagen kommt zurück – verpasst aber den Ausgleich
Nach dem Seitenwechsel bot sich Eidertal zunächst die große Chance, früh für die Entscheidung zu sorgen, doch eine Rettungsaktion auf der Linie verhinderte das 0:2. In der Folge übernahm Kronshagen mehr Initiative und hatte seine beste Phase im Spiel.
Dabei kam die Heimelf gleich mehrfach gefährlich vors Tor: Zunächst scheiterte Roman Reikat im Eins-gegen-eins am stark reagierenden Schlussmann, wenig später setzte Erdogan Cumur den Ball mit einem platzierten Abschluss an den Pfosten. In dieser Phase lag der Ausgleich in der Luft, doch Kronshagen belohnte sich nicht.
„Wenn wir das 1:1 machen, wird es ein anderes Spiel“, erklärte Trainer Coskun Yamak nach der Partie und verwies damit auf die entscheidenden Minuten nach der Pause.
Hasanbegovic-Elf bleibt eiskalt – Ex-Kronshagener trifft zur Entscheidung
Während Kronshagen seine Chancen liegen ließ, zeigte sich Eidertal abgeklärt. In der 67. Minute sorgte ausgerechnet ein ehemaliger Kronshagener für die Vorentscheidung: Christian Alberts traf zum 0:2 gegen seinen Ex-Klub.

In der Schlussphase kontrollierten die Gäste das Spielgeschehen und ließen defensiv kaum noch etwas zu. Yamak zeigte sich trotz der Niederlage realistisch: „Im Endeffekt ist es verdient für den Gegner.“ Besonders ärgerlich seien jedoch die Gegentore gewesen: „Da sind wir bei Standards nicht wach genug.“
Hasanbegovic lobt Mentalität trotz Unruhe
Auf der anderen Seite zeigte sich Eidertals Trainer Nedim Hasanbegovic zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. „Wir lassen den Ball besser laufen, sind geduldiger – und die Mentalität ist der Unterschied“, betonte er und hob damit die Entwicklung im Vergleich zur Hinrunde hervor.
Trotz personeller Veränderungen und Unruhe im Umfeld bleibt der Trainer fokussiert: „Für mich ist das eine Herzensangelegenheit. Ich werde bis zur letzten Minute Vollgas geben.“ Ein Einsatz, den auch seine Mannschaft widerspiegelt, die aktuell geschlossen und stabil auftritt.
Fazit: Formstarkes Eidertal, lernendes Kronshagen
Eidertal Molfsee bestätigt seine starke Form und bleibt ein ernstzunehmender Kandidat im oberen Tabellenbereich. Die Mischung aus Effizienz, Stabilität und Teamgeist macht die Mannschaft aktuell schwer zu schlagen.
Kronshagen hingegen zeigt klare Fortschritte, muss sich jedoch vorwerfen lassen, gute Phasen nicht konsequent genug zu nutzen. Wenn es gelingt, solche Chancen künftig besser zu verwerten, ist im Abstiegskampf weiterhin alles offen.
Stimmen zum Spiel
TSV Kronshagen: Bock – Sylla (86.), Hencke, Schmitz, Wethgrube (71. Morawe) – Sand (79. Jasari), Jess – Boz. Möller, Hamze (46. Reikat) – Cumur.
Trainer: Coskun Yamak.
SpVg Eidertal Molfsee: Mohr – Ramo, Fölster, Alberts, Braesch – Wiegand, Cetintürk (46. Laugwitz) – Prempeh (56. Smit), Schütt, Mortensen (76. Canquiz) – Wüllner.
Trainer: Nedim Hasanbegovic.
SR: Malte Gerhardt (Kieler MTV).
Ass.: Anton Kausch, Peer Mundt.
Z.: 80.
Tore: 0:1 Louis Schütt (18.), 0:2 Christian Alberts (67.).
