3:3 – Dreierpack von Ilir Serifi für VfR Neumünster bei Phönix Lübeck II

von Helwig Pfalzgraf

Mit nun 11 Toren steht Ilir Serifi (VfR Neumünster) zusammen mit Kastriot Alija in der internen Liste ganz oben. © 2025 Yannick Hellwig

Auf dem Kunstrasenplatz des LBV Phönix, des ältesten Fußballvereins Lübecks am alten Flugplatz an der Travemünder Allee, gastierte Rasensport Neumünster beim von Kevin Wölk trainierten Regionalliga-Unterbau.

Personal und Aufstellungen

Die Phönix-Reserve von Kevin Wölk begann mit drei Akteuren, die am Vortag bei der Liga (0:4 gegen Meppen) im Kader standen, aber nicht zum Einsatz kamen.

Bei den Gästen waren bis auf den Langzeitverletzten Sven Freitag, der kürzlich seinen Vertrag verlängerte, sowie den in der letzten Woche mit einer Ampelkarte bedachten Sturmtank Ola Adesanya alle Mann an Bord. Somit hatte Trainer Cornelius trotz Adesanyas Fehlen mehrere Alternativen. Nach der Winterpause hatte die Cornelius-Elf zweimal in identischer Formation begonnen und überzeugt. Für Adesanya begann heute Manuel Carvalho. Außerdem ersetzte Visar Mehmeti den zuletzt starken ehemaligen Drittligaakteur Kevin Schulz, dessen Knie auf Kunstrasen nur dosiert belastbar ist.

Dominante Anfangsphase von Phönix

Nach wenigen Minuten übernahm der starke Phönix die Spielkontrolle und hatte die ersten Torannäherungen. Doch die erste Großchance hatte Rasensport per Konter durch Kastriot Alija, den die Lübecker Dreierkette über 90 Minuten nie wirklich in den Griff bekam. Alija war schon an Keeper Galytsky vorbei, der Winkel wurde aber zu spitz (9.).

Kastriot Alija (VfR Neumünster) macht das 4:0 perfekt. © 2025 Olaf Wegerich
Kaum zu fassen: Kastriot Alija (VfR Neumünster). © 2025 Olaf Wegerich

In der Folge schnürte die Heimelf den Gast regelrecht ein. Gutes Anlaufen und energisches Pressing führten zu frühen Ballverlusten des VfR. Der Spielaufbau wurde dadurch erschwert, dass niemand anspielbar war. Bei langen Bällen fehlte Adesanya als Ballfestmacher. Ein Ballgewinn weit in der gegnerischen Hälfte führte nach schneller Seitenverlagerung zur Führung (19.) der Heimelf durch Kapitän Muzaffer Degirmenci. Eine der zahlreichen Ecken in dieser Phase faustete Rasensport-Keeper Christopher Newe in den Rücken seines Mitspielers Radovan Karaman, Aristeidis Andrikopoulos konnte ins leere Tor einschieben – 2:0 nach einer halben Stunde.

Rasensport meldet sich zurück

Direkt nach dem Anstoß folgte das Lebenszeichen des VfR: Rückpass auf Christoph Kahlcke, Querpass zu Karaman, der nimmt Visar Mehmeti mit, Steckpass auf Ilir Serifi, der frei ist und postwendend zum 2:1 verkürzt (31.). Nur eine Minute später ist erneut Alija am Keeper vorbei, Moritz Achternberg kann den Ball gerade noch von der Linie kratzen (32.).

Doch danach drückte wieder Phönix. Newe hielt den VfR mit einer starken Grätsche (40.) sowie Glanzparaden gegen Maximilian Ofusu (43., 45.) im Spiel. Der Pausenpfiff kam zur rechten Zeit. Phönix demonstrierte eindrucksvoll seine spielerische Stärke, zeigte aber auch defensive Anfälligkeiten.

Taktische Wende nach der Pause

Nach der Pause wirkte der VfR wie ausgewechselt. Danny Cornelius hatte taktisch nachjustiert. Hinten wurde nun meist mit Dreierkette und deutlich höher agiert. Jan Lippegaus und später auch Kenny Korup spielten offensiver. Nach einer Eckenvariante verpasste Rafael Krause aus 16 Metern den Ausgleich nur knapp (49.). Nick Neca musste nach einem Kopftreffer ausgewechselt werden (64.), außerdem kam Kevin Schulz ins Spiel und übernahm sofort Verantwortung. Wenig später kam mit Christopher Kramer der nächste Routinier (71.), der fortan anspielbar war und Struktur brachte. Dadurch konnte Rasensport mehr Druck aufbauen.

Brian Nielsen (Satrup) gegen Christopher Kramer (VfR). © 2025 Olaf Wegerich
Christopher Kramer (am Ball, VfR Neumünster) zeigte sofort Präsenz nach seiner Einwechselung. © 2025 Olaf Wegerich

Späte Dramatik und Ausgleich

Es war kein Offensivfeuerwerk, aber der VfR dominierte nun das Spiel. Phönix kam nur noch sporadisch zu Kontern und war längst nicht mehr so gefährlich wie in der ersten Hälfte. Umso überraschender fiel das 3:1 (76.) für die Hausherren. Der eingewechselte Malek El Shaikh ließ sich vom für Neca gekommenen Tom Schilling nicht stoppen und überwand aus spitzem Winkel Newe. Das Spiel schien entschieden.

Doch der VfR gab sich nicht auf. Nach dem siebten Eckball durch Krause klärte Phönix zunächst. Doch der absichernde Kahlcke chipte den Ball auf Kramer, der per Kopf auf Alija verlängerte. Dieser war nur durch ein Foul zu stoppen – Strafstoß. Schiedsrichter Luca Paul Seils zeigte sofort auf den Punkt. Serifi verwandelte sicher (82.).

Dann hatte Alija erneut die große Chance nach einem Angriff über links, scheiterte jedoch am stark reagierenden Galytsky. Während die mitgereisten VfR-Fans noch reagierten, blieb die Mannschaft wach: Lippegaus schnappte sich den Abpraller, spielte auf Serifi, der direkt abzog – 3:3 (88.) und Dreierpack für Serifi.

Gerechtes Remis zum Schluss

In der fünfminütigen Nachspielzeit versuchten beide Teams noch einmal alles, um den Sieg zu erzwingen. Es blieb jedoch beim insgesamt gerechten Remis vor 110 Zuschauern, davon gut 70 aus Neumünster.

Stimme zum Spiel

Danny Cornelius (Trainer VfR Neumünster)

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