Der SVE Comet Kiel feiert den Gewinn des 2. Nazareth Personal Cup, nachdem Keeper Lukas Losch den Strafstoß pariert hat. © 2025 Ismail Yesilyurt
Der 2. Nazareth Personal Cup endet mit einer kleinen Überraschung. Der Siegerscheck in Höhe von 750 Euro wird am Ende des Turniers von Kay Tappendorf (Geschäftsführer Nazareth Personal Kiel) an den SVE Comet Kiel überreicht. Der große Favorit Kilia Kiel als höchstklassigstes Team landet auf dem dritten Platz. Die ebenfalls hoch gehandelte SpVg Eidertal Molfsee, die als Spitzenteam der Landesliga Schleswig die Restsaison 2026 auf Platz fünf starten wird, muss bereits in der Gruppenphase die Segel streichen.
Entgegen nehmen darf der SVE Comet Kiel die Prämie für den Turniersieg. In einem packenden Finale mit einer Overtime von fünf Minuten gewinnt der SVE nach einem 2:2 im Neun-Meter-Schießen gegen den TSV Melsdorf. Die Melsdorfer sorgen mit dem Einzug ins Endspiel für die große Sensation. Die Mannschaft von Kevin Lentföhr und Kamil Golebiowski, die das Jahr 2025 auf Platz 11 der Kieler Kreisklasse A beendete, schaffte dies mit einer besonderen Leistung und einem großartigen Erfolg im Halbfinale. Mit einem 3:2 schockte der TSV die Kilianer und schickte diese ins kleine Finale – und sich selbst ins große.
Der 2. Nazareth Personal Cup entwickelte sich in der Endrunde am Montag mit zwei Fünferstaffeln, wie schon aus den Vorrunden am Samstag und Sonntag abgeleitet, zu einem höchst unterhaltsamen und abwechslungsreichen Event. Insgesamt etwa 900 Zuschauer, verteilt über Raum und Zeit an den drei Tagen in der Heikendorfer Gemeindesporthalle, verfolgten das Traditionsturnier bei seiner 37. Auflage, das mit einigen Überraschungen und hochklassigem Fußball aufwartete – schon gleich im Eröffnungsspiel.
STAFFEL 1
Das macht Lust auf mehr: Das erste Spiel des Turniers zwischen zwei starken Teams ihrer Ligen. Der Landesligist SpVg Eidertal Molfsee legt durch Luca Aouci vor, doch der starke Yasin Akbulut und Azem Mehanovic kontern zum 2:1 für den Verbandsliga-Dritten. Zum Ende hin wird es hektisch. Aouci und Justus Schröder bekommen eine Zeitstrafe. Als beide Seiten wieder komplett sind, muss die Probsteier SG (zwei Minuten für Din Mehanovic) die letzten 30 Sekunden das eben gefallene 2:2 verteidigen.
In dieser Gruppe wird schnell klar – und das war auch erwartet worden: Kilia, Eidertal und die Probsteier SG spielen um die zwei Halbfinalplätze. Einer muss in den sauren Apfel beißen. Den schwarzen Peter bekommt zunächst Kilia Kiel nach dem Spiel gegen die Probsteier SG zugeschoben. Im besten Spiel des Turniers – hochklassig, rassig, packend und extrem intensiv – agieren beide Seiten mit Wahnsinnstempo. Ein Spiel der Superlative, das mehr als nur ein Golden Goal verdient hätte: Jorve Steffen (8.) setzt mit einem satten Schuss Kilia für die letzte Partie gegen Eidertal unter Druck.

Das von Michel Witt gecoachte Team zeigt sich jedoch resilient. Kilia gibt den schwarzen Peter im letzten Gruppenspiel beider Teams an Eidertal ab und zieht nach dem 3:0 ins Halbfinale ein. Nach einem Doppelpass mit Luca Senger stolpert Philipp Spohn den Ball zum 1:0 ins Tornetz. Beim Stand von 0:2 zwei Minuten vor dem Ende verschießt Luca Aouci einen Neunmeter. Eidertal steht damit kurz vor dem Aus. Zwar ist die SpVg noch Tabellenzweiter, punkt- und torgleich, mit mehr erzielten Toren, doch die Probsteier SG hat noch ein Spiel gegen den VfR Laboe.

Ach du Schreck, jetzt wird es richtig interessant. Wartet eine Tragikomödie? Nach dem 0:3 gegen Kilia Kiel hat Eidertal den Einzug unter die letzten Vier eigentlich abgeschrieben. Ein Teil der Spieler ist bereits auf dem Weg nach Hause. Als die übrigen Akteure in den Katakomben der Sporthalle den Zwischenstand der Partie VfR Laboe gegen die Probsteier SG mitbekommen, herrscht großes Erstaunen. Der VfR Laboe führt in der siebten von zwölf Minuten Spielzeit plötzlich mit 1:0 – und damit wäre Eidertal aufgrund des besseren Torverhältnisses Halbfinalist. Muss die SpVg noch einmal auf die Platte? Und das eventuell mit drei, vier oder fünf Spielern?
„Wartet mal ab“, sagt Louis Schütt mit all der Ruhe seiner 31 Jahre zu seinen Mitspielern. Recht soll er behalten: Der Probsteier SG gelingt das 1:1. Puuuuhhh! Das wäre eine Anekdote wert gewesen.
Alle Spiele mit Toren
SpVg Eidertal Molfsee – Probsteier SG 2:2
Tore: 1:0 Luca Aouci (3.), 1:1 Yasin Akbulut (6.), 1:2 Azem Mehanovic (8.), 2:2 Tom Wüllner (12.).
Kilia Kiel – TuS Gaarden 5:0
Tore: 1:0 Marvin Müller (7.), 2:0 Paul Meseberg (8.), 3:0 Marvin Müller (10.), 4:0 Luca Senger (11.), 5:0 Ali Kalma (12.).
VfR Laboe – SpVg Eidertal Molfsee 1:3
Tore: 0:1 Marvin Blümke (2.), 1:1 Tobias Straube (5.), 2:1 Luca Aouci (9.), 3:1 Seymen Ködörgü (11.).
Probsteier SG – TuS Gaarden 4:2
Tore: 1:0 Din Mehanovic (3.), 1:1 Ibrahim Gyaase (4.), 2:1 Din Mehanovic (6.), 3:1 Din Mehanovic (9.), 4:1 Azem Mehanovic (10.), 4:2 Ibrahim Gyaase (12.).
Kilia Kiel – VfR Laboe 6:1
Tore: 1:0 Paul Meseberg (4.), 2:0 Luca Senger (4.), 2:1 Tobias Straube (5.), 3:1 Talha Özdemir (7.), 4:1 Marvin Müller (8.), 5:1 Paul Meseberg (9.), 6:1 Joshua Nwokoma (10.).
TuS Gaarden – SpVg Eidertal Molfsee 2:6
Tore: 0:1 Tobias Fölster (1.), 0:2 Luca Aouci (3.), 0:3 Tom Wüllner (5.), 1:3 Rayan Ramzi Baqi (6.), 1:4 Marvin Blümke (7.), 2:4 Natq Mohammad (8.), 2:5 Tom Wüllner (9.), 2:6 Johannes Kristen (12.).
Probsteier SG – Kilia Kiel 1:0
Tor: 1:0 Jorve Steffen (8.).
TuS Gaarden – VfR Laboe 0:2
Tore: 0:1 Robin Lass (9.), 0:2 Sebastian Schimanski (11.)
SpVg Eidertal Molfsee – Kilia Kiel 0:3
Tore: 0:1 Philipp Spohn (6.), 0:2 Ali Kalma (9.), 0:3 Paul Meseberg (12.).
VfR Laboe – Probsteier SG 1:1
Tore: 1:0 Dennis Hegewald (7.), 1:1 Din Mehanovic (8.).
STAFFEL 2
In dieser Staffel ist es etwas leichter, das Halbfinale zu erreichen. Die favorisierten Teams SVE Comet Kiel und Heikendorfer SV halten nach der Hälfte der Spiele Kurs auf die K.-o.-Spiele. Comet mit vier Punkten und der Heikendorfer SV mit komfortablen sechs Punkten aus zwei Spielen. Dem Gastgeber fehlt somit aus den letzten Partien nur wenig für das Semifinale. Ein Punkt gegen den TSV Melsdorf würde ausreichen. Doch den ersten Matchball vergibt die Mannschaft von Mark Hungerecker gegen den A-Klassisten, der verdient mit 2:0 gewinnt.
Der SVE gewinnt sein drittes Spiel gegen den Raisdorfer TSV mit 2:0 und steht damit mit mehr als einem Bein in der nächsten Runde. Der TSV Melsdorf hat nach dem Sieg gegen Heikendorf alle Trümpfe in der eigenen Hand. Die Mannschaft, in der unter anderem der ehemalige Regionalliga-Spieler Shpend Meshekrani seine Hallenqualitäten zeigt und auch die Mitspieler ordentlich performen, kann in ihrer Abschlusspartie mit einem Sieg gegen den Raisdorfer TSV bereits das Halbfinale realisieren. Doch das 0:0 gegen den Raisdorfer SV öffnet dem Highlight-Spiel zwischen dem Heikendorfer SV und dem SVE Comet Kiel alle Möglichkeiten und dem Gastgeber der Veranstaltung eine weitere Tür.
Während Comet mit sieben Punkten in allen möglichen drei Fällen (Sieg, Unentschieden, Niederlage) bereits das Final Four erreicht hat, reicht dem Tabellenzweiten HSV nun auch ein Punkt (ein Sieg muss es nicht sein), um die Cometen zu begleiten. Doch zur „Schande von Gijón“ beziehungsweise Heikendorf kommt es nicht. Für die Jüngeren: 1982 in Spanien, in Gijón, gelang Deutschland bei der WM ein frühes 1:0 gegen Österreich – ein Ergebnis, das beiden Mannschaften für den Einzug in die nächste Runde reichte. Nach der Führung gab es einen Nichtangriffspakt zwischen beiden Teams, der Ball wurde ohne erkennbare Absicht, vor das gegnerische Gehäuse zu kommen, hin und her geschoben.
Das passiert in der Heikendorfer Sporthalle nicht. Der SVE Comet gibt, wie im gesamten Turnier, Vollgas und schubst die Heikendorfer aus dem Rennen. Dem 0:1 durch Mohamad Abdulla rennt die Hungerecker-Truppe vergeblich hinterher. Somit vergibt der Verbandsligist auch den zweiten Matchball. Lachender Dritter ist infolgedessen der TSV Melsdorf.

„Als Ausrichter dürfen wir doch wieder hochzufrieden sein, was wir vom Heikendorfer SV dort auf die Beine gestellt haben. Haben wir uns wieder weiterentwickelt, neue Ideen eingebracht.Diesmal mit einer Musik- und einer Lichtershow und einem Tanz-Act in der Endrunde.Ich glaub schon, dass das sehr gut ankam.Wir versuchen, dieses Turnier weiterhin aufrechtzuerhalten und uns dort auch immer zu verbessern“, fehlte Mark Hungerecker und seinem Heikendorfer SV zum vollkommenen Glück zumindest ein Halbfinaleinzug. „Ich glaub, das kam gut an bei den Verantwortlichen, bei den Spielern, auch bei den Zuschauern. Knapp 900 Zuschauer über drei Tage ist dann, glaube ich, ein eindeutiges Zeichen, dass das Turnier weiterhin gut angenommen wird“, führte Hungerecker fort, der mit dem SVE Comet einen verdienten Sieger gesehen hatte.
Nach zwei Auftaktsiegen war man im HSV-Lager natürlich ein bisschen enttäuscht: „Da wollten wir als Gastgeber natürlich minimal ins Halbfinale schon kommen und sind rein sportlich gesehen etwas enttäuscht. Aber im Großen und Ganzen als Heikendorfer SV haben wir eine sehr starke Performance abgeliefert und ein ganz tolles Turnier erleben dürfen mit den Zuschauern und den und den Mannschaften.“
Heikendorfer SV – SV Kirchbarkau 2:1
Tore: 1:0 Mike-Leon Obels (1.), 2:0 Junus Telli (8.), 2:1 Marc Witt (10.).
SVE Comet Kiel – TSV Melsdorf 1:1
Tore: 1:0 Alban Jashari (5.), 1:1 Shpend Meshekrani (10.).
Raisdorfer TSV – Heikendorfer SV 1:4
Tore: 1:0 Kevin Pank (1.), 1:1 Junus Telli (8.), 1:2 Lukas Deutschbein (10.), 1:3 Junus Telli (11.), 1:4 Mike-Leon Obels (12.).
SV Kirchbarkau – TSV Melsdorf 0:0
SVE Comet Kiel – Raisdorfer TSV 2:0
Tore: 1:0 Alban Jashari (5.), 2:0 Jan-Wilhelm Schwaberau (8.).
TSV Melsdorf – Heikendorfer SV 2:0
Tore: 1:0 Nico Haberl (9.), 2:0 Nico Granda (12.).
SV Kirchbarkau – SVE Comet Kiel 2:4
Tore: 1:0 Mohamad Abdula (2.), 1:1 Till Korte (4.), 2:1 Sascha Böttcher (6.), 2:2 Alban Jashari (8.), 2:3 Marvin Petersen (9.), 2:4 Maurice Knutzen (11.)
TSV Melsdorf – Raisdorfer TSV 0:0
Heikendorfer SV – SVE Comet Kiel 0:3
Tore: 0:1 Mohamad Abdulla (4.), 0:2 Alban Jashari (9.), 0:3 Alban Jashari (12.)
Raisdorfer TSV – SV Kirchbarkau 2:0
Tore: 1:0 Mirko Feierabend (6.), 2:0 Kevin Pank (12.).
Halbfinale
Kilia Kiel – TSV Melsdorf 2:3
Der TSV Melsdorf spielt frech und unbekümmert gegen den Oberligisten auf. Unermüdlicher Einsatz mit Herz und Teamwork mit einer Prise Glück ermöglichen die wohl größte Sensation seit Bestehen der Veranstaltung.
„Was für ein packendes Halbfinale“, hörte man Heikendorfs Urgestein Ingo Dierks über die Lautsprecher sagen. Der kompetente HSV-Hallensprecher hörte in diesem Gänsehaut-Duell zwischen einem krassen Underdog aus der Kieler Kreisklasse A und dem amtierenden Oberliga-Landesmeister Kilia Kiel genau wie die Zuschauer die Spannung knistern.
Dem erzwungenen Eigentor von Paul Meseberg lassen die Melsdorfer schnell das 2:0 folgen. Nach einem Pass vom überragenden Nico Granda erhöht Marc-Joel Godelück. Kilia hat wohl den Gegner unterschätzt und geht nicht ganz seriös an die Sache ran. Nach dem 0:2 macht es jedoch Klick und der Schalter wird bei Justus Kaack und seinen Vorderleuten auf Höchstleistung gelegt. Joshua Nwokoma mit seinem insgesamt 10. Turniertor und Ali Kalma gleichen aus.

Der Favorit setzt sich nun durch! Denkt man! Falsch: Nach einem Pass von Artur Waloszczyk bringt Nico Haberl den TSV wieder in Führung, die man aufopferungsvoll verteidigt. „Haben versucht, das mit siebzig, achtzig Prozent runter zu spielen. Ja, die Quittung gab es. Wir sind verdient ausgeschieden“, gab Kilias Trainer Michel Witt ehrlich zu.
Tore: 0:1 Paul Meseberg (4., ET), 0:2 Marc-Joel Godelück (5.),1:2 Joshua Nwokoma (8.), 2:2 Ali Kalma (9.), 2:3 Nico Haberl (10.).
SVE Comet Kiel – Probsteier SG 3:1
Im zweiten Halbfinale findet die Probsteier SG ihren schon gegen den VfR Laboe verlorenen Erfolgsrhythmus nicht mehr wieder. Der SVE Comet Kiel dagegen tanzt mit Highspeed bei allen Aktionen seinen Rock’n‘-Roll-Fußball weiter. „Tatsächlich hätte ich nicht gedacht, dass wir das Ding holen, aber die Teamchemie hat von vornherein schon gestimmt, also schon von Samstag aus“, erklärte Alban Jashari, der fleißg auf Torejagd war für den SVE.
Erneut Mohamad Abdulla mit einem Führungstreffer und ein Doppelschlag von Jashari, der eine Menge Spielfreude in die Halle mitgebracht hat, stellen die Weichen aufs Endspiel. Der fünfte Treffer von Din Mehanovic am Endrunden-Tag hilft der Probsteier SG nicht weiter: Comet fährt im gesamten Turnier eine richtig gute Linie und bringt den Sieg sicher über die Ziellinie.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Turnierverlauf. Bis zum Halbfinale waren wir ungeschlagen, konnten sogar Kilia Kiel in der Endrunde besiegen. Im Halbfinale gegen Comet fehlte die Frische und Konzentration. Am Ende verlieren wir mit 1:3. Im anschließenden Neunmeter-Schießen besiegen wir aber Kilia Kiel und belohnen uns für zwei tolle, aber auch anstrengende Turniertage mit dem 3. Platz. Eine geschlossene Mannschaftsleistung mit vielen Toren“, freute sich Uli Schröder (Abteilungsleiter und Ligamanager Probsteier SG).
Tore: 1:0 Mohamad Abdulla (3.), 2:0 Alban Jashari (3.), 3:0 Alban Jashari (7.), 3:1 Din Mehanovic (7.).
SPIEL UM PLATZ 3
Kilia Kiel – Probsteier SG 2:4 n. E.
Der dritte Platz wurde per Neun-Meter-Schießen ermittelt.
„War wieder ein sehr, sehr gut organisiertes Heimturnier in Heikendorf. Hat Spaß gebracht. War als Spieler schnell mal gerne dort. Jetzt noch die letzten Jahre als Trainer“, äußerte sich Kilias Michel Witt zum Nazareth Personal Cup.
Wie auch Hungerecker bemerkte Witt, dass es schwer ist, Mannschaften für eine Teilnahme am Hallenturnier anzuregen. „Habe es aber auch innerhalb der Mannschaft bei uns schon gemerkt, dass es schwer ist, die Jungs aus verschiedensten Gründen auch für ein Hallenfinale zu begeistern“, nahm Witt die stark aufspielenden Talha Özdemir (U19) und Ali Kalma (Kilia II) mit ins Aufgebot für das Turnier.
„Wir sind als Gruppenerster ins Halbfinale eingezogen.Das muss man ehrlicherweise auch sagen, haben wir verdient 2:3 gegen eine unterklassige Mannschaft aus Melsdorf verloren. Die an dem Tag einfach den absoluten Willen und eine Top-Einstellung hatte.“
FINALE
TSV Melsdorf – SVE Comet Kiel 8:9 (2:2) n. E.
Echt spannendes und dramatisches Ende einer Begegnung, die sehr ruhig beginnt. Das Finale ist sehr ausgeglichen – beide Seiten schenken sich kaum Gelegenheiten. 10 Minuten lang geht das so. Dann explodiert die Begegnung in den letzten zwei Minuten.
Leif Celik mit einem energischen Lauf nach vorne bereitet das 1:0 durch Alban Jashari vor. Das 12. Goal des SVE-Torjägers im gesamten Turnier inklusive der Vorrunde. Damit holte sich Jashari auch die Torjägerkanone. Doch der Underdog wackelt nicht. Innerhalb einer halben Minute bringen Marc-Joel Godelück und Bernd Westphal mit seinem Hammer in den Winkel die Halle zum Beben. Viele der Fans sind auf Seiten des Außeneiters und feiern frenetisch den TSV-Führungstreffer bei 45 Sekunden Restspielzeit.

Das reicht dem SVE, um zwei Sekunden vor dem Ende nach Vorarbeit von Alban Jashari durch Marvin Petersen die Verlängerung von 5 Minuten zu erzwingen. In der Overtime passiert nicht viel, sodass zu sehr später Stunde gegen 22:30 Uhr der Turniersieger vom Punkt ermittelt wird.
Nach 16 Schützen ist dann Schluss und der SVE Comet neuer Titelträger. Nachdem Maurice Knutzen auch seinen zweiten Strafstoß recht sicher zum 9:8 verwandelt, ahnt Lukas Losch bei Bernd Westphal die Ecke und hält den Neunmeter.
Das sagte Melsdorfs Trainer Kevin Lentföhr zum Mega-Auftritt seines Teams: „Trotz einer sehr schweren Vorrundengruppe mit Top-Teams haben sich meine Spieler als Underdog hervorragend verkauft. Der 3. Platz hinter den Turnierfavoriten FC Kilia Kiel und Molfsee am Sonntag war bereits ein großer Erfolg. In der Endrunde am Montag mussten wir auf unseren Stammtorwart und den Kapitän verzichten, hatten aber mit Shpend Meshekrani und Malte Eckhard starke Alternativen. Nach ordentlichen Auftritten gegen Comet, Kirchbarkau und einem verdienten 2:0-Sieg gegen Heikendorf, reichte ein 0:0 gegen Raisdorf dank Schützenhilfe fürs Halbfinale.
Unterm Strich bin ich unglaublich stolz auf meine Mannschaft. Nach dem Aufstieg in die A-Klasse war dieses Turnier ein überragender Jahresabschluss. Besonders hervorheben möchte ich Bernd Westphal, der mit 44 Jahren aus unserer zweiten Mannschaft voranging und ein herausragendes Turnier spielte – Chapeau und größten Respekt!“
Tore: 0:1 Alban Jashari (10.), 1:1 Marc-Joel Godelück (10.), 2:1 Bernd Westphal (12.), 2:2 Marvin Petersen.
TORSCHÜTZENLISTE
Mit grandiosen 12 Toren aus Vor- und Endrunde komplettiert Torschützenkönig Alban Jashari den wunderbaren Erfolg des SVE Comet. Das gibt für den Aufsteiger sicherlich Selbstvertrauen, in der Restsaison der Landesliga Schleswig als Schlusslicht den Klassenerhalt zu schaffen.

„Ich freue mich natürlich, dass ich mit meinen Toren der Mannschaft geholfen habe. Aber ohne die Mannschaftsleistung könnte ich auch die Tore nicht machen. Also, die wurden auch vorgelegt. Einiges habe ich auch schon alleine kreiert, aber das war eine komplette gute Mannschaftsleistung“, gelangen Jashari 12 der 26 Turniertreffer des SVE. „Das Turnier war top, top organisiert und es macht immer wieder Spaß, hier mitzukicken.“
12 Tore
Alban Jashari (SVE Comet Kiel)
10 Tore
Joshua Nwokoma (Kilia Kiel)
8 Tore
Din Mehanovic (Probsteier SG)
7 Tore
Ibrahim Gyaase (TuS Gaarden)
Tom Wüllner (SpVg Eidertal Molfsee)
6 Tore
Paul Meseberg (Kilia Kiel)
5 Tore
Jack Palm (Heikendorfer SV)
Luca Senger (Kilia Kiel)
SCHIEDSRICHTER
Olaf Duhmke und Frederik Simon, beide vom Heikendorfer SV.
NAZARETH PERSONAL GEWINNSPIEL
Beim Gewinnspiel des Turnier-Hauptsponsors Nazareth Personal gewann der Bruder von Joshua Nwokoma (Kilia Kiel) den Hauptpreis mit zwei Eintrittskarten für das Holstein-Stadion. Moritz Danberg und Bernd Mittwocher bekamen einen Einkaufsgutschein.
