Die spielentscheidende Szene zum Sieg für den Heider SV nach einem Kopfball von Patrick Storb (verdeckt). © 2025 Volker Schlichting
Der Heider SV hat den Platz an der Sonne erklommen – zumindest für den aktuellen Spieltag. Im Spitzenspiel des 25. Spieltags der Flens-Oberliga schlugen die Dithmarscher vor knapp 700 Zuschauern den SV Eichede nach einer starken Leistung durch das goldene Tor von Patrick Storb (63.) nach einem Eckball von Azat Selcuk verdient mit 1:0.
Paul Kujawski mit Vaterfreuden
Damit schafft die Mannschaft von Trainer Markus Wichmann den Sprung auf den begehrten 2. Platz, der am Saisonende zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord berechtigt. Die „Bravehearts“, die auf ihren Trainer Paul Kujawski verzichten mussten, der Vaterfreuden entgegensieht, rutschen durch die Niederlage erst einmal auf den 3. Platz. Bei noch sechs ausstehenden Spielen für beide Mannschaften ist damit weiterhin Spannung bis zum Ende garantiert.
Es wurde zwar nicht das erhoffte Spektakel der beiden Topmannschaften in der Flens-Oberliga, dennoch dürfen sich zumindest die Gastgeber, die sich auf die Minute pünktlich in einer starken Verfassung präsentierten, über den Sprung auf den begehrten 2. Platz freuen.

Bereits in den ersten Minuten wurde deutlich, dass die Gastgeber einen guten Tag erwischt hatten und trotz der bescheidenen Platzverhältnisse sowohl kämpferisch wie auch spielerisch Vorteile für sich verbuchen konnten. Eichede, das in diesem Jahr bis dahin noch ohne Gegentor geblieben war, tat sich schwer, überhaupt einmal gefährlich vor das Tor der sehr souverän auftretenden Gastgeber zu kommen.
Heide mit mehr Feldvorteilen und Chancen
So war es wenig verwunderlich, dass sich die Gastgeber eine Vielzahl an Torchancen erspielen konnten. Zunächst hatte der genesene Hinz Pech mit einem Eckball, der nur auf der Torlatte landete. Dann war erneut Hinz nach einer Ecke der Vorlagengeber für Kieselbach, der einen schönen Kopfballaufsetzer knapp über das Tor setzte. Reimers scheiterte mit einem Schuss aus gut zehn Metern am aufmerksamen Barkmann im Eicheder Tor, der auch einen Freistoß von Neelsen mit einer guten Parade unschädlich machen konnte. Während die Dreierkette der Gastgeber hervorragend aufeinander abgestimmt war und die Stormarner kaum einmal in die gefährlichen Zonen kommen ließ, wurde es lediglich nach einem Eckball, der die Torlatte touchierte, einmal brenzlig für die sehr souverän auftrumpfenden Gastgeber.
Gästetrainer Steinfeldt sieht Rot und muss auf die Tribüne
Bereits frühzeitig musste Gästetrainer Sascha Steinfeldt (26.) nach einem Wortgefecht mit dem Heider Trainer Markus Wichmann, bei dem wohl laut Augenzeugen eine Beleidigung erfolgt sein soll, mit einer roten Karte den Innenraum verlassen und auf der Tribüne Platz nehmen. Ohne Tore, aber mit klaren Feldvorteilen für die Gastgeber, ging es in die Pause.
Heider Dominanz setzt sich fort – Storb trifft per Kopfball zum Führungstreffer
Auch nach dem Seitenwechsel konnten die Gastgeber ihre Dominanz beibehalten und kamen zu weiteren guten Chancen. Dass der entscheidende Treffer für die Gastgeber nach einem Standard fiel, war wenig verwunderlich. Selcuk schlug einen perfekt getimten Eckball auf den einlaufenden Patrick Storb (63.), der mit einem Kopfballtreffer zum viel umjubelten 1:0-Führungstreffer traf.

Heide verpasst erlösenden zweiten Treffer
Auch danach hatte die Mannschaft von Trainer Markus Wichmann weitere gute Gelegenheiten, um rechtzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. So war Selcuk frei durch und wurde ebenso wie wenig später Groß von einem Verteidiger entscheidend am finalen Torschuss gehindert. Auch Gieseler verzog nur knapp. Richtig gefährlich wurde es nach einem durchgerutschten Freistoß von Selcuk, bei dem Barkmann zunächst die Sicht verdeckt war, der dann aber doch mit einer starken Fußparade klären konnte.
Nach dem Rückstand wurden die Gäste zwar etwas aktiver in dem sehr kampfintensiven Spiel, in dem sich beide Mannschaften nichts schenkten, doch die Gastgeber verstanden es immer wieder, mit taktischen Fouls den Spielfluss der Gäste entscheidend zu stören, sodass bis auf einen Abschluss von Kouakou, der knapp das Tor verfehlte, kaum einmal Gefahr aufkam.
Auch in der hektischen Schlussphase blieb Schiedsrichter Schulz seiner konsequenten Linie treu und zeigte insgesamt zehn gelbe Karten. Unmittelbar nach Spielende wurde der Heider Sieg mit gut vierzig Personen aus der Mannschaft und deren Umfeld bei kroatischem Essen gebührend gefeiert, danach ging es weiter zum Bowlen.
Stimmen zum Spiel
„Wir haben noch sechs Endspiele vor der Brust. Noch ist nichts entschieden“, mahnte Heides Trainer Markus Wichmann trotz des Sieges.
„Der Sieg war aus meiner Sicht hochverdient. Wir haben alles abgerufen und gezeigt, wer der Herr im Hause ist. Ein Riesenlob an unsere Mannschaft. Wir waren sofort präsent und auch deutlich näher am zweiten Tor. Das war eine taktisch und mental reife und erwachsene Leistung“, freute sich Heides Ligaobmann Hannes Nissen.
Pressekonferenz
Heider SV: Gründemann – Neelsen (58. Kröger), Storb, Busch – Hinz, Lambach, Wolf (90.+2 Wolf), Kurzbach (81. Harms), Reimers (58. Selcuk) – Gieseler, Kieselbach (87. Groß).
Trainer: Markus Wichmann.
SV Eichede: Barkmann – Gelzer, Cloppatt, Reimers (33. Fischer), Arndt (69. Pichelmann) – Silas Meyer, Tonder – Arnold (84. Mika Meyer), Erfurth, Bieche (69. Krüger) – Kouakou.
Trainer: Sascha Steinfeldt.
Schiedsrichter: Ole Andreas Schulz (VfL Bad Schwartau).
Assistenten: Kjell-Oke Schneider und Joelina Wendtorff.
Zuschauer: 675 im HSV-Stadion an der Meldorfer Straße.
Rote Karte: Trainer Sascha Steinfeldt (26., SV Eichede) wegen Meckerns.
Tor: 1:0 Patrick Storb (63.).