Torfestival am Freitagabend: Frisia 03 dreht 0:2-Rückstand in 9:2-Kantersieg

von Ismail Yesilyurt

Jannik Drews (Frisia Risum-Lindholm), hier gegen Stian Waschko, lieferte sich in Heide ein Rennen mit Marvin Bruhn in der internen Torschützenliste. © 2026 Ismail Yesilyurt



Der SV Frisia 03 Risum-Lindholm hat am Freitagabend ein echtes Ausrufezeichen gesetzt und die U23 des Heider SV auf dem kleinem Kunstrasen mit 9:2 (4:2) besiegt. Dabei behielten die Gäste einen kühlen Kopf und bewiesen Moral, nachdem sie bereits nach fünf Minuten mit zwei Toren im Hintertreffen lagen.

Heider Blitzstart durch Traumtore

Ungeachtet der Tabellensituation startete der Heider SV II, der durch die beiden Liga-Leihgaben Mathis Harms und Lennart Busch (beide 5. Gelbe Karte) verstärkt wurde, furios. Bereits in der 2. Minute landete eine Kombination über die rechte Seite bei Sebastian Sanchez Garcia, der den Ball aus 25 Metern unhaltbar in den rechten Winkel schweißte, ein absolutes Traumtor. Nur drei Minuten später nutzte Heide einen Ballverlust im Frisia-Mittelfeld zum schnellen Umschalten: Hark Dreyer lief entschlossen auf das Tor zu und traf aus 20 Metern flach zum 2:0 ins Eck. In dieser Phase sorgte vor allem die Liga-Leihgabe Mathis Harms immer wieder für Unruhe in der Frisia-Defensive, indem er sich die Bälle gut in den Halbräumen abholte.

Wende nach verletzungsbedingter Schwächung

Ein Knackpunkt der Partie war die verletzungsbedingte Auswechslung des Heider Abwehrspielers Julian Sattler in der 19. Minute. Danach verlor die Heider Defensive zunehmend an Stabilität, was Frisia eiskalt ausnutzte. In der 23. Minute machte Jawad Shams Druck und konnte den Ball nach einem Abstimmungsproblem zwischen Lorenzen und Torwart Simson erobern. Den daraus resultierenden Abpraller konnte Marvin Bruhn aus 16 Metern zum 2:1 Anschlusstreffereinköpfen.

Marvin Bruhn (re., Frisia Risum-Lindholm) bleibt mit starken 19 Toren als Mittelfeldspieler weiterhin  knapp vor Stürmer Jannik Drews (18) nach je 3 Toren in Heide. © 2026 Ismail Yesilyurt.jpg
Marvin Bruhn (re., Frisia Risum-Lindholm) bleibt mit starken 19 Toren als Mittelfeldspieler weiterhin knapp vor Stürmer Jannik Drews (18) nach je 3 Toren in Heide. © 2026 Ismail Yesilyurt

Nur 10 Minuten später drehte Frisia die Partie komplett: Erst traf Jannik Drews von der rechten Strafraumkante zum 2:2-Ausgleich (33.), nachdem er von Shams schön freigespielt wurde. Nur eine Minute später landete eine abgewehrte Ecke erneut bei Shams, der den völlig freistehenden Bruhn per Flanke bediente, welcher per Kopf die 2:3-Führung markierte (34.). Kurz vor der Pause krönte Shams seine starke Leistung (zuvor drei Vorlagen) mit dem Treffer zum 2:4-Halbzeitstand (42.).

Frisia-Effizienz sorgt für Debakel

Im zweiten Durchgang versuchte Heide spielerisch dranzubleiben, agierte jedoch in der Defensive zu ungenau und in der Rückwärtsbewegung zu schläfrig. Frisia hingegen zeigte sich bei Kontern und Standards gnadenlos effektiv. In der 51. Minute konterte Frisia nach einem Ballgewinn im Mittelfeld schnell, der Ball landete über Shams und Bruhn bei Drews, der das 5:2 aus 16 Metern erzielte. Wieder Drews erzielte dann per direkt verwandelter Ecke das 2:6.

In der Schlussphase brach Heide komplett ein. Bruhn erzielte per Foulelfmeter, zuvor wurde Renz Rapräeger zu Fall gebracht, seinen dritten Treffer zum 2:7 (77.), bevor Christoph Dethlefsen nach einem weiteren Heider Klärungsfehler per Direktabnahme nach Flanke von Bruhn aus fünf Metern auf 2:8 stellte (81.). Den Schlusspunkt zum 2:9-Endstand setzte Torge Sönnichsen (84.), nachdem er nach einer Ecke von seinem eigenen Mitspieler Melf Feddersen angeköpft wurde und der Ball ins Tor kullerte. Heide kam noch einmal durch Julian Lucht zu einer guten Möglichkeit, als dieser am zweiten Pfosten freistehende auftauchte, der Ball versprang jedoch leicht und verfehlte das Tor.

Stimme zum Spiel

Marvin Bruhn:
„Beeindruckend, wie Heide in den ersten fünf Minuten mit zwei Traumtoren losgelegt hat. Wir wussten aber, dass sie hinten schlagbar sind, wenn wir Druck machen. Auf dem kleinen Platz können schnell viele Tore fallen, besonders bei Umschaltmomenten, genau das haben wir dann auch bewiesen. Auch wenn Heide es teilweise spielerisch versuchte, kamen wir viel zu einfach zu Torchancen. Unsere Effizienz war an diesem Abend wirklich beeindruckend, und so macht der Start ins Wochenende natürlich richtig Spaß.“

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