Standardkönige vom TSB Flensburg mit 7:2 beim SVE Comet erfolgreich

von Olaf Wegerich

Die Standards sind die Achillesferse des SVE Comet Kiel gegen den TSB Flensburg. © 2026 Jörg Moritz


Klare Angelegenheit für den Spitzenreiter TSB Flensburg. Nur eine Woche nach dem ersten Punktverlust gegen den TSV Kronshagen konnte der Spitzenreiter beim Tabellenvorletzten SVE Comet Kiel dank seiner individuellen Klasse bei Standardsituationen einen deutlichen 7:2 (2:2) Auswärtserfolg einfahren. Damit bleibt die Mannschaft von Trainer Tore Wächter mit 19 Zählern Vorsprung weiterhin unangefochtener Tabellenführer in der Landesliga Schleswig. Allerdings wurden die Gastgeber dabei deutlich unter Wert geschlagen.

Blitztor überrascht Tabellenführer TSB Flensburg

Die Partie auf dem Radsredder begann für den Spitzenreiter mit einem Paukenschlag. Nach nur 70 Sekunden führte die Mannschaft von Trainer Jan Schümann mit 1:0. Erstaunlich: Dem technisch versierten Anis Assameur gelang erst im 18. Punktspiel der erste Saisontreffer. Für einen 21-Jährigen mit viel Potenzial eindeutig viel zu wenig. Nach einem Steckpass von Maurice Knutzen traf der Bruder von Ayoub (PSV Neumünster) aus spitzem Winkel durch entschlossenes Durchsetzen.

Anis Assmeur (li., SVE Comet Kiel) mit dem 1-0 gegen den TSB Flensburg. © 2026 Ismail Yesilyurt
Anis Assmeur (li., SVE Comet Kiel) mit dem 1-0 gegen den TSB Flensburg. © 2026 Ismail Yesilyurt

Schwierige Bedingungen auf dem „Kartoffelacker“

Der Ligaprimus tat sich auf dem nur schwer zu bespielenden „Kartoffelacker“ am Radsredder äußerst schwer, konnte dann aber durch einen traumhaften Freistoß von Melf Siemund (24.) – zugleich bester Spieler der Fördestädter – schnell den 1:1-Ausgleich erzielen. Auf Seiten des SVE stark: Linksverteidiger Rinol Lahu und der unermüdliche Mittelfeldspieler Marvin Petersen. Die Defensive stand, in der mit Janneck Rassmanns und Leif Celik zwei Spieler wegen der 5. gelben Karte fehlten, in den ersten 45 Minuten sehr stabil. Zudem fehlte Franko Milbradt und die beiden Torhüter Lukas Losch und Marcel Büttner, sodass Brandon Cochrane aus dem Team der Kreisklasse B das Kieler Gehäuse hüten musste.

Comet gleichwertig und hält spielerisch dagegen

Der SVE Comet zeigte in der ersten Hälfte – insofern es die Platzverhältnisse zuließen – spielerisch gute Ansätze und konnte dem Spitzenreiter auch spielerisch durchaus Paroli bieten. Er profitierte dann von einem krassen Aussetzer der Flensburger Hintermannschaft, als Maurice Knutzen (29.) einen zu kurz geratenen Rückpass auf den Torhüter erläuft und zum 2:1 trifft.

Maurice Knutzen (SVE Comet Kiel) umkurvt TSB-Keeper Ole Rathmann zum 2-1. © 2026 Jörg Moritz
Maurice Knutzen (SVE Comet Kiel) umkurvt TSB-Keeper Ole Rathmann zum 2-1. © 2026 Jörg Moritz

Tore Wächter zur Pause wenig versöhnlich

Nach einem Eckball gelingt Tom Schäpler (37.) mit einem Kopfball der etwas schmeichelhafte Treffer zum 2:2-Ausgleich. Aber auch nach dem Ausgleichstreffer zeigte sich Gästetrainer Tore Wächter zur Pause wenig versöhnlich. „Unsere erste Halbzeit war katastrophal. Wir waren unkonzentriert und fahrig und waren nicht bereit, auf die zweiten Bälle zu gehen.“

Die Wende durch Standard-Stärke

Auch nach der Pause war meist viel Sand im Getriebe bei den Gästen, die sich weiter schwer taten. Was blieb, waren die perfekt einstudierten Standards, auf die sich der TSB-Coach verlassen konnte, und ein Gegner, dem wie so oft in den letzten Wochen mit zunehmender Spielzeit die Puste ausging. Keine 120 Sekunden nach dem Seitenwechsel war es wieder ein Eckball, den erneut Tom Schäpler (47.) mit einem Kopfball zur erstmaligen Führung nutzte. Wenig später verpassen die Gastgeber das mögliche 3:3, als sie nur den Außenpfosten treffen.

Flensburger Doppelschlag bricht den Widerstand

Aber es dauert bis 13 Minuten vor Spielende, bis die Gäste nach einem erneuten Eckball und einem Kopfballtreffer von Abwehrchef Patrick Thomsen (77.) auf 2:4 davonziehen können. Damit ist die Messe gelesen und der Widerstand der lange gut mithaltenden Gastgeber gebrochen.

Felix Gesper (SVE Comet Kiel) gegen Flensburgs Kunstschützen Melf Siemund (li.). © 2026 Jörg Moritz

Kopfball-Hattrick und torreiches Finale

Auch der fünfte Treffer des TSB resultiert aus einem Eckball. Wieder ist der aufgerückte Abwehrspieler Tom Schäpler (83.) zur Stelle und erzielt seinen dritten Kopfballtreffer. Aber damit nicht genug. Die Schwäche der Gastgeber bei Standards nutzt der TSB gnadenlos aus. Wieder ist es ein Eckball, der zu einem Gegentreffer führt. Diesmal ist es der vier Minuten zuvor eingewechselte Lennart Steiner (86.), der für den TSB auf 6:2 erhöht. Erst in der Schlussminute ist der Torhunger der Gäste gestillt. Diesmal ist es Cedric Neumann, der aus dem Spiel heraus nach schöner Einzelleistung zum 7:2-Endstand trifft.

Kopfballungeheuer Tom Schäpler TSB Flensburg. © 2026 Ismail Yesilyurt
Kopfballungeheuer Tom Schäpler TSB Flensburg. © 2026 Ismail Yesilyurt

Stimme zum Spiel

Trainer Tore Wächter (TSB Flensburg):
„Unser Sieg war in der Höhe nicht verdient. Ein 4:2 wäre sicher eher angemessen gewesen. Wir haben im Moment aber das nötige Selbstvertrauen und das Selbstverständnis, um die Tore zu machen. In der zweiten Halbzeit haben wir mehr Gier gezeigt. Der SVE Comet ist ein sehr sympathischer Verein und sie haben deutlich mehr Qualität als eine Mannschaft, die in der Tabelle so weit unten steht.

Der Schiedsrichter war sich auf dem Platz überhaupt nicht sicher, ob das Spiel überhaupt angepfiffen werden kann. Der Platz war in einem katastrophalen Zustand. An gepflegten Fußball war da nicht zu denken. Uns war klar, dass wir zu dieser Jahreszeit keine Topbedingungen vorfinden, aber außer Kick and Rush war da nichts möglich. Der SVE Comet Kiel tut mir total leid, dass sie von der Stadt keine Unterstützung bekommen. Die größten Leidtragenden sind nicht wir, die hier nur einmal spielen müssen. Einer meiner Spieler ist dreimal umgeknickt und musste verletzt ausgewechselt werden. Luk Albertsen ist eingewechselt worden und auch sofort umgeknickt und hat jetzt einen dicken Knöchel. Das sind elendige Bedingungen. Hier muss dringend etwas passieren, aber da sind die Stadt und das Land gefordert. Ich mache dem Verein keinen Vorwurf.“

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