RS-Trainer Rouven Lamprecht hat viel Grund zur Freude. © 2024 Olaf Wegerich
In der Wellyou-Oberliga der Frauen ging die SG NieBar am Wochenende leer aus. Gegen den Drittplatzierten der Vorsaison, Rot-Schwarz Kiel, musste die Mannschaft von Trainer Frank Weschke eine bittere 2:6 (1:4)-Heimniederlage einstecken und befindet sich nach sechs Spieltagen mitten im Abstiegskampf. Seit nunmehr fünf Spielen wartet die SG NieBar auf ein Erfolgserlebnis, nachdem nur der Saisonauftakt gegen Vineta Audorf erfolgreich gestaltet werden konnte. Nach drei sieglosen Spielen konnte Rot-Schwarz, das auf vier Stammspielerinnen verzichten musste, wieder dreifach punkten. Damit rückte die Mannschaft von Trainer Rouven Lamprecht wieder auf den 5. Platz vor.
Perfekter Start für NieBar durch Neuzugang Laura Bahr
Die Gastgeber erwischten den perfekten Start, denn bereits in der ersten Spielminute gelang Neuzugang Laura Bahr, die immer mehr zu einer wertvollen Stütze wird, mit einem Kopfball der Führungstreffer für die SG NieBar. Diese machte zunächst weiter Druck und drängte auf den zweiten Treffer.
Elfmeter bringt Rot-Schwarz Kiel in fahrt
Rot-Schwarz benötigte eine kurze Anlaufzeit, um besser ins Spiel zu finden, doch dann halfen die Gastgeber unfreiwillig mit, um die Gäste zurück in die Spur zu bringen. „Wir produzieren einen Elfer, weil Jana Reimers ihre Gegenspielerin im Strafraum umrennt“, ärgerte sich NieBar-Coach Frank Weschke. Schiedsrichter Manuel Waehnke vom TSV Bordesholm entschied sofort auf Elfmeter. Die Gäste nahmen das Geschenk dankend an und trafen durch ihre Spielführerin Fenja Montag (14.) zum 1:1. Johanna Schmidt im Tor der Gastgeber tauchte ab und hätte den Ball fast noch gehalten.

Während der Treffer den Gästen spürbar Auftrieb gab, war die SG NieBar nun völlig von der Rolle und kassierte nur zwei Minuten später nach einem Eckball durch Celina Horstinger (16.) das 1:2.
SG NieBar nach 1:2 von der Rolle
Die Tore fielen nun wie reife Früchte, und Rot-Schwarz spielte sich in einen Rausch. Immer wieder gab es eklatante Missverständnisse und Abstimmungsprobleme in der Hintermannschaft der Gastgeber, die Rot-Schwarz durch zwei weitere Treffer von Toptorjägerin Lisa-Julie Peters (18., 22.) gnadenlos ausnutzte, um auf 1:4 davonzuziehen. Acht starke Minuten reichten der Mannschaft von Trainer Rouven Lamprecht, um auf die Siegerstraße einzubiegen. „Wir waren total von der Rolle. Die wenigen Minuten haben ausgereicht, um uns das Genick zu brechen“, haderte Trainer Frank Weschke.

Danach ließen es die Gäste etwas ruhiger angehen, und die SG NieBar bekam Chancen, zu verkürzen. Die beste davon vergab Laura Bahr, die zunächst an der reaktionsschnellen Caja Paulsen scheiterte. Auch im Nachschuss konnte Lilly Jurkat-Einfeldt die starke Kieler Torhüterin aus Nahdistanz nicht bezwingen.
In der zweiten Hälfte konnte Rot-Schwarz erneut durch Lisa-Julie Peters (57.) auf 1:5 erhöhen, ehe den Gastgebern ein Treffer von Lilly Jurkat-Einfeldt wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung aberkannt wurde. Auch ein Elfmeter nach einem klaren Foulspiel im Strafraum wurde ihnen verwehrt.

Lisa-Julie Peters (64.) erhöhte mit ihrem vierten Treffer auf 1:6 für die Gäste, ehe Laura Bahr (72.) mit ihrem zweiten Treffer für die Gastgeber zum 2:6-Endstand noch einmal für Ergebniskosmetik sorgen konnte.
Torwartprobleme für NieBar-Coach Frank Weschke
Nach dem Spiel sagte Frank Weschke, der Trainer der SG NieBar: „Uns fehlt eine etatmäßige Torhüterin. Das tut uns besonders weh, weil die bisherige Torhüterin nur noch in der Zweiten spielen möchte. So sind wir gezwungen, eine Feldspielerin ins Tor zu stellen. Den Preis dafür müssen wir jetzt zahlen. Unser Ziel kann nur noch sein, am Ende über dem Strich zu stehen. Das wird eine Herausforderung. Jetzt warten in der Liga auf uns die Kracher. Das wird hart. Unser Kader ist dünn, aber die Mannschaft ist fleißig.“
SG NieBar: Schmidt – Scheff, Hammerich (46. Möller), Reimers (46. Hofmann), Ecberger – Engellandt, Otto – Nicklaus, Harms (87. Scheibenpflug) – Bahr, Jurkat-Einfeldt.
Trainer: Frank Weschke.
Rot-Schwarz Kiel: Paulsen – Rohwedder (59. Friday), Montag, Mohrdieck – Stamer, Horstinger – Caanitz (66. Meier), Grewe (82. Brandt), Wagner – Lisa-Julie Peters (66. Stine Peters), Bickel.
Trainer: Rouven Lamprecht.
SR: Manuel Waehnke (TSV Bordesholm).
Z.: 50 auf dem Sportplatz in Nienkattbek.
Tore: 1:0 Laura Bahr (1.), 1:1 Fenja Montag (14., Foulelfmeter), 1:2 Celina Horstinger (16.), 1:3 Lisa-Julie Peters (18.), 1:4 Lisa-Julie Peters (22.), 1:5 Lisa-Julie Peters (57.), 1:6 Lisa-Julie Peters (64., Foulelfmeter), 2:6 Laura Bahr (72.).