Oldenburger SV erreicht Minimalziel – 1:1 gegen Eutin 08

von Ismail Yesilyurt

Silas Bünning (Oldenburger SV), hier gegen Melih Cerrah (li., Inter Türkspor Kiel) gelang das wichtige 1:1. © 2026 Ismail Yesilyurt


Die Essenz des 1:1 zwischen dem Oldenburger SV und Eutin 08 nach dem Nachholspiel am Mittwochabend aus Sicht des gastgebenden Tabellenelften? „Es ist am Ende unnötig, dieses Unentschieden. Also aufgrund der Spielanlage, Ballbesitzphasen und auch der Chancen hätten wir das Spiel gewinnen müssen. Aber dennoch haben wir trotzdem unser Ziel erreicht und haben Eutin weiterhin auf Abstand gehalten“, sagte Florian Stahl nach der Begegnung im Ostholstein-Derby gegen den Tabellenvorletzten.

Noah Odiase und Silas Bünning treffen

Die Tore erzielten Noah Odiase mit dem 1:0 vor der Pause für das Team von Cheftrainer Dennis Jacks. Silas Bünning glich mit einer feinen Einzelaktion früh im zweiten Abschnitt zum 1:1 aus. Beide Spieler machten mit ihren Treffern das halbe Dutzend an Saisontoren voll.

OSV-Elf von Florian Stahl ohne Ertrag

Der Oldenburger SV hat im Duell mit Eutin 08 über weite Strecken die Spielkontrolle gehabt, musste sich am Ende aber mit einem Unentschieden zufriedengeben – und haderte vor allem mit der eigenen Chancenverwertung.

Die Abwehr mit Rico Mielke (Oldenburger SV) verrichtete insgesamt gute Dienste. © 2026 Ismail Yesilyurt
Die Abwehr mit Rico Mielke (Oldenburger SV) verrichtete insgesamt gute Dienste. © 2026 Ismail Yesilyurt

„Die ersten 25 Minuten waren wir richtig gut drin im Spiel, haben eine viel, viel bessere Spielanlage gehabt als bei Intertürk. Genauso, wie ich mir das eigentlich auch vorgestellt habe. Eutin hat sich quasi nur an der Mittellinie aufgehalten – im Mittelfeldpressing und hat ein Stück weit einfach auf Fehler von uns gewartet. Aber wir sind extrem geduldig geblieben und haben uns von Beginn an schon die ersten Chancen erspielt.“

Doch trotz aller spielerischen Vorteile krankte das Oldenburger Spiel zunächst an der Effizienz. Letzte Pässe waren nicht scharf genug, oder man vertändelte den Ball durch einen Haken zu viel. Eutin hingegen beschränkte sich auf das Nötigste: lange Bälle und das Warten auf Standards.

Kalte Dusche! Odiase trifft aus dem Nichts

Genau eine solche Situation stellte den Spielverlauf in der 40. Minute auf den Kopf: Die Gäste zirkelten eine scharfe Ecke auf den kurzen Pfosten, wo Noah Odiase goldrichtig stand und zum 0:1 einköpfte.

Noah Odiase (Eutin 08), hier im Spiel bei Inter Türkspor KIel gegen Pascal Polonski, sorgte für die überraschende Führung.  © 2025 Ismail Yesilyurt
Noah Odiase (Eutin 08), hier im Spiel bei Inter Türkspor KIel gegen Pascal Polonski, sorgte für die überraschende Führung. © 2025 Ismail Yesilyurt

„Dann steht es auf einmal 1:0 für Eutin, und keiner weiß, warum“, beschrieb Stahl den Schockmoment. „Eutin war eigentlich komplett tot, auch emotionslos dabei.“

Freddy Kaps verschießt Elfmeter

Nach dem Seitenwechsel kam der OSV mit viel Wut im Bauch aus der Kabine. Die Chance zum schnellen Ausgleich bot sich bereits in der 50. Minute, als Freddy Kaps im Strafraum gefoult wurde. Der Gefoulte trat selbst an, setzte das Leder jedoch rechts am Gehäuse vorbei.

„Das ist natürlich ein bisschen ärgerlich, weil das der perfekte Zeitpunkt gewesen wäre, den Ausgleich zu machen. Aber wir wussten trotzdem, dass wir weiter ruhig bleiben müssen. Das haben wir auch gemacht“, kommentierte Stahl den Fehlschuss vom Punkt.

Silas Bünning zaubert zum 1:1

In der 54. Minute erlöste Silas Bünning die eigenen Fans schließlich: In einer feinen Einzelaktion dribbelte er von rechts nach innen, ließ zwei Gegenspieler stehen und versenkte den Ball präzise im kurzen Eck zum 1:1. „Ein hochverdienter Moment nach unglaublich viel Ballbesitz“, so der OSV-Coach.

Offene Partie nach 1:1 – Latte, Slapstick und kein Sieger

Eutin blieb nach dem 1:1 durch „Slapstick-Momente“ in der Oldenburger Hintermannschaft gefährlich und verbuchte einen Lattentreffer durch Hussein Sharba. Auf der Gegenseite verwandelte der OSV vier bis fünf gute Aktionen nicht in klare Chancen bzw. Zählbares, um den Sack endgültig zuzumachen.

„Aber am Ende war es auch ein Stück weit erfolgreich, weil dann immer mal zwei, drei Bälle durchrutschen. Und gerade wenn sie auf den zweiten Ball gehen, in ihrem 5-3-2-System mit einem starken Zentrum, hatten sie dann schon drei, vier Situationen, aus denen vielleicht ein bisschen mehr hätte entstehen können“, beschrieb der OSV-Coach die Spielweise der Rosenstädter, die mit langen Bällen aus der Defensive ihre Momente kreierten.

Teures Remis für Eutin – Leon Dippert mit Verletzung

Besonders bitter für die Gäste: Eutins Leistungsträger Leon Dippert verletzte sich kurz vor dem Seitenwechsel. Ein weiterer Einsatz im Saisonendspurt ist sehr fraglich.

Für den Oldenburger SV geht der Blick nach vorn. Bei acht verbleibenden Spielen und 24 noch zu vergebenden Punkten ist das Vorhaben klar: „Wir machen unsere Hausaufgaben. Wenn wir noch sechs oder sieben Punkte holen, sollte es für den Klassenerhalt reichen“, rechnete Florian Stahl abschließend hoch.

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