High Noon im Eutiner Torraum. Keeper Denis Klassen boxt gegen Jonah Gieseler (li.) und Patrick Storb (Heider SV) den Ball weg © 2025 Volker Schlichting
Der Heider SV verpasst die große Chance, näher an Tabellenführer FC Kilia Kiel heranzurücken. Gegen den starken Aufsteiger Eutin 08 reicht es für die ersatzgeschwächten Dithmarscher vor eigenem Publikum nur zu einem mageren 0:0-Remis.
Da war sie, die Chance: Kilia Kiel kam überraschend ohne Toptorjäger Yannik Jakubowski und Taktgeber Rezan Acer über ein enttäuschendes 1:1 bei der U23 des VfB Lübeck nicht hinaus und ließ unerwartet Federn. Doch die Chance, die auf dem Silbertablett präsentiert wurde, den Rückstand zum immer noch ungeschlagenen Spitzenreiter zu verkürzen, blieb trotz aller Bemühungen ungenutzt.
Zu allem Ungemach zog auch der SV Eichede durch einen knappen 1:0-Erfolg beim Aufsteiger Eidertal Molfsee noch an der Mannschaft von Trainer Markus Wichmann vorbei, die damit vorerst auf den 3. Platz zurückgefallen ist.
Aus gut informierten Kreisen wird berichtet, dass bisher noch keiner der drei Titelaspiranten in der Flens-Oberliga für die Regionalliga beim Norddeutschen Fußballverband gemeldet hat. Stichtag ist der 31. März. Da finanziell alle Vereine, die für die Meldung in Frage kommen, nicht auf Rosen gebettet sind, ist es durchaus nachvollziehbar, keine unnützen Ausgaben beim Verband zu tätigen und abzuwarten, wie sich die sportliche Lage nach dem kommenden Wochenende darstellt.
Kröger fällt mit Erkältung aus – Ayene wieder im Kader
Trainer Markus Wichmann musste bei den Gastgebern kurzfristig noch auf Helge Kröger verzichten, der sich eine Erkältung zugezogen hatte. Dafür feierte Pascal Ayene früher als erwartet nach 133 Tagen seine Rückkehr in den Kader. In den letzten zehn Minuten kam er noch zu einem Kurzeinsatz.
Heide mit gutem Start
Vor allem in der ersten Hälfte legten die Gastgeber gleich richtig los und drängten auf eine frühe Führung. Nach einem Eckball von Jannis Hinz fliegt der Ball in den Strafraum, kann zunächst zweimal geblockt werden und landet dann bei Patrick Storb (5.), der aus gut fünf Metern sofort abzieht, aber das Tor knapp verfehlt.

Das wäre es gewesen, aber die Gastgeber lassen nicht locker und kommen nach einer schönen Kombination von der linken Seite über Wolf, der auf Gieseler verlängert und dann auf den einlaufenden Groß weiterleitet, zu ihrer nächsten Großchance, doch Groß verpasst den Ball knapp.
Die dritte Megachance für die Gastgeber hatte Jannis Hinz (25.) nach schöner Ablage von Daouda Soumah, doch sein Distanzschuss verfehlte nur knapp das Gehäuse.
Neelsen kratzt den Ball von der Torlinie
Dem gegenüber steht eine Großchance für die Gäste nach einem Angriff über die linke Seite, als Lennard Jenssen (25.) nach einem Querpass aus gut acht Metern frei zum Schuss kommt und Steffen Neelsen für den bereits geschlagenen Gründemann den Ball noch von der Linie kratzen kann.
Zweite Hälfte plätschert dahin
In der zweiten Hälfte verflachte die Partie bei dem starken Wind immer weiter. Die Gastgeber mühten sich nach Kräften, aber der letzte Pass war häufig zu ungenau, sodass die gefühlten 70:30-Spielanteile nicht gewinnbringend genutzt werden konnten. Zudem kam es häufig zu Spielunterbrechungen durch längere Verletzungspausen, die zusätzlich den Spielfluss störten.
Lucky Punch misslingt
Erst in der Nachspielzeit eröffnete sich den Gastgebern noch einmal die Riesenchance, einen Sieg einzufahren. Der spät eingewechselte Macius Dahm hatte auf Mika Kieselbach abgelegt, der sofort abzog, doch dessen Flachschuss konnte der aufmerksame Denis Klassen im Eutiner Tor mit einer Fußabwehr stark klären. Nachdem Kieselbach nachsetzte und erneut scheiterte, landete der Abpraller dann bei Azat Selcuk, doch auch dessen finaler Schuss konnte durch zwei Gästespieler erfolgreich geblockt werden.
Kurz nach der vergebenen Dreifachchance war dann auch Schluss und Eutin 08 bleibt als derzeit bester Aufsteiger auch im fünften Spiel in Serie ungeschlagen.
Rahmenbedingungen grenzwertig
Vor allem der starke Wind und der schlechte Zustand der Rasenfläche im Stadion an der Meldorfer Straße erschwerten beiden Mannschaften das Fußballspielen. Die Gastgeber, die gerade in dieser Saison viel in die Qualität der Mannschaft investiert hatten und sportlich ehrgeizige Ziele verfolgen, machen sich damit viel selbst kaputt, wenn die Rahmenbedingungen im Stadion an der Meldorfer Straße nicht stimmig sind.

Während z. B. bei Kilia auf Kunstrasen und beim PSV auf seinem tadellosen, gut gepflegten Rasenplatz gut kombiniert werden kann, gleicht der Heider Rasen einem Hoppelacker, bei dem auch die besten Techniker an ihre Grenzen stoßen, weil der Ball häufig unberechenbar verspringt.
So fand auch Heides Ligaobmann Hannes Nissen zu dieser Thematik deutliche Worte: „Natürlich waren das schwierige Bedingungen bei dem starken Wind. Der Zustand von unserem Platz ist aber fast schon zum Fremdschämen. Auf so einem Platz gut Fußball zu spielen, ist verdammt schwer. Das nervt zusehends. Dieses Traditionsduell hätte einen besseren Rahmen verdient gehabt.“
Dennoch war Nissen ehrlich genug, um zuzugeben, dass die Punkteteilung für die Gäste nicht unverdient war. „Eutin hatte eine gute Zweikampfquote und war sehr robust. Ihr Plan ist voll aufgegangen.“ Auch hinsichtlich der Meldung für die Regionalliga wollte sich Nissen noch nicht endgültig äußern: „Über die Meldung haben wir noch nicht vollends entschieden. Wir melden nur, wenn es sportlich und wirtschaftlich Sinn macht.“
Heider SV: Gründemann – Neelsen, Storb, Busch (77. Dahm) – Hinz, Reimers (64. Selcuk) – Soumah (61. Harms), Wolf – Gieseler – Groß (80. Ayene), Kieselbach.
Trainer: Markus Wichmann.
Eutin 08: Klassen – Broszeit (71. A. Sharba), Drews, Weist, Schüler – Clausen (58. Zymberi) – Petersen, Jenssen (90.+5 Kohlwes), Schröder, H. Sharba – Kocks (58. Dippert).
Trainer: Dennis Jaacks.
Schiedsrichter: Jannek Hansen (TSV Drelsdorf).
Assistenten: Mika Hems und Lennard Gawellek.
Zuschauer: 399 im HSV-Stadion an der Meldorfer Straße in Heide.
Tore: Keine.