Ande Volkers (Inter Türkspor Kiel) im Spiel gegen die Kaltenkrichener TS. © 2026 Ismail Yesilyurt
Mehr Kellerderby geht nicht. Am Sonntag um 16:00 Uhr erwartet Aufsteiger Inter Türkspor Kiel in der Flens-Oberliga auf dem Ernst-Mohr-Sportplatz am Erich-Kästner-Weg den MTSV Hohenwestedt. Aktuell trennen die Interisti als Vorletzter von der Mannschaft von Trainer Arend Müller, die derzeit den 13. Platz belegt, nur vier Zähler. Allerdings hat das Team von Trainer Karim Youssef bereits drei Punktspiele mehr ausgetragen und steht sportlich vor einer schwierigen Situation gegen den MTSV. Ohne Wenn und Aber: Ein Dreier muss her, sollte die Hoffnung, den Klassenerhalt doch noch zu schaffen, nicht frühzeitig einen erheblichen Dämpfer bekommen. Bei danach nur noch sieben verbleibenden Saisonspielen ergreifen die Interisti gegen den MTSV somit den letzten Strohhalm.
Um im Abstiegskampf erfolgreich zu sein, benötigt man auch ein Quäntchen Glück. Das fehlt Inter. So zum Beispiel im letzten Punktspiel, das auch zuhause stattfand. Gegen die, zugegeben in der zweiten Halbzeit stärkeren, Kaltenkirchener lagen die Kieler in der 83. Minute mit 2:1 in Führung. Dann kam der Zusammenbruch mit dem vielleicht in der Entstehung vermeidbaren 2:2, das zu einem Doppelschlag gegen Türkspor ausartete und mit der herben 2:4-Enttäuschung endete.
MTSV verspielt Zwei-Tore-Führung
Aber auch auf den MTSV Hohenwestedt warten noch harte Wochen. Zusammen mit dem TuS Rotenhof und Eutin 08 ist ein erbitterter Kampf um den Klassenerhalt ausgebrochen. Am letzten Wochenende wähnte sich der MTSV nach einer 3:1-Führung kurz nach der Pause beim Oldenburger SV bereits auf der Siegerstraße, aber am Ende siegten die furios aufspielenden Gastgeber mit 5:3 und konnten damit den dritten Erfolg in Serie einfahren. Damit hat sich der OSV um Cheftrainer Florian Stahl erst einmal aus den gröbsten Sorgen befreit.
Zu der verdienten Niederlage fand Dennis Jera, der sportliche Leiter beim MTSV, deutliche Worte und zeigte sich selbstkritisch. „Wir haben das ganze Spiel nicht gut gespielt und uns auch taktisch nicht gut verhalten. Wenn du aber 30 Minuten vor Schluss 3:1 führst, musst du das Spiel trotzdem gewinnen.“ Die Niederlage ist besprochen, analysiert und abgehakt.

Aber nach der Pleite in Oldenburg ging es beim MTSV in die knallharte Analyse. „Wir sind in der Woche nochmal genauer auf unser taktisches Verhalten eingegangen und konnten so einige Dinge nochmal genauer miteinander besprechen und abstimmen“, unterstrich der sportliche Leiter Dennis Jera.
Satrup profitiert von Punkten und Toren am grünen Tisch
Wohl möglich wäre der TSV Nordmark Satrup noch in der Verlosung, was den Abstiegskampf betrifft, aber durch den am grünen Tisch zugesprochenen 5:0-Erfolg gegen den SV Todesfelde wegen eines vermeintlichen Nichtantritts des Tabellenführers im September 2025 hat der SHFV massiv in den Abstiegskampf eingegriffen.
Schafft der MTSV den Befreiungsschlag
So steht der MTSV vor entscheidenden Tagen. Sollte am Sonntag bei Inter und am Mittwoch im Nachholspiel gegen die Kaltenkirchener TS der herbeigesehnte sportliche Befreiungsschlag gelingen, könnte ein Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt vollzogen werden. Andernfalls ist auch hier Zittern wohl möglich bis zum letzten Spieltag angesagt. Das ist auch der sportlichen Führung bewusst. „Wir können gegen Inter sehr wichtige Punkte einfahren, und den Jungs ist das schon bewusst. Wir sind heiß auf das Spiel und wollen am Sonntag eine gute Leistung abrufen“, unterstrich Jera die Bedeutung des Spiels.
Inter, Rotenhof und MTSV mit schwacher Heimbilanz
Was alle Teams im Tabellenkeller eint, ist die extrem schwache Heimbilanz. Hohenwestedts einziger Heimsieg resultiert aus dem Hinspiel gegen Inter, als durch den goldenen Treffer von Luca Ubben ein hart erkämpfter 1:0-Erfolg eingefahren werden konnte. Ebenso mager ist die Bilanz beim TuS Rotenhof mit nur vier Punkten aus acht Heimspielen. Bei Inter waren es aus zehn Heimspielen zumindest acht Punkte.
Rotenhof und MTSV auswärts deutlich stärker
Dafür haben Rotenhof (16 Punkte) und Hohenwestedt (13 Punkte) in der Fremde deutlich besser gepunktet als die Interisti, die zum Saisonstart zwei Auswärtserfolge feiern durften.
Was Hoffnung macht, ist, dass derzeit keine Ausfälle drohen. „Personell können wir wahrscheinlich aus den Vollen schöpfen und haben alle Spieler an Bord. Auch die Rekonvaleszenten arbeiten sich immer dichter ran und kommen immer besser in Form“, ist Jera zuversichtlich.
