Leon Apitz gelngt das 1:1 für den Eckernförder SV gegen die SpVG Eidertal Molfsee. © Ismail Yesilyurt
Es war eine Spitzenspiel zwischen dem Tabellenzweiten Eckernförder SV und dem Fünften der Landesliga Schleswig, der SpVg Eidertal Molfsee, das erst spät an Fahrt aufnahm, dann aber alle emotionalen Dämme brechen ließ. In einer dramatischen Schlussphase trennten sich der Eckernförder SV und die SpVg Eidertal Molfsee mit 2:2 (0:1). Während die Gastgeber den Sieg aus der 92. Minute in der 94. Minute aus den Händen gaben, feierten die Gäste einen Punkt der Moral.
Was zunächst als „ziemlich wilde“, aber spielerisch zähe Angelegenheit begann, entwickelte sich auf der Zielgeraden zu einem Krimi. „Am Anfang war es sehr langsam, später durch Zeit- und Ergebnisdruck extrem emotional“, bilanzierte ESV-Trainer Maik Haberlag nach dem Abpfiff. Sein Gegenüber, Nedim Hasanbegovic, sah eine Mannschaft, die sich trotz widriger Umstände „sehr gut verkauft“ habe.
Eidertal lauert, Eckernförde fehlt das Tempo
In der ersten Halbzeit präsentierte sich Molfsee taktisch diszipliniert. Man überließ den Eckernfördern den Ballbesitz und lauerte auf Umschaltmomente. Der ESV tat sich schwer, Tempo in die Aktionen zu bekommen – auch, weil der Spielfluss immer wieder stockte. „Das Spieltempo wurde durch viele Unterbrechungen extrem verlangsamt“, monierte Haberlag.
Die Gäste hingegen schlugen kurz vor der Pause eiskalt zu: Nach feiner Vorarbeit von Nico Bruns über den Flügel stand Selim Cetintürk goldrichtig und markierte das 0:1 (40.). Hasanbegovic zeigte sich zufrieden: „Wir hatten optisch weniger Ballbesitz, kamen aber mit einem guten Gefühl in die Pause, weil wir hinten kaum etwas zugelassen hatten.“
Luca Aouci mit Platzverweis
Nach dem Seitenwechsel kam der ESV mit mehr „Körnern“ und mentalem Aufschwung aus der Kabine. Ein erzwungener Fehler in der Molfseer Hintermannschaft landete genau vor den Füßen von Leon Apitz, der eiskalt zum 1:1 vollstreckte (53.). Die Partie kippte endgültig zugunsten der Gastgeber, als Molfsees Ausnahmespieler Luca Aouci nach einer Stunde die Rote Karte sah (62.).
Joker Lukas Witte sticht sofort
Trotz Überzahl tat sich Eckernförde lange schwer, das Bollwerk der Gäste zu knacken. Erst in der Nachspielzeit schien die Entscheidung gefallen: Der eingewechselte Lukas Witte drückte den Ball nach einer Ecke am zweiten Pfosten zum 2:1 über die Linie (90.+2). Die Eckernförder Jubeltraube war groß, vielleicht etwas zu groß in Richtung der gegnerischen Bank, wie Hasanbegovic später anmerkte: „Dass die Eckernförder so gefeiert haben, auch in unsere Richtung, hat noch mal einen Ruck durch die Mannschaft gegeben.“
Die Antwort der Moral
Molfsee warf in den letzten zwei Minuten der Nachspielzeit alles nach vorne. Ein Freistoß segelte in den Eckernförder Strafraum, der ESV bekam den Ball nicht geklärt, und am Ende eines unübersichtlichen Gestochers war es Tom Braesch, der zum 2:2-Endstand einschoss (90.+4).

„Da haben wir kollektiv geschlafen. Wir haben unseren Mann aus den Augen verloren“, ärgerte sich Haberlag über den späten Ausgleich. Nedim Hasanbegovic hingegen war stolz auf den Kampfgeist seiner Truppe: „Jeder hat mitgezogen, auch die Eingewechselten. Dass man in einem Spiel, wo fußballerisch vielleicht nicht alles perfekt war, so zurückkommt, war top.“
Für den ESV bleibt am Ende ein lachendes und ein weinendes Auge: Man bleibt in der Rückrundentabelle ungeschlagen und hält auf dem Relegationsplatz zur Oberliga die Konkurrenten auf Distanz, doch der sicher geglaubte Dreier glitt in letzter Sekunde durch die Finger.
Stimmen zum Spiel
Eckernförder SV: Sievers – Huber (70. Behrens), Clausen, Andreas, Wolf (46. Richter), Bamler – Stoeterau, Mohr, Wagner (54. Justen) – Dagtekin (82. Altendorf), Apitz (89. Witte).
Trainer: Maik Haberlag.
SpVg Eidertal Molfsee: TW – Ramo, Braesch, Höckendorff, Bruns – Wiegand, Cetintürk (77. Wassielewski) – Aouci, Schütt (3. Schnoor), Prempeh (66. Mortensen) – Wüllner (89. Laugwitz).
Trainer: Nedim Hasanbegovic.
SR: Jörn Göttsch (TSV Lütjenburg)
Ass.: Olivier Guillon, Mathis Luttman.
Z.: 100.
Rote Karte: Luca Aouci (62., Eidertal).
Tore: 0:1 Selim Cetintürk (40.), 1:1 Leon Apitz (53.) 2:1 Lukas Witte (90.+2), 2:2 Tom Braesch (90.+4).
25. Spieltag / Tabelle Landesliga Schleswig
| Datum | Heim – Gast | Erg. |
|---|---|---|
| 10.04.26 | TSV Hattstedt – TSB Flensburg | 3:4 |
| 11.04.26 | TSV Kropp – SV Dörpum | 0:2 |
| 11.04.26 | TSV Kronshagen – TSV Friedrichsberg-Busdorf | 3:1 |
| 11.04.26 | SVE Comet Kiel – SSG Rot-Schwarz Kiel | 2:3 |
| 11.04.26 | Heider SV II – TSV Klausdorf | 1:4 |
| 12.04.26 | SV Frisia 03 – TSV Rantrum | 2:1 |
| 12.04.26 | SC Weiche Flensburg 08 II – TuS Jevenstedt | 3:2 |
| 12.04.26 | Eckernförder SV – SpVg Eidertal Molfsee | 2:2 |
| Pos | Verein | Sp. | Pkt. | Tore |
|---|---|---|---|---|
| 1 | TSB Flensburg (Ab) | 24 | 68 | 90:20 |
| 2 | Eckernförder SV (Ab) | 24 | 52 | 54:24 |
| 3 | SV Frisia 03 Risum-Lindholm | 24 | 46 | 66:36 |
| 4 | SSG Rot-Schwarz Kiel | 23 | 44 | 50:44 |
| 5 | SpVg Eidertal Molfsee (Ab) | 25 | 43 | 78:52 |
| 6 | TSV Klausdorf | 24 | 41 | 61:47 |
| 7 | SC Weiche Flensburg 08 II | 24 | 38 | 58:46 |
| 8 | TSV Rantrum | 24 | 37 | 73:50 |
| 9 | SV Dörpum | 24 | 31 | 57:51 |
| 10 | TSV Kronshagen | 25 | 28 | 30:34 |
| 11 | TSV Friedrichsberg-Busdorf | 24 | 25 | 43:65 |
| 12 | TSV Kropp | 24 | 23 | 34:56 |
| 13 | TSV Hattstedt (Auf) * | 25 | 22 | 41:65 |
| 14 | TuS Jevenstedt | 24 | 21 | 30:58 |
| 15 | SVE Comet Kiel (Auf) | 25 | 14 | 35:83 |
| 16 | Heider SV II (Auf) * | 25 | 9 | 38:107 |
* Punktabzüge berücksichtigt: TSV Hattstedt (-2), Heider SV II (-3).
