Krimi spätabends in Plön – Luca Witt mit dem letzten Schuss vor dem Schlafengehen

von Ismail Yesilyurt

Luca Witt (am Ball, TSV Plön) bringt das Plöner Schiffsthal-Stadion in der Nachspielzeit zum Beben. © 2025 Ismail Yesilyurt


Was für ein Krimi im Plöner Schiffsthal-Stadion! In einem hochemotionalen Nachholspiel der Verbandsliga Ost erkämpft sich der TSV Plön in letzter Sekunde ein 3:3-Remis gegen den Tabellendritten Probsteier SG. Während die Gastgeber ihre Moral feiern, trauert die PSG nicht nur verlorenen Punkten, sondern auch zwei Schwerverletzten nach.

Nervenaufreibender und spannender Krimi im Plöner Schiffsthal-Stadion, der am Dienstagabend kurz vor 22 Uhr mit einem großen Knall endete.

In der sechsten Minute der Nachspielzeit segelte ein letzter Freistoß in den Strafraum der Probsteier SG. Die Gäste bekamen den Ball nicht geklärt, das Leder trudelte durch die Gefahrenzone – bis Luca Witt im Rückraum Maß nahm. Mit einem flachen Abschluss durch die vielbeinige Abwehr hindurch traf er zum 3:3-Endstand und versetzte die Plöner Anhängerschaft in Ekstase.

Verletzungspech für Delpiero Bamm (Probsteier SG) im Spiel beim TSV Plön. © 2026 Ismail Yesilyurt
Verletzungspech für Delpiero Bamm (Probsteier SG) im Spiel beim TSV Plön. © 2026 Ismail Yesilyurt

Plöner Leidenschaft gegen spielerische Klasse

Dass der Tabelflefte dem Favoriten ein Bein stellen konnte, lag vor allem an der unbändigen Leidenschaft der jungen Plöner Truppe. Zwar agierten die Hausherren taktisch tiefstehend und lauerten primär auf Umschaltmomente, doch diese Nadelstiche saßen. In der 24. Minute bestrafte Luis Pallokat eine Unachtsamkeit der Gäste eiskalt und markierte die 1:0-Führung für den TSV.

Die PSG schüttelte sich jedoch kurz und bewies, warum sie ganz oben in der Tabelle mitmischt. Durch Treffer von Christoph Will (35.) und einen Foulelfmeter von Liga-Toptorjäger Din Mehanovic (40.) mit seinem 24 Tor drehten die Gäste die Partie noch vor der Pause. „Wir haben uns teilweise wirklich gut bis zum Sechzehner kombiniert“, analysierte PSG-Trainer Thomas „ToBo“ Bohrmann nach der Partie, räumte aber ein: „Wir haben trotzdem nicht wirklich Sicherheit in unser Spiel bekommen.“

Offener Schlagabtausch und vergebene Matchbälle

Nach dem Seitenwechsel blieb die Intensität hoch. In der 59. Minute war es Mika Stegmaier, der per Foulelfmeter den Ausgleich für Plön erzielte – eine Entscheidung des Unparteiischen Clemens Goepel, die auf Seiten der Gäste für Stirnrunzeln sorgte. Doch die Antwort der Probsteier folgte prompt: Nur zwei Minuten später stellte Lennard Reinke die Weichen mit dem 3:2 wieder auf Sieg.

Mika Stegmaier  (TSV Plön) verwandelte nach der Pause per Elfer zum 2-2- © 2025 Ismail Yesilyurt
Mika Stegmaier (TSV Plön) verwandelte nach der Pause per Elfer zum 2:2. © 2025 Ismail Yesilyurt

Was folgte, war eine Phase, in der die Gäste den Sack mehrfach hätten zumachen müssen. „Wir haben drei, vier, fünf Situationen, wo wir teilweise mit drei oder vier Mann alleine auf einen Verteidiger zulaufen“, ärgerte sich Bohrmann über die mangelnde Kaltschnäuzigkeit seiner Elf. Da die PSG die Konter leichtfertig vertändelte, blieb Plön im Spiel.

Die alte Fußballweisheit schlägt zu

„Machst du ihn vorne nicht, kriegst du ihn hinten – das ist eine alte Fußballerweisheit. Und so kam es dann auch“, bilanzierte Bohrmann den Last-Minute-Ausgleich durch Luca Witt. Während Plön den Punkt aufgrund des nimmermüden Einsatzes als Sieg der Moral verbuchte, blickt man bei der Probsteier SG auf einen „gebrauchten Abend“.

Sorgen um Bamm und Töremen trüben den Abend

Viel schwerer als der späte Punktverlust wiegen für die Gäste jedoch die personellen Hiobsbotschaften. Die PSG bezahlte den Auftritt im Schiffsthal teuer: Delpiero Bamm musste mit Verdacht auf Rippenbruch ausgewechselt werden, bei Volkan Töremen wird ein Bänderriss im Fuß befürchtet. „Die Verletzungen wiegen viel, viel schwerer als die verlorenen Punkte“, betonte Bohrmann, gab sich aber kämpferisch: „Mund abputzen und im nächsten Spiel wieder neu angreifen.“

„Verletzungsbedingte Unterbrechungen führten zu einer 7-minütigen Nachspielzeit, in der wir alles nach vorne warfen und bei Kontern mehrfach in Unterzahl überragend verteidigten. Unsere Bemühungen wurden in der Schlussminute belohnt, als Witt nach einem Freistoß von Timo Falk einschießen konnte. Aus unserer Sicht bei vielen Chancen auf beiden Seiten ein gerechtes Unentschieden. Den Gäste-Spielern Töremen und Bamm, die beide verletzt ausscheiden mussten, wünschen wir an dieser Stelle eine schnelle Genesung“, konstatierte Plöns Coach Matthias Falk.

Stimme zum Spiel

Thomas Bohrmann (Trainer Probsteier SG)

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