Kliti als Spielverderber – Heider SV unglücklich gegen Tofe in der Crunchtime

von Olaf Wegerich

Daouda Soumah (re., Heider SV), von Paul Meseberg (SV Todesfelde) verfolgt, war ein großer Unruheherd für Todesfelde.© Kristina Gay/Heider SV Liga GmbH


Am Osterwochenende waren der Heider SV und der Tabellenführer SV Todesfelde in der Flens-Oberliga doppelt gefordert. Am Ostermontag konnte sich der aktuelle Spitzenreiter in der Nachspielzeit durch das goldene Tor von Julius Kliti (90./+6) glücklich mit 1:0 (0:0) beim Heider SV durchsetzen. Bereits zwei Tage zuvor siegte Tofe durch den Treffer von Paul Meseberg (13.) ebenfalls mit 1:0 beim TSB Flensburg. Für den Spitzenreiter war es zudem der dritte 1:0-Erfolg auswärts in Serie, nachdem bereits in der Woche davor beim VfB Lübeck II in der Nachspielzeit der 1:0-Erfolg eingetütet werden konnte. Die Dithmarscher konnten am Ostersamstag im Traditionsduell den VfR Neumünster in der Nachspielzeit durch einen Treffer von Arne Burmeister (90./+2) mit 2:1 bezwingen. Todesfelde hat nach dem Sieg in Dithmarschen seinen Vorsprung auf sechs Punkte gegen die ärgsten Verfolger PSV Neumünster und SV Eichede ausgebaut. Der Heider SV behauptet den 6. Platz.

Marvin Ehlert wieder beim HSV dabei

Beim Heider SV stand Marvin Ehlert nach einer Zerrung wieder in der Startformation. Lennart Busch, der beim Spiel gegen Neumünster von VfR-Spieler Serifi einen Tritt in die Ferse bekommen hatte, fehlte ebenso wie die gesperrten Thede Reimers und Azat Selcuk.

Heides Arne Burmeister trifft Pfosten

Auf schwer bespielbarem Boden bei Dauerregen entwickelte sich sofort ein sehr intensives Spiel mit vielen Zweikämpfen. Dabei kamen die Gastgeber deutlich besser ins Spiel und wurden direkt gefährlich. Die Heider standen sehr kompakt und ließen die gefährlichen Spitzen von Tofe kaum einmal zur Entfaltung kommen. Bereits früh hätten die Dithmarscher durch Arne Burmeister in Führung gehen können, doch der hatte viel Pech mit einem Pfostentreffer.

Gelb-Rot für Patrick Storb nach Allerweltsfoul

Dann kam die Phase, in der Schiedsrichter Florian Lisiak vom SV Friedrichsort einige strittige Situationen zu entscheiden hatte. Nach einem Zweikampf in der Luft erhielt Heides Patrick Storb zunächst eine fragwürdige gelbe Karte. Nur wenige Minuten später trifft Storb Tofes Morten Liebert leicht an der Wade und wird sofort mit einer gelb-roten Karte des Feldes verwiesen. „Der Schiedsrichter begründete das uns gegenüber mit offener Sohle”, war Heide-Fußballobmann Nissen mit der Entscheidung wenig konform. „In der Summe hätten beide Aktionen vielleicht eine gelbe Karte gerechtfertigt”, reagierte Nissen schockiert über das mangelnde Fingerspitzengefühl.

Patrick Storb (Heider SV) erhält nach einem Foulspiel an Morten Liebert (re., SV Todesfelde) die gelb-rote Karte.  © Kristina Gay - Heider SV Liga GmbH
Patrick Storb (Heider SV) erhält nach einem Foulspiel an Morten Liebert (re., SV Todesfelde) die gelb-rote Karte. © Kristina Gay/Heider SV Liga GmbH

Auch Heides Coach Markus Wichmann mit fragwürdiger Ampelkarte

Als kurz darauf Heides Trainer Markus Wichmann Kontakt mit dem Linienrichter aufnimmt und Klärungsbedarf hat, informiert der Assistent sofort per Funk den Schiedsrichter, der nach kurzer Rücksprache Wichmann ebenfalls mit einer gelb-roten Karte aus dem Innenraum verweist.

Unterzahl der Gastgeber nicht erkennbar

Auch in Unterzahl zeigen die Gastgeber in der zweiten Hälfte eine starke Leistung und halten völlig zu Recht gegen die insgesamt recht passiven Gäste, die nur vereinzelt zu Abschlüssen kommen, aber in Mats Hinrichs im Tor ihren Meister finden, lange das torlose Remis. „Alle haben gegen den Ball gearbeitet und ein Riesenspiel gezeigt”, war Nissen mit dem Auftritt seiner Mannschaft sehr zufrieden.

Jonah Gieseler und Daouda Soumah lassen Tofe-Torgebälk wackeln

Das konnte er auch, denn Winterneuzugang Jonah Gieseler vom Regionalligisten SC Weiche 08 Flensburg hatte viel Pech mit einem Pfostentreffer, den Nachschuss drosch Daouda Soumah an die Unterkante der Latte.

Krimi in der Overtime mit Elfmeter und Golden Goal

In der Nachspielzeit überschlagen sich dann die Ereignisse. Zunächst traf Tofes Kapitän und Abwehrchef Kai-Fabian Schulz den schnellen Daouda Soumah am Knie. Schiedsrichter Lisiak entschied sofort auf Foulelfmeter. Den gut getretenen Ball von Jonah Gieseler (90./+2) entschärfte Tofes Torhüter Fabian Landvoigt mit einer starken Parade.

Jonah Gieseler (re., Heider SV) vergibt in der Nachspielzeit vom Punkt die große Überraschung gegen den Tabellenführer.  © Kristina Gay - Heider SV Liga GmbH
Jonah Gieseler (re., Heider SV) vergibt in der Nachspielzeit vom Punkt die große Überraschung gegen den Tabellenführer. © Kristina Gay/Heider SV Liga GmbH

Zweiter Strafstoßpfiff für Heider SV bleibt aus

Nur zwei Minuten später wird der durchgebrochene Arne Burmeister (90./+4) im Strafraum am Knie getroffen und kommt zu Fall. Wieder war Schulz der Übeltäter. Doch diesmal bleibt die Pfeife des Unparteiischen stumm. „Die Situation war ähnlich. Da hatte er nicht noch mal den Mut, einen Elfer zu geben”, haderte Nissen.

Julius Kliti macht schmeichelhaften Sieg fest

Der Spitzenreiter zeigte nun seine ganze Klasse und schlägt eiskalt zu. Ein langer Ball von Morten Liebert landet bei Julius Kliti (90./+6), der kurz den Ball annimmt und mit einem Kullerball, der noch durch die Beine von Helge Kröger rollte, zum mehr als schmeichelhaften 1:0 trifft. Unschöner Höhepunkt einer hart umkämpften Partie mit einem glücklichen Sieger ist die glatte rote Karte gegen Rafael Krause (90./+8) nach einem Tritt gegen Daouda Soumah. „Heute haben wir leider die Kehrseite der Medaille mit voller Brutalität des Fußballs kennenlernen müssen. Eine Last-Minute-Niederlage ist brutal schmerzhaft, aber so ist leider Fußball”, sagte Heides Torhüter Mats Hinrichs nach dem Spiel.

Fazit: Todesfelde ist das Maß aller Dinge in der Oberliga. Der Spitzenreiter steht da, wo er hingehört und sich wohl auch selber sieht. Die Mannschaft ist seit vier Spielen ohne Gegentor, was nicht nur der abgezockten Abwehr und ihrem starken Torwart zu verdanken ist, sondern dem funktionierenden Kollektiv. Zudem ist Tofe gnadenlos effektiv, ohne dabei den großen Glanz und die spielerische Klasse aus der Hinrunde zu versprühen. Der Heider SV hat von den letzten sechs Spielen drei gewonnen und drei verloren, die allerdings gegen die drei Topmannschaften der Liga und alle nur mit einem Tor. Trainer Markus Wichmann setzt konsequent auf viele junge Spieler und hat aus der neu formierten Mannschaft eine Einheit geformt, die an guten Tagen mit den Spitzenteams bereits jetzt auf Augenhöhe mitspielen kann.

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