Holstein II eine Nummer zu groß – MTSV unterliegt 0:4 bei Jungstörchen

von Olaf Wegerich

Guter Kampf reichte für den MTSV nicht – hier klärt Arsenij Ksenfontonov (MTSV Hohenwestedt) gegen Felix Boelter (Holstein Kiel U23). © 2026 Ismail Yesilyurt


Regionalligaabsteiger Holstein Kiel II schafft in seinem ersten Punktspiel unter den beiden Interimstrainern Sven Boy und Linus Schewior den Weg zurück in die Erfolgsspur. Gegen den stark abstiegsbedrohten MTSV Hohenwestedt konnten sich die Jungstörche – trotz einer Halbzeit in Unterzahl, da Felix Boelter noch vor der Pause nach einem Foulspiel des Feldes verwiesen wurde – souverän mit 4:0 (2:0) durchsetzen. Durch den zehnten Heimsieg haben die Jungstörche den Lokalrivalen FC Kilia Kiel vom 2. Platz verdrängt, rangieren allerdings weiterhin 10 Punkte hinter Spitzenreiter SV Todesfelde. Für den MTSV Hohenwestedt wird die Luft am Tabellenende immer dünner, da Inter Türkspor Kiel sein Heimspiel gegen den Todesfelde-Bezwinger Oldenburger SV überraschend mit 3:2 für sich entscheiden konnte. Damit beträgt der Vorsprung für den MTSV, der durch die Niederlage auf den 13. Platz abgerutscht ist, nur noch einen Zähler auf Inter.

Kochanski fehlt

Da bei den Gästen mit dem erkrankten Thies Kochanski neben den beiden gesperrten Henrik Schnoor, Fabian Engbrecht sowie dem verletzten Mika Hirsch noch ein weiterer wichtiger Spieler kurzfristig ausfiel, sah sich Trainer Arend Müller zu einigen Umstellungen gezwungen.

Torben Matz (MTSV Hohenwestedt) fängt einen Pass von Jorden Winter (li., Holstein Kiel U23) ab. © 2023 Ismail Yesilyurt
Torben Matz (MTSV Hohenwestedt) fängt einen Pass von Jorden Winter (li., Holstein Kiel U23) ab. © 2023 Ismail Yesilyurt

In einem guten Oberligaspiel diktierten zunächst die spielstarken Gastgeber mit ausgeprägtem Ballbesitzfußball eindeutig das Spielgeschehen, doch gegen die lange Zeit sehr kompakt stehenden Gäste blieben Torchancen zunächst Mangelware.

Kiel trifft zur Führung – Koc verwandelt Foulelfer

Nach einem Foulspiel an Islam Matente durch Torben Matz entschied das Schiedsrichtergespann sofort auf Foulelfmeter für die Gastgeber. Cengizhan Koc (27.) verwandelte den fälligen Strafstoß sicher.

Ottilinger legt zweiten Treffer nach

Nur acht Minuten später trifft Tim Ottilinger (35.) mit einem Distanzschuss aus gut 18 Metern – bei dem Hinrichs im MTSV-Tor noch dran war – zum 2:0 für die Gastgeber.

Boelter sieht die rote Karte

Bei einer der wenigen Offensivaktionen der Gäste in der Nachspielzeit der ersten Hälfte wird Arsenij Ksenofontov kurz vor der Strafraumgrenze – so sah es zumindest das Schiedsrichtergespann – vom Kieler Felix Boelter gefoult und sieht sofort die Rote Karte. Den daraus resultierenden Freistoß setzte Tim Sienknecht – der sich zudem die fünfte gelbe Karte einhandelte – knapp neben das Tor.

MTSV mit guter Phase

In Überzahl agierten die Gäste nach der Pause für zwanzig Minuten deutlich mutiger, hatten dabei auch viel Ballbesitz und einige schöne Kombinationen, konnten sich jedoch keine wirklich zwingenden Torraumszenen herausspielen.

Der agile Islam Matene (Holstein Kiel U23) versucht es artistisch per Seitfallzieher. © 2026 Ismail Yesilyurt

„In der Phase hätte das Spiel vielleicht noch einmal kippen können, wenn uns der Anschlusstreffer gelingt“, haderte MTSV-Coach Arend Müller.

Nur neun Minuten nach der Pause kommt bei den Gästen Angreifer Tjark Struve zu seinem Oberligadebüt und zeigt dabei auch einige gute Ansätze. „Tjark hat gestern noch in der Zweiten gespielt und ist bei uns regelmäßig beim Training dabei. Das hat er gut gemacht. Er hatte ein, zwei gute Aktionen“, lobte Müller das unbekümmert aufspielende Nachwuchstalent.

Ottilinger schnürt Doppelpack

Doch mitten in die gute Phase der Gäste bekommen die Jungstörche im Halbfeld einen Freistoß zugesprochen, den Koc in den Strafraum schlägt und Tim Ottilinger (76.) – mit seinem zweiten Treffer – und einer herrlichen Direktabnahme zum 3:0 nutzt.

Meyer trifft zum 4:0-Endstand

Damit ist der Widerstand der Gäste gebrochen, die dann noch in einen Konter laufen und nach schöner Vorarbeit von Jordan Winter durch Mätthi Meyer (82.) sogar noch einen vierten Gegentreffer kassieren.

Die Jungstörche sind auch in Unterzahl ihrer Favoritenrolle in vollem Umfang gerecht geworden und durften am Ende einen standesgemäßen Sieg feiern.

Stimmen zum Spiel

Trainer Arend Müller (MTSV Hohenwestedt):
„Holstein hat absolut verdient gewonnen, aber der Sieg ist aus meiner Sicht um zwei Tore zu hoch ausgefallen. Nach der Pause hat Holstein schon gemerkt, dass von uns mehr Gegenwehr kommt. Da wurde auch das Trainerteam lauter. Beim dritten Gegentor haben wir gepennt, das war sehr ärgerlich. Bis dahin hatte ich schon das Gefühl, dass vielleicht noch etwas geht. Bei Holstein merkt man schon: Die spielen ihren Stiefel runter. Da waren wir nicht griffig genug. So wie die ihr Spiel aufbauen, da merkt man schon, dass alles im Handbuch steht. Da sind wir dann oft auch hinterhergelaufen.“

Sven Boy (Trainer Holstein Kiel U23)

Zuschauer: 270 Citti Fussball Park in Kiel.

Olaf Wegerich

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