Henrik Schnoor (li), Torben Hendrischke und der MTSV Hohenwestedt hielten gegen den VfR Neumünster lange Zeit die Null. © 2024 Olaf Wegerich
Freitagabend, Sportplatz Wilhelmshöh in Hohenwestedt. Der MTSV empfängt im Mittelholstein-Derby den letztjährigen Mitaufsteiger VfR Neumünster. Die Heimbilanz der letzten Jahre spricht für den Gastgeber. In den letzten vier Jahren blieb man gegen die einst übermächtigen „Veilchen“ aus der ehemaligen Textilhochburg Neumünster ungeschlagen. Lediglich beim letzten Aufeinandertreffen im März dieses Jahres behielt Rasensport in der heimischen Grümmi-Arena die Oberhand. Zuletzt spielten beide Teams in den letzten Wochen recht stabil, die Gastgeber holten aus den letzten drei Partien 7 Punkte.
Enno Beckmann verletzt, Barth-Elf mit Jannik Opallach im Tor
Das Hohenwestedter Trainerduo Sebastian Barth und Udo Kochanski nominierte im Feld den Ex-Rasensportler Mika Hirsch anstelle von Torben Hendrischke. Dazu muss der MTSV auf Enno Beckmann, den Torwart der Erfolgself der letzten Wochen, verzichten. Er hatte sich im Abschlusstraining verletzt. Bei den Gästen ist torwarttechnisch das Gegenteil der Fall, dort ist nun ein Keeper mehr an Bord.
VfR: Eric Gründemann und Mohammed Mamud erstmals im Kader
Mit Eric Gründemann steht erstmals ein neu verpflichteter Torwart im Kader. Gründemann war im letzten Spieljahr Stammspieler in der Regionalliga Südwest. Außerdem ist der jetzt erst spielberechtigte Mohammed Mahmud im Kader. Es fehlen der im letzten Spiel langfristig verletzte Nick Neca und der angeschlagene Murat Rasgele. Auch Torjäger Ola Adesanya nimmt leicht verletzt zunächst auf der Bank Platz.

Neumünster bestimmt das Spiel, cleveres Hohenwestedt schießt die Tore
Von Beginn an übernahm Rasensport mit guter Raumaufteilung die Spielkontrolle. Der MTSV stand aber hinten super sicher, Abwehrchef Geart Latifi, die letzten vier Spieljahre im VfR-Dress, hatte zusammen mit Henrik Schnoor alles im Griff. Bis auf eine sehr gute Möglichkeit durch Ilir Serifi (16.), der frei vor Opallach am Tor vorbeischoss, hatte der VfR bei zwei Dritteln Ballbesitz kaum Chancen.
Nach einem Dribbling von Mika Hirsch konnte Rin Yoshimatsu nur mit offener Sohle Jorit Rathje zur Ecke blocken. Der Freistoß aus 18 Metern von Tim Sienknecht schlug ein – der erste Schuss auf das Tor von Christopher Newe – 1:0 (30.). Kurz vor der Pause der nächste schnelle Konter der Hausherren. Einen Querpass von der rechten Seite auf Kilian Pingel am linken Strafraumeck nutzte dieser, setzte sich gegen zwei Gegenspieler durch und traf zum 2:0 (45.). Fast hätte Hirsch noch einen Treffer nachgelegt, scheiterte aber an Newe (47.).
Ex-VfR-Spieler Hirsch entscheidet das Spiel
Nach der Pause wechselte der VfR zweimal. Doch zunächst kommt der MTSV besser in die Partie, kann das Spiel jetzt offener gestalten. Das Spiel ist jetzt recht ausgeglichen, das Tempo weiterhin hoch. Nach einem Ballverlust des VfR im Mittelfeld kontert der MTSV über links, in der Mitte trifft Mika Hirsch mit seinem ersten Tor für den MTSV zum 3:0 (69.). Das Spiel scheint entschieden. Weiterhin hat der MTSV immer wieder seine Umschaltmomente, gestattet dem VfR nichts. Erst in der 82. Minute wird Opallach das erste Mal ernsthaft geprüft, Kramers Flatterschuss aus 16 Metern meistert er aber stark.
Wilde Schlussphase
Nachdem Kramer aus 16 Metern dann doch den Anschlusstreffer erzielt, wird es richtig wild. Zunächst rettet Newe zweimal überragend gegen die eingewechselten Jasper Schwarz und Ramon Busse. Das hätte das sichere 4:1 sein müssen. Doch im Gegenzug schlenzt Kramer den Ball tatsächlich noch zum 3:2-Anschlusstreffer ins Netz. Doch der MTSV bringt aufgrund der besseren Chancen den verdienten Sieg dann doch noch über die Bühne.
MTSV Hohenwestedt: Opallach – Brandt, Latifi, Schnoor, Neitzke (81. Hoppe) – Rathje (74. Holm), Tjark Sievers (37. Hendrischke), Sienknecht – Hirsch, Kochanski (77. Busse), Pingel (66. Schwarz).
Trainer: Sebastian Barth / Udo Kochanski.
VfR Neumünster: Newe – Kahlcke (46. Mahmud), Yoshimatsu (77. Wehde), Korup, Prom – Schulz (72. Deguchi), Watring – Ljulic, Mehmeti (46. Adesanya), Serifi – Kramer.
Trainer: Liridon Imeri.
Schiedsrichter: Christian Roloff (Suchsdorfer SV). Verteilte in einem völlig fairen Spiel ohne schweres Foul viel zu viele gelbe Karten.
Assistenten: Tom Pasewald, Jannik Klindt.
Zuschauer: 431.
Tore: 1:0 (30., Sienknecht, 2:0 (45.) Pingel, 3:0 (69.) Hirsch, 3:1 (88.) Kramer, 3:2 (93.) Kramer.