Marvin Bruhn ist bei Frisia Risum-Lindholm Kapitän, Vorbereiter und dazu noch ein exzellenter Torjäger, In Kronshagen gab es das Tor Nummer 20. © 2026 Ismail Yesilyurt
In einer von Taktik und Intensität geprägten Verbandsliga-Partie trennten sich der TSV Kronshagen und der SV Frisia 03 Risum-Lindholm am Samstagmittag mit einem leistungsgerechten 1:1. Während die Hausherren mehr am Ball waren, verdienten sich die Nordfriesen den Punkt durch eine leidenschaftliche Defensivarbeit und enorme Kaltschnäuzigkeit. Die Elf von Coskum Yamak vermischte Kombinationen und lange Bälle. Wobei die Zuspiele in die gegnerische Hälfte bzw. Abwehr zu oft falsch adressiert waren.
Der TSV Kronshagen übernahm auf dem heimischen Kunstrasen von Beginn an die Initiative. Mit „geschätzt 80 Prozent Ballbesitz“ in der ersten Hälfte ließen die Gastgeber den Ball flüssig durch die eigenen Reihen laufen. Besonders Yunus Emre Boz fungierte als Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld. „Wir hatten das Spiel größtenteils unter Kontrolle und haben den Gegner gut laufen lassen“, analysierte TSV-Coach Coskun Yamak nach der Partie. „Wir haben Emre Boz immer wieder in den Halbräumen gefunden, er konnte aufdrehen und das Spiel fortsetzen.“

Eiskalte Führung gegen den Spielverlauf
Frisia Risum-Lindholm hingegen wirkte im eigenen Aufbau zunächst hektisch und suchte das Heil oft in langen Bällen. Doch während Kronshagen trotz der optischen Überlegenheit im letzten Drittel die Durchschlagskraft fehlte, zeigten sich die Gäste hocheffizient. In der 27. Minute hebelte Renz Rapräeger die Kronshagener Defensive mit einem Pass auf Marvin Bruhn aus. Der Kapitän ließ seinen Bewacher stehen und traf mit der „Pike“ flach ins kurze Eck zum überraschenden 0:1.
„In der Situation hätten wir drei- oder viermal klären können“, ärgerte sich Yamak über den Gegentreffer. „Generell haben wir das ganze Spiel über diese Fifty-fifty-Bälle nicht bekommen, und das hat der Gegner eiskalt ausgenutzt.“ Kurz darauf hätte Renz Rapräeger nach einem starken Steckpass von Jawad Shams beinahe sogar auf 0:2 erhöht, doch der Ball versprang tückisch auf dem künstlichen Grün.
Thorge Jess sorgt für den Ausgleich
Kronshagen zeigte sich jedoch nicht geschockt und antwortete noch vor dem Seitenwechsel. Die ständigen Bemühungen der Stürmer Erdogan Cumur und Roman-Alexander Reikat zahlten sich in der 37. Minute aus – wenn auch nach einer Standardsituation. Ein präzise getretener Freistoß von Boz segelte auf den Kopf eines Mitspielers am kurzen Pfosten. Von dort an den zweiten Pfosten, wo Thorge Jess goldrichtig stand und zum 1:1-Pausenstand einnetzte.

Zerfahrene zweite Hälfte ohne Höhepunkte
Nach dem Wiederanpfiff verflachte die Partie zusehends. Zwar behielt Kronshagen weiterhin mehr Spielanteile, doch das Mittelfeldpressing der Nordfriesen griff nun deutlich besser. Frisia-Schlussmann Jorge Hansen verlebte einen weitgehend ruhigen Nachmittag, da seine Vorderleute die Räume geschickt eng machten und sehr gute Vorarbeit leisteten.
Frisia-Kapitän Marvin Bruhn, der vor seinem 1:0 noch mit einem gezirkelten Schuss knapp verfehlte, zog nach dem Abpfiff ein zufriedenes Fazit: „Das war ein sehr intensives und anstrengendes Spiel. In der ersten Halbzeit sind wir viel hinterhergelaufen, aber wir konnten uns heute wieder voll auf unsere Abwehr verlassen, die in der letzten Reihe wirklich alles wegverteidigt hat.“
Abwehrchef Eduard Klemmer sorgt für Raunen
Einzig ein Schuss von Eduard Klemmer, den Kronshagens Keeper Alexander Nicolas Bock glänzend parierte, sorgte noch einmal für Raunen unter den 51 Zuschauern. Ansonsten „plätscherte das Spiel so dahin“, wie es Yamak treffend formulierte.

Ein Sonderlob gab es von Seiten des Kronshagener Trainers noch für die Unparteiischen: „Was ich hervorheben möchte, ist die Leistung des Schiri-Teams. Die haben das Spiel super geleitet. Da wurden kaum Aktionen falsch entschieden. Also Respekt an die Schiris.“ Am Ende stand ein Unentschieden, mit dem beide Seiten angesichts des Spielverlaufs gut leben konnten.
Stimme zum Spiel
TSV Kronshagen: Bock – Hencke, Jess, Siebenhüner (66. Morawe) – Möller, Rixen (74. sand) – Wallenstein, Wethgrube, Boz (88. Abdula) – Cumur (81. Hamze), Reikat.
Trainer: Coskun Yamak.
SV Frisia 03 Risum-Lindholm: Hansen – Böckenholt, Klemmer, Danielsen – Jesse Traber (74. Pause), Tade Traber (46. Feddersen), Bruhn, Dethlefsen (74. Alexanjan), Sönnichsen – Rapraeger, Shams (46. Paulsen).
Trainer: Uwe Petersen.
SR: Maik Tams (Brekendorfer TSV).
Ass.: Gerrit Steinmetz, Dr. Carsten Füg.
Z.: 51.
Tore: 0:1 Marvin Bruhn (27.), 1:1 Thorge Jess (37.).
