Friedrichbergs Tjark von Lanken und Tim Asmussen mit zwei Traumtoren gegen SVE Comet

von Ismail Yesilyurt

Niklas Schmidt mit dem 1-0 für den SVE Comet Kiel gegen den TSV Friedrichsberg-Busdorf. © 2026 Jörg Moritz


Es ist ein Déjà-vu der grausamen Art, das den SVE Comet Kiel am Ostermontag ereilte. Wie schon so oft in dieser Spielzeit verspielten die Kieler eine Pausenführung und standen nach dem 1:2 im Schicksalsduell gegen den TSV Friedrichsberg-Busdorf mit leeren Händen da. Bei acht Punkten Rückstand auf das rettende Ufer und nur noch sechs verbleibenden Partien scheint der Abstieg nun endgültig besiegelt.

Hoffnungsschimmer auf dem „Acker“ am Radsredder

Die Vorzeichen waren klar: Nach der 1:2-Pleite gegen Hattstedt am Samstag war ein Sieg Pflicht. Trotz eines extrem holprigen Platzes, der spielerische Glanzpunkte fast unmöglich machte, zeigten die Hausherren eine starke Moral. In der 27. Minute belohnte Niklas Schmidt die Bemühungen mit dem 1:0 nach einem präzisen Schnittstellenpass.

Sogar das 2:0 lag in der Luft, doch Alban Jashari scheiterte am Pfosten. Auch Marc Stegemann, der den ortsabwesenden Cheftrainer Michael Schröder an der Seitenlinie vertrat, erkannte die Kieler Überlegenheit im ersten Durchgang an: „In der ersten Halbzeit hat Comet das aber deutlich besser gelöst als wir. Die haben immer wieder die Tiefe gesucht, während wir im Positionsspiel auch bei den tiefen Läufen echt nicht gut drin waren. Das 0:1 zur Pause war dann auch in meinen Augen absolut verdient.“

Wenn der Atem ausgeht: Der Einbruch nach der Pause

In der zweiten Halbzeit schlug jedoch das altbekannte „Comet-Schicksal“ zu. Zum siebten Mal in dieser Saison gab die Mannschaft von Jan Schümann eine 1:0-Führung noch aus der Hand. Während die Gäste ihr System umstellten und druckvoller agierten, fehlte bei einigen Kielern die Kraft, um die Umschaltaktionen in dem Tempo wie aus dem ersten Abschnitt auszuführen.

David Harutjunjan (TSV Friedrichsberg-Busdorf) zwischen Frank Milbradt (li.) und Yasin Cheriag (SVE Comet Kiel). © 2026 Jörg Moritz
David Harutjunjan (TSV Friedrichsberg-Busdorf) zwischen Frank Milbradt (li.) und Yasin Cheriag (SVE Comet Kiel). © 2026 Jörg Moritz

Trainer Jan Schümann suchte nach dem Abpfiff hörbar mitgenommen nach Erklärungen: „Und wie so oft, schaffen wir es nicht, über neunzig Minuten konzentriert das Ding runterzuspielen. Ja, und verlieren das Ding am Ende noch. Am Ende hat wahrscheinlich auch wieder die Kraft gefehlt. Dadurch waren wir hinten ein bisschen offener und haben, ja, dadurch sind dann wahrscheinlich auch die Chancen entstanden.“

Zwei Traumtore besiegeln das Kieler Schicksal

Die Wende leiteten die Gäste durch pure Effektivität und zwei technisch herausragende Momente ein. Zunächst war es Abwehrchef Tjark von Lanken, der in der 71. Minute eine Kopfball-Bogenlampe von der Strafraumgrenze unhaltbar im langen Eck versenkte.

Stegemann zeigte sich über die Flugkurve selbst erstaunt: „Sind viel besser in die Hälfte gekommen und haben uns dann folgerichtig auch belohnt durch ein richtig schönen Kopfball von Tjark von Lanken. Wie er das gemacht hat, weiß ich nicht. Aus 18 Metern den dann so da links oben reinzuköpfen, ist mir ein Rätsel – kann aber auch nur er.“ Von Lanken zeigte auch in der Abwehrzentrale ein starke Performance.

Tjark von Lanken (TSV Friedrichsberg), mit einer der besten Spieler, klärt vor Alban Jashari (SVE Comet Kiel)
Tjark von Lanken (TSV Friedrichsberg), mit einer der besten Spieler, klärt vor Alban Jashari (SVE Comet Kiel)

Den Knockout versetzte Tim Asmussen den Kielern in der 80. Minute. Nach einer feinen Hackenmitnahme perfekt in die Laufrichtung zog er aus 20 Metern ab und traf punktgenau da, wo schon von Lanken den Ball versenkt hatte. Ein Treffer der Marke „Tor des Monats“, der die Kieler Hoffnungen unter sich begrub.

Das „Wunder“ rückt in weite Ferne

Während Friedrichsberg durch diesen „Dreier“ einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt macht, herrscht am Radsredder tiefe Depression. Die mathematische Chance besteht zwar noch, doch der Glaube an die Rettung ist auf ein Minimum geschrumpft.

Jan Schümanns Fazit fiel entsprechend aus: „Die Enttäuschung ist bei jedem groß. Es wird jetzt immer schwieriger, die Klasse zu halten, und wir müssen jetzt von Spiel zu Spiel gucken. Hoffnung ist noch da, aber Hoffnung schwindet natürlich. Wir versuchen natürlich, alles zu geben und vielleicht noch das Wunder zu schaffen, aber es wird auf jeden Fall schwer.“

Ohne das nötige Matchglück und die nötige Kraft und Konzentration für die vollen 90 Minuten scheint die Rückkehr in die Verbandsliga Ost nach nur einem Jahr Landesliga kaum noch abwendbar.

Stimme zum Spiel

Marc Stegemann (Co-Trainer TSV Friedrichsberg-Busdorf)
Jan Schümann (Trainer SVE Comet Kiel)

TABELLE

Pos Verein Sp. Pkt. Tore
1TSB Flensburg (Ab)236586:17
2Eckernförder SV (Ab)235152:22
3SV Frisia 03 Risum-Lindholm234364:35
4SpVg Eidertal Molfsee (Ab)244276:50
5SSG Rot-Schwarz Kiel224147:42
6TSV Klausdorf233857:46
7TSV Rantrum233772:48
8SC Weiche Flensburg 08 II233555:44
9SV Dörpum232855:51
10TSV Kronshagen242527:33
11TSV Friedrichsberg-Busdorf232542:62
12TSV Kropp232334:54
13TSV Hattstedt (Auf) *242238:61
14TuS Jevenstedt232128:55
15SVE Comet Kiel (Auf)241433:80
16Heider SV II (Auf) *24937:103

* Punktabzug berücksichtigt.

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