Christopher Newe (VfR Neumünster) entnervte letzte Saison den Heider SV. © 2024 Olaf Wegerich
Am 6. Spieltag der Flens-Oberliga dürfen sich die Zuschauer auf den „Classico“ zwischen dem VfR Neumünster und dem Heider SV freuen. Anpfiff in der Neumünsteraner „Grümmi-Arena“ ist am Sonntag um 14.00 Uhr. Nach dem 3:2-Erfolg bei Preußen Reinfeld hat sich Rasensport nach Jahren der sportlichen Tristesse erst einmal in der oberen Tabellenhälfte festgesetzt und erwartet die punktgleichen Dithmarscher zum Verfolgerduell.
VfR mit positiver Zwischenbilanz
„Es ist schön, nach fünf Spielen mit zwölf Punkten dazustehen. Das hätte niemand wirklich so erwartet. Jetzt heißt es, gegen Heide alles in die Waagschale zu werfen. Jetzt gilt es, die positive Atmosphäre, die wir im Moment einfach haben, aufrechtzuerhalten und Heide vor eine schwierige Aufgabe zu stellen“, hofft VfR-Trainer Danny Cornelius, auch am Sonntag dem Favoriten ein Bein stellen zu können.
Rasensport zuletzt in Heide siegreich
Dass der VfR durchaus in der Lage ist, dem Heider SV Paroli zu bieten, zeigte er im Saisonendspurt der letzten Oberligasaison, als er mit dem 4:1-Erfolg in Heide wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt einfahren konnte.
Allerdings ist die Personallage bei dem Traditionsverein aus der Schwalestadt derzeit sehr angespannt. Aufgrund einer grassierenden Krankheitswelle sowie einiger Verletzungen konnten am Donnerstag nur zehn Spieler trainieren. Zudem sind Schulz und Serifi beide gelb-rot gesperrt. Arshakyan (Nase gebrochen) und Kahlcke fallen wegen Verletzungen aus. Korup ist bis Montag krankgeschrieben und definitiv nicht dabei. Alija, Neca, Schilling, Marquardt und Mehmeti sind sehr fraglich bis unwahrscheinlich. Pekgür ist aus familiären Gründen erst einmal raus. Adesanya hat eine schwere Hüftprellung, kann aber wohl spielen. Also völlig unklar, wer am Sonntag aufläuft.
Heider SV kassiert erste Saisonniederlage
Der Heider SV musste am letzten Wochenende gegen die U23 von Holstein Kiel eine ernüchternde 1:6-Heimniederlage einstecken, die dazu führte, dass die Dithmarscher von der Tabellenspitze auf den 5. Platz zurückfielen. Direkt dahinter rangiert Rasensport.
Aufarbeitung steht im Vordergrund
„Für uns gilt es, die Köpfe wieder aufzurichten, damit wir da wieder eine positive Stimmung bekommen. Natürlich müssen wir das Schlechte ansprechen, was zum Beispiel die Handlungsschnelligkeit, das Verhalten bei Standards oder in Eins-zu-eins-Situationen betrifft“, fand Heides Trainer Markus Wichmann unmittelbar nach der Niederlage deutliche Worte.

Wichmann freut sich auf den VfR und seine Fans
Für Wichmann sind die Auftritte beim VfR immer ganz besondere Spiele. Schließlich war er in der Saison 2002/2003 in der damals gemeinsamen Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein und ein Jahr später in der Regionalliga selbst für Rasensport aktiv. „Ich persönlich freue mich auf das Spiel. Für mich ist es ein ganz besonderes Spiel, weil ich beim VfR ja auch eine Vergangenheit habe, weil ich viele Freunde da habe. Ich mag den Verein und finde ihn ganz sympathisch. Zudem haben sie tolle Fans. Ich freue mich, da wieder aufschlagen zu dürfen.“
VfR als deutlicher Sieger im letzten „Classico“
Aber auch sportlich wird beim Heider SV keiner den VfR nach der 4:1-Gala im „Classico“ im Mai in Heide unterschätzen, als ein überragender Christopher Newe im Tor und vier Aluminiumtreffer die Dithmarscher entnervten.
Wichmann mit hoher Meinung vom VfR
„Um mit Newe im Tor, Korup, Adesanya nur drei Namen zu nennen, sind sie beim VfR schon top besetzt. Das ist schon eine starke Truppe, die sie da zusammenhaben. Mit einem guten Trainer, der beim VfR einen Umbruch eingeleitet hat“, erwartet der Heider Coach auch in der Schwalestadt ein enges Spiel.
Wichmann appelliert an die Geduld der Fans
Nach der deutlichen Heimpleite gegen die Kieler Jungprofis ging es für Wichmann neben der unumgänglichen Fehleranalyse auch darum, die Köpfe der Spieler nach dem Negativerlebnis wieder frei zu bekommen. Dazu sagte er: „An das, was wir die ersten vier Spiele und auch das, was wir im Spiel gegen Holstein gut gemacht haben, müssen wir weiter anknüpfen und uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. Unseren Spielstil weiter fortsetzen. Es wird bestimmt noch den einen oder anderen Rückschlag geben. Dazu sind auch viele Neuzugänge da. Das wird nicht von heute auf morgen funktionieren.“
Am Freitagabend standen der genesene Azat Selcuk sowie Mats Schaller und Yusel Abdelrahman im Kader der Heider U23, die in der Landesliga gegen den SVE Comet Kiel mit einem 5:1 die ersten Punkte einfahren konnte.