„Das wird das dickste Brett, was wir bohren müssen“

von Olaf Wegerich

Nicola Soranno (Kilia Kiel) haben in der Rückrunde eine perfekte Welle gefunden. © Ismail Yesilyurt


Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Am Sonntag kommt es in der Flens-Oberliga zum Duell der beiden formstärksten Teams der Rückrunde. Dabei empfängt der souveräne Tabellenführer SV Todesfelde den amtierenden Meister FC Kilia Kiel. Spielbeginn im Joda-Sportpark in Todesfelde ist am Sonntag um 14.00 Uhr. Die Gastgeber rechnen, sofern das Wetter mitspielt, mit knapp 600 Zuschauern.

Quasi im Gleichschritt sprinten der Ligaprimus aus Todesfelde und die Landeshauptstädter mit bereits 22 Punkten aus jeweils neun Spielen durch die Rückrunde.

Dass der amtierende Champion aus Kiel im aktuellen Meisterschaftsrennen mit bereits 13 Zählern Rückstand hinter den Überfliegern aus dem Kreis Segeberg die Titelverteidigung bereits zu den Akten legen kann, ist nachvollziehbar, aber beide Mannschaften befinden sich derzeit in bestechender Form, was ein spannendes Spiel verspricht.

Der FC Kilia hat nach einer enttäuschenden Hinrunde, die mit einem 7. Platz endete, nach der Winterpause mächtig auf das Gaspedal getreten und eine furiose Aufholjagd gestartet, die das Team von Trainer Nicola Soranno vorerst auf den 3. Platz katapultiert hat.

Im ersten Spiel nach der Winterpause gab es noch ein 0:2 bei Holstein Kiel II, doch seit sieben Spielen sind die Kicker vom Kieler Westufer ungeschlagen.
Die letzten sechs Spiele konnten alle gewonnen werden, und die Kieler Torfabrik lief dabei mit 25:1 Toren auf Hochtouren.

Mit bereits 69 erzielten Treffern stellt der FC Kilia die Mannschaft mit den meisten erzielten Treffern hinter dem SV Todesfelde, der bisher drei Treffer weniger erzielte.

Vor allem Marc Schwabe, der mit bereits 11 Toren nach seinem Wechsel vom Oldenburger SV gut eingeschlagen hat, und Julius Alt, der bisher 8 Treffer erzielen konnte, hat der FC Kilia treffsichere Vollstrecker in seinen Reihen. Dazu gesellt sich noch Joshua Nwokoma, der mit seinen 7 Treffern vor allem nach der Winterpause aufhorchen ließ.

Soviel ist sicher: Die Zuschauer im Joda-Sportpark dürfen sich am Sonntag auf ein Spektakel freuen, und mit Bela Bendowski vom SV Eintracht Lübeck 04 wird auch ein Schiedsrichter mit Regionalligaerfahrung die Partie leiten.

Kurz vor der mit großer Spannung erwarteten Partie im Joda-Sportpark befragte YOUKICK Nicola Soranno, den Trainer des FC Kilia Kiel, dazu, wie er es geschafft hat, seine Mannschaft nach einer durchwachsenen Hinrunde wieder auf Kurs zu bringen.

Trainer Nicola Soranno (Kilia Kiel). © 2023 Ismail Yesilyurt
Trainer Nicola Soranno (Kilia Kiel). © Ismail Yesilyurt

Der FC Kilia Kiel schwimmt seit einigen Wochen auf einer Erfolgswelle. Wie ist eure starke Form und Konstanz in den letzten Wochen zu erklären?
„Ich glaube, ich habe das jetzt schon häufiger gesagt, es kommt nicht ganz überraschend, dass es gerade so gut läuft. Klar, dass es jetzt dann in 2026 so gut läuft, das ist jetzt ja nicht erwartbar beziehungsweise, ja, das kann man immer nicht vorhersehen. Vielleicht gehört dann doch ein bisschen mehr dazu.

Trotzdem ist es so, dass wir jetzt die komplette Rückrunde alle Mann an Bord haben, wenig Verletzungen glücklicherweise, toi, toi, toi. Das bleibt hoffentlich auch so. Die Jungs sind alle auf einem Level, mittlerweile auch topfit, und viele Spieler, auch gerade die Jungen, haben im Laufe der Saison eine gute Entwicklung genommen, und der Konkurrenzkampf ist einfach hoch. Jeder weiß, dass er spielen kann. Jeder weiß aber, dass er auch auf der Bank sitzen kann, und von daher haben wir da, glaube ich, eine gute Mischung, können in jedem Spiel immer ein bisschen was anders machen, was die Aufstellung angeht, oder anders aufstellen, und so hat jeder auch das Gefühl oder weiß, dass er spielen kann, und dann passen einfach viele Sachen.

Wir haben an vielen Sachen gemeinsam gearbeitet, vor allem defensiv, und das zeigt es dann ja auch so ein bisschen, dass wir in 2026 – nimmt man Holstein mal raus – im Endeffekt bisher drei Tore gekriegt haben, gegen Eichede zwei und dann jetzt gegen Rotenhof einen Elfmeter, und das zeigt einfach, dass wir es verstanden haben, wie wir gegen den Ball arbeiten müssen. Das ist das A und O. Das ist die Voraussetzung für alles, was dann kommt. Und am Ende ist es einfach unfassbar gut, dass die Jungs trotz dessen, dass wir um nichts Großartiges spielen, den Fokus haben, die Spannung haben und auch den Willen haben, jedes Spiel erfolgreich zu gestalten.

Das Duell aktueller Spitzenreiter gegen den amtierenden Meister verspricht viel Spannung. Beide Mannschaften haben aktuell einen guten Lauf. Mit welchen Erwartungen gehst du in das Duell gegen den SV Todesfelde, und wie wichtig wäre es für euch, die Saison noch als Vizemeister zu beenden?
Wir sind beim unangefochtenen Tabellenführer, und sie spielen eine sehr gute Saison und stehen da auch zu Recht ganz oben. Unser Ziel ist es trotzdem, da ein gutes Spiel hinzulegen und am Ende zu schauen, dass wir da was mitnehmen können. Das wird nicht ganz einfach. Wahrscheinlich ist es, was die letzten Monate angeht, das dickste Brett, das wir bohren müssen.

Trotzdem sehen wir uns in der Lage, da ein gutes Spiel hinzulegen und dann eventuell auch was mitzunehmen. Wie gesagt, erst mal geht es uns immer darum, ein gutes Spiel zu machen, und wofür es dann reicht, werden wir dann sehen. Ich glaube, für die nächste Saison hat das gar keine Bedeutung, ob wir jetzt Vizemeister werden oder Dritter, Vierter, Fünfter. Das ist vollkommen egal. Am Ende können wir es sowieso aktuell nicht selber beeinflussen.

Wir können nur unsere Hausaufgaben machen. Holstein und auch Eichede sind uns da sozusagen voraus, und man müsste auf Patzer von denen hoffen, um dann noch die Vizemeisterschaft einfahren zu können. Aber das ist gar nicht unser primäres Ziel.

Unser primäres Ziel ist jetzt einfach für 2026 gewesen, dass wir so viele Spiele wie möglich erfolgreich gestalten. Bisher ist uns das gelungen, und jetzt wollen wir die restlichen Spiele auch noch so erfolgreich wie möglich gestalten, so viele Punkte wie möglich holen und dann schauen wir einfach am Ende der Saison, was dabei herauskommt. Wir haben einfach in der Hinrunde zu viel liegen gelassen, als dass wir da irgendwelche Ansprüche stellen können, um Ziele, was die Tabelle angeht, zu formulieren.

Wie ist es beim FC Kilia derzeit um die Personalsituation bestellt?
Mir stehen alle Spieler zur Verfügung. Wir können aus dem Vollen schöpfen. Auch die zuletzt angeschlagenen Spieler Ove Witt, Jeppe Waschko und Philipp Spohn haben diese Woche alle wieder trainiert. Von daher haben wir wieder die Qual der Wahl, und das freut mich sehr.“

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