Alles drin im Nordfriesland-Derby: Rantrum 5:3 in Tororgie gegen Hattstedt

von Ismail Yesilyurt

Oke Flatterich (TSV Hattstedt), hier gegen Tim Gürntke (li., Rot-Schwarz Kiel), stellt mit seinem Doppelpack die Weichen auf Sieg. © Ismail Yesilyurt


Acht Tore, hitzige Zweikämpfe, schwierige Platzverhältnisse, Spannung bis zur letzten Sekunde und eine stimmungsvolle Kulisse: Das Nordfriesland-Derby zwischen dem TSV Rantrum und dem TSV Hattstedt bot den über 500 Zuschauern beste Unterhaltung – mit dem besseren Ende für die Gastgeber. Rantrum setzte sich in einer interessanten Schlussphase mit 5:3 (2:2) durch.

„Ja, war ein wildes Spiel“

„Ja, war ein wildes Spiel“, brachte es Rantrums Trainer Erik von Lanken nach Abpfiff treffend auf den Punkt. Tatsächlich entwickelte sich von Beginn an ein intensives Duell, in dem spielerische Feinheiten auf dem schwer bespielbaren Rasen nur phasenweise möglich waren. „Man merkt den Mannschaften an, dass viele eine kurze Wintervorbereitung hatten und die Plätze noch nicht wirklich gut bespielbar sind. Fußball an sich ist derzeit nur schwer möglich“, so von Lanken. Dennoch habe sein Team „den Zuschauern ein spannendes und in der Summe auch ein gutes Spiel gezeigt“.

Hattstedt startet druckvoll und geht verdient in Führung

Zunächst erwischten die Gäste den besseren Start. Hattstedt presste früh, agierte aggressiv in den Zweikämpfen und belohnte sich nach einer Viertelstunde: Tobias Wetzel zirkelte einen Freistoß sehenswert in den Winkel. „Wir haben gut in die Partie gefunden, hatten viel Ballbesitz und sind verdient in Führung gegangen“, erklärte Hattstedts Trainer Sebastian Kiesbye.

Freistoßexperte Tobias Wetzel (TSV Hattstedt). © 2025 Ismail Yesilyurt
Freistoßexperte Tobias Wetzel (TSV Hattstedt). © 2025 Ismail Yesilyurt

Rantrum brauchte eine Weile, um ins Spiel zu finden, kam dann aber mit der ersten klaren Chance zum Ausgleich. Brian Kliese bediente Damian Krause mit einem präzisen Außenristpass, der Angreifer blieb eiskalt – 1:1 (23.). „Mit der ersten gefährlichen Aktion machen wir direkt das Tor“, so von Lanken.

Offener Schlagabtausch vor der Pause

Nun waren die Gastgeber im Spiel. Nach einer sehenswerten Kombination über Louis Petersen vollendete Rasmus Wunderlich zur Führung (37.). Doch die Antwort folgte prompt: Nach einer Ecke köpfte Rantrums Thies Clausen unglücklich ins eigene Tor (39.). „Das war so ein bisschen erzwungen – gutes Stellungsspiel, dann passiert so etwas“, meinte Kiesbye zum Ausgleich.

Rantrum kommt mit Wucht aus der Kabine

Nach dem Seitenwechsel legte Rantrum den Vorwärtsgang ein – und traf früh. Oke Flatterich schaltete nach Ballgewinn blitzschnell um, zog aus rund 16 Metern trocken ab und stellte auf 3:2 (47.). „Nach der Halbzeit sind wir mit richtig Dampf aus der Kabine gekommen“, sagte von Lanken. Nur wenig später erhöhte erneut Flatterich nach einem Steckpass von Petersen auf 4:2 (65.).

War über die Resilienz seines TSV Rantrum erfreut - Cheftrainer Erik von Lanken. © 2026 Ismail Yesilyurt
War über die Resilienz seines TSV Rantrum erfreut – Cheftrainer Erik von Lanken. © 2026 Ismail Yesilyurt

Hattstedt verkürzt – doch Rantrum bleibt eiskalt

Hattstedt zeigte jedoch Moral und verkürzte durch Rinor Ademi nach schöner Kombination über die Außenbahn auf 3:4 (73.). „Da war noch alles drin“, fand Kiesbye. Doch in der Schlussphase verlor seine Mannschaft etwas den Zugriff. „Wir haben uns dann leider auf viele lange Bälle beschränkt – das spielt Rantrum natürlich in die Karten.“

Spannung kam dennoch bis in die Nachspielzeit auf. Nachdem Hattstedts Keeper Boy Boysen einen Handelfmeter von Flatterich parierte (90.+4), fiel im direkten Anschluss die Entscheidung: Nach einer Ecke traf Marvin Matthiesen zum 5:3-Endstand (90.+5.).

Auf Hattstedt wartet Ostern wichtiges Spiel in Kiel

„So sicher kann man sich da nie sein, deshalb war das fünfte Tor natürlich wichtig“, sagte von Lanken erleichtert. Kiesbye zog ein selbstkritisches Fazit: „Im Großen und Ganzen verdient verloren. Fünf Gegentore sind einfach zu viel. Wenn du ständig verteidigen musst, passieren irgendwann Fehler.“

Während Rantrum den Derby-Sieg feierte, richtet sich der Blick bei Hattstedt bereits nach vorne. „Es bringt nichts, dem hinterherzutrauern. Wir werden das Spiel aufarbeiten und dann geht es am Samstag ins entscheidende Duell gegen Comet Kiel“, kündigte Kiesbye an.

Stimme zum Spiel

Sebastian Kiesbye (Trainer TSV Hattstedt)

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