Kapitän Marvin Thiel und der VfB Lübeck müssen eine bittere 1:2-Pille schlucken. © 2025 Olaf Wegerich
Der VfB Lübeck hat das Heimspiel gegen den Hannoverschen SC trotz engagierter Leistung und zwischenzeitlicher Führung unglücklich mit 1:2 verloren. Vor 2.897 Zuschauern auf der Lohmühle sorgten eine frühe Verletzung, mehrere Platzverweise und ein Gegentreffer in der Nachspielzeit für einen bitteren Abend aus grün-weißer Sicht.
Frühe Führung und turbulente erste Halbzeit
Der Start in die Partie verlief zunächst unglücklich: Bereits nach wenigen Minuten musste Ali Abu Alfa verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Für ihn kam Ramiz Demir, der sich später als Glücksgriff erwies. Nach einer präzisen Flanke von Marvin Thiel köpfte Demir in der 33. Minute zur verdienten 1:0-Führung ein und brachte die Lohmühle zum Jubeln.
Kurz darauf wurde die Partie zunehmend hitziger. Der Gästeverteidiger Evren Serbes sah nach einem harten Einsteigen gegen Manuel Farrona Pulido die Rote Karte (35.). Doch noch vor der Pause musste auch der VfB einen Platzverweis hinnehmen: Nemo Philipp wurde nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen (45.). Mit dem knappen 1:0-Vorsprung ging es schließlich in die Pause.
Gäste gleichen aus – VfB kämpft in Unterzahl
Nach dem Seitenwechsel drängte der Hannoversche SC auf den Ausgleich. In der 54. Minute gelang Finn Kiszka mit einem platzierten Abschluss das 1:1. Der VfB zeigte sich davon unbeeindruckt und hatte seinerseits mehrere Gelegenheiten, erneut in Führung zu gehen – unter anderem durch Antonio Verinac, dessen Abschluss aber knapp das Ziel verfehlte.
In einer umkämpften Schlussphase wurde das Spiel noch einmal hektischer. Der kurz zuvor eingewechselte Mika Lehnfeld sah in der 83. Minute die Rote Karte, nachdem der Schiedsrichter Lennart Wolff ein unsportliches Verhalten erkannt hatte. Trotz Unterzahl gaben die Grün-Weißen alles, warfen in der Nachspielzeit sogar Torhüter Finn Böhmker bei einem Freistoß mit nach vorne – doch das Risiko wurde nicht belohnt.

Später Nackenschlag
Stattdessen traf der Hannoversche SC in der 92. Minute eiskalt: Marcel Langer nutzte eine Unachtsamkeit in der VfB-Defensive und schoss zum 1:2-Endstand ein. Trotz großen Einsatzes blieb dem VfB damit am Ende kein Punktgewinn.
Blick nach vorn
Weiter geht es für die Grün-Weißen am kommenden Freitag, den 17. Oktober 2025, auswärts bei der SV Drochtersen/Assel. Eine Woche später, am 24. Oktober, steht dann das nächste Heimspiel unter Flutlicht gegen den BSV Kickers Emden auf dem Programm.
Stimmen zum Spiel: „Das tut weh – aber wir machen weiter“
Nach dem späten 1:2 gegen den Hannoverschen SC zeigten sich die Grün-Weißen enttäuscht über den Ausgang, aber kämpferisch in ihrem Blick nach vorn. Torhüter Finn Böhmker und Torschütze Ramiz Demir ordneten die Partie kurz nach dem Abpfiff ein.
Finn Böhmker: „Wir müssen unsere Chancen einfach konsequenter nutzen. Es war ein sehr wildes Spiel“, fasste Keeper Finn Böhmker die Begegnung zusammen. „Nach der roten Karte von Hannover führen wir 1:0 und haben dann die Chancen, das Spiel auszuknipsen – drei, vier richtig gute Möglichkeiten. Der Ball wird auf der Linie gerettet, der Torwart bekommt irgendwie noch seinen Fuß dazwischen. Das tut uns dann weh, wenn du eine Überzahl plus Führung nicht über die Zeit bringen kannst.“
Mit Blick auf die kommende Aufgabe bleibt der Schlussmann jedoch zuversichtlich: „Das Auswärtsspiel in Drochtersen/Assel wird personell interessant – wir haben Rotsperren, wir haben Gelbsperren. Aber ich bin überzeugt von unserer Mannschaft und erwarte ein offenes Spiel.“
Ramiz Demir: „Mein erstes Tor hat einen bitteren Beigeschmack“
Torschütze Ramiz Demir, der in der 33. Minute mit seinem Kopfballtreffer die VfB-Führung erzielte, freute sich über sein erstes Pflichtspieltor im grün-weißen Trikot – auch wenn die Freude am Ende getrübt blieb.
„Die erste Situation habe ich ein bisschen falsch eingeschätzt. Da hätte ich klarer bleiben müssen und den Ball einfach machen müssen. Zum Glück konnte ich mich dann noch revanchieren und das 1:0 erzielen“, so Demir. „Ich habe lange auf ein Tor hingearbeitet und mir natürlich gewünscht, dass wir danach gemeinsam feiern können. So hat das Ganze leider einen bitteren Beigeschmack. Aber wir machen weiter und sehen zu, dass es besser wird.“
VfB Lübeck: Finn Böhmker – Yehor Melenivskyi, Luca Menke, Bjarne Pfundheller, Antonio Verinac – Manuel Farrona Pulido (46. Noah Andreas), Ali Abu Alfa (15. Ramiz Demir, 80. Mika Lehnfeld), Marvin Thiel, Nemo Philipp, Fabian Istefo, Rohin Shivani (63. Mikail Polat).
Trainer: Guerino Capretti.
Hannoverscher SC: Bastian Fielsch – Johann Wegner, Fabian Weigel, Moritz Dittmann, Evren Serbes – Luc Fender (70. Mehmet Özün), Marcel Langer, Tayar Tasdelen, Yannik Pohlmann (89. Moritz Riegel), Lasse von Boetticher, Finn Kiszka (70. Mico Schmidt).
Trainer: Vural Tasdelen.
Zuschauer: 2.897 auf der Lohmühle.
Rote Karte: Serbes (Hannoverscher SC, 35.), Lehnfeld (VfB Lübeck, 83.)
Gelb-Rote Karte: Philipp (VfB Lübeck, 45.)
Gelbe Karten: Thiel (VfB), Philipp (VfB), Melenivskyi (VfB), Menke (VfB), Verinac (VfB) – Langer (Hannoverscher SC), Trainer Vural Tasdelen (Hannoverscher SC).
Tore: 1:0 Ramiz Demir (33.), 1:1 Finn Kiszka (54.), 1:2 Marcel Langer (90.+2).
(Quelle: VfB Lübeck)
