4 Tore von Eidertals Louis Schütt beim 4:4 bei Rot-Schwarz Kiel

von Ismail Yesilyurt

Fynn Mortensen (vorne, Eidertal Molfsee) bekommt beim Abflug kurz vorher Unterstützung von Mika Rosenthal (re., Rot-Schwarz Kiel). © 2023 Ismail Yesilyurt


„Das ist ein Spieler, den ich sehr schätze. Ich wünsche Nedim beste Genesungswünsche. Wie ich mitbekommen habe, hat er eine schwere Gehirnerschütterung. Ich glaube, da sollte dann man das Sportliche ein bisschen beiseite legen“, hatte die Verletzung von Eidertals Nedim Hasanbegovic in diesem Spiel Rot-Schwarz-Coach Benno Szodruch etwas mitgenommen. Hasanbegovic und Marc Zeller waren in der 90. Minute mit den Köpfen zusammengestoßen. Darauf wurde der zusammengesackte und nicht ansprechbare Hasanbegovic von den Physiotherapeuten beider Mannschaften behandelt und per Krankenwagen ins Uni-Krankenhaus in Kiel gebracht. Erfreulicherweise durfte der 35-Jährige am späten Samstag das Krankenhaus verlassen.

„Von Rot-Schwarz der Physio hat sich auch sofort um Nedim gekümmert. Also die Versorgung seitens Rot-Schwarz war sofort da. Vielen Dank von unserer Seite. Das war aller Ehren wert, was die Jungs von Rot-Schwarz für Nedim gemacht haben. Auch sofort den Krankenwagen gerufen haben“, bedankte sich Eidertals Cheftrainer Michael Rohwedder für die Behandlung seines spielenden Co-Trainers.

„Der Matchplan ist voll aufgegangen“, sagte Rohwedder zum Spiel, „es ist so gekommen, wie wir es erwartet haben. Natürlich hatten wir darauf spekuliert dadurch, dass Rot-Schwarz hinten Mann-gegen-Mann spielt, dass wir über das Kurzpassspiel, über das ständige Klatschen der Bälle in unsere Aktionen kommen und unsere Räume kriegen werden.“

Bei Temperaturen, die die Zuschauer zum Schwitzen brachten, war die Spielweise beider Mannschaften: Rot-Schwarz nimmt das Zepter in die Hand und versucht über die Außen viel Druck und Torgefahr zu erzeugen, Eidertal schaltet in den Kompaktmodus in der eigenen Hälfte und sucht jede noch so kleine Umschaltmöglichkeit. Das mach die Elf von Michael Rohwedder sehr gut. Schon nach fünf Minuten gibt es die erste gute Szene. Doch Marvin Blümke reagiert mit Ball am Fuß vor dem Strafraum zu träge, sodass die Heimelf den Ball ablaufen kann.

Marc Zeller (Rot-Schwarz Kiel) markiert gegen seinen Lieblingsgegner, gegen den der Torjäger fast immer trifft, den 4:4-Endstand. © 2023 Ismail Yesilyurt
Marc Zeller (Rot-Schwarz Kiel) markiert gegen seinen Lieblingsgegner, gegen den der Torjäger fast immer trifft, den 4:4-Endstand. © 2023 Ismail Yesilyurt

Die zweite Möglichkeit sitzt dann, als Björn Kastner einen Freistoß aus 20 Metern flach an der Mauer vorbei schießt. Torwart Marcel Büttner wehrt den Ball flach nach vorne ab, wo Louis Schütt sich zur rechten Zeit am rechten Fleck befindet und seine Torgala startet. Nachdem Heimspieler Mika Rosenthal mit einem Kopfball den Außenpfosten getroffen hatte (13.), klingelt es auf der anderen Seite. Ein Querzuspiel von links vom für den verletzten Tom Braesch eingewechselten Ken Smith verwandelt Schütt ins kurze Eck zum 2:0. Während Rot-Schwarz Kiel das Übergewicht durch Marc Zeller (22., 26. Innenpfosten) nichts einbringt, bleiben die gut geordneten Eidertaler bei ihren Aktionen cool bei hohen Gradwerten. Einen schönen Konter-Spielzug über einige Stationen verwertet Schütt aus ähnlicher Position wie beim 2:0 zu seinem lupenreinen Hattrick.

Kurz vor der Pause hat Silas Lohse auf der rechten Seite der Szodruch-Elf aufgepasst und einen Ball von Keeper Yannik Bültena abgefangen. Das Zuspiel schießt Tim Gürntke aus 10 Metern hoch ins leere Tor zum 1:3.

Nach dem Seitenwechsel scheint das 4. Goal von Schütt dann doch die Entscheidung zu sein. Zumal das für die hoffnungsvoll in die zweiten 45 Minuten gestarteten Gastgeber wie eine kalte Dusche ist. Doch die Rot-Weißen stecken nicht auf und werden für das ständige Anrennen mit viel Power und einem tollen Endspurt schließlich belohnt.

„Die spielen schon einen tollen Fußball. Das kann man nicht anders sagen“, gefiel die Art und Weise von Rot-Schwarz Kiel Michael Rohwedder. Nicht aber die Elfmeter-Entscheidung zum 3:4 – „aus meiner ein absoluter Witz“ – und die Ampelkarte für den ausgewechselten Fynn Mortensen. „Ich stand daneben. Er hat wirklich nichts gesagt. Nur in Ordnung, ich sage nichts mehr“, gab Rohwedder die Szene wieder.

Stimmen zum Spiel

Michael Rohwedder (Trainer SpVg Eidertal Molfsee)
Benno Szodruch (Trainer Rot-Schwarz Kiel)

SSG Rot-Schwarz Kiel: Büttner – Kiewald, Lamprecht (67. Schmidt), Rosenthal – Kappmeyer (46. Lembke) – Lohse (67. Jarik), Gürntke, Dreier (86. Backhaus), Kayali – Zeller, Iheagwaram (46. von Randow).
Trainer: Benno Szodruch.

SpVg Eidertal Molfsee: Bültena – Celik, Höckendorff, Braesch (12. Smith), Alberts – Hasanbegovic, Gutzeit (78. Jäger) – Kastner (56. Ali), Blümke, Mortensen (73. Koop) – Schütt (73. Kronester).
Trainer: Michael Rohwedder.

Schiedsrichter: Patrick Möller (Roter Stern Lübeck).
Assistenten: Lukas Klingelhöfer, Kaan Laleli.

Zuschauer: 150.

Gelb-Rote Karte: Fynn Mortensen (92., Eidertal Molfsee) schon ausgewechselt.

Tore: 0:1 Louis Schütt (14.), 0:2 Louis Schütt (23.), 0:3 Louis Schütt (36.), 1:3 Tim Gürntke (44.), 1:4 Louis Schütt (51.), 2:4 Tim Gürntke (65.), 3:4 Ben Jarik (75., Foulelfmeter), 4:4 Marc Zeller (82.).

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