3:4 – TSV Hattstedt mutig an der Sensation gegen TSB Flensburg dran

von Ismail Yesilyurt

Mart Michelsen (TSV Hattstedt), der hier mit seinem Pass die Abwehr des SVE Comet aushebelt, machte mit seinem 3:3 die Partie gegen TSB sehr spannend. © 2026 Ismail Yesilyurt


Ganz frecher Aufsteiger! Der TSV Hattstedt bereitet dem Spitzenreiter TSB Flensburg, der letzte Saison noch zwei Klassen höher als die Gastgeber spielte, beim knappen 3:4 mehr Probleme und Sorgen als es Flensburgs Coach Tore Wächter lieb war. Und mit ein bisschen Glück kann der Tabellendreizehnte sogar einen unerwarteten und wertvollen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt behalten.

„Wir haben die Leistung, die wir gegen Eckernförde gezeigt haben, heute noch mal toppen können eigentlich fast. Also wir haben wirklich genauso diszipliniert verteidigt und eben noch mutiger und zielstrebiger nach vorne gespielt und hätten auf jeden Fall ein Punkt verdient gehabt“, fasste Hattstedts 35 Jahre junge Trainer Sebastian Kiesbye kurz und bündig das Spiel gegen den sofortigen Oberliga-Wiederaufsteiger in spe TSB Flensburg zusammen.

TSB Flensburg zittert sich zum 4:3 in Hattstedt

Der Spitzenreiter hatte mehr Mühe als erwartet: Der TSB gewann beim TSV Hattstedt zwar mit 4:3, musste sich den knappen Auswärtssieg aber bis in die Schlussphase hart erarbeiten. Der Aufsteiger zeigte gegen den klar favorisierten Oberliga-Absteiger eine leidenschaftliche und mutige Leistung und stand am Ende trotz ordentlicher Moral mit leeren Händen da.

Früher Schlagabtausch

Die Gäste erwischten den besseren Start und gingen durch Nicholas Holtze, der vor drei Wochen beim Auswärtsspiel gegen den SVE Comet Kiel mit einem Baby im Kinderwagen in den Händen passiv an der Bande zuschaute, in Führung. Doch Hattstedt reagierte prompt und kam noch vor der Pause zurück ins Spiel. Erst glich der TSB per Eigentor aus, dann sorgte Ruven Jorden mit seinem ersten Saisontor für die 2:1-Führung des Aufsteigers.

Tobias Wetzel und der TSV Hattstedt zeigten eine super Performance gegen den Ligaprimus. © 2026 Ismail Yesilyurt
Tobias Wetzel und der TSV Hattstedt zeigten eine super Performance gegen den Ligaprimus. © 2026 Ismail Yesilyurt

Kurz vor dem Seitenwechsel schlug Holtze erneut zu und stellte auf 2:2. „Ja, sehr ärgerlich vor der Halbzeit“, sagte Hattstedts Trainer Sebastian Kiesbye über den späten Ausgleich, der den Rhythmus seines Teams eigentlich hätte brechen können.

Hattstedt bleibt gefährlich

Auch nach der Pause blieb die Partie offen. Der TSB kam zwar direkt nach Wiederanpfiff zum 3:2, doch Mart Michelsen antwortete wenig später mit dem 3:3. „Das haben wir heute umgesetzt und ja, kamen über außen durch und haben dann bisschen Glück gehabt“, erklärte Kiesbye zur Phase, in der sein Team immer wieder gefährlich vor das Flensburger Tor kam.

Hattstedt verteidigte kompakt, setzte Nadelstiche und hielt den Favoriten lange aus dem gewohnten Spiel. Für Kiesbye war die Leistung seiner Mannschaft deshalb absolut auf Augenhöhe: „Bin sehr stolz, was die gemacht haben.“

Platzverweis kippt die Partie

Der Knackpunkt folgte Mitte der zweiten Halbzeit mit der Gelb-Roten Karte gegen Islam Baouche. In Unterzahl wurde es für Hattstedt deutlich schwerer, die Flensburger Angriffe sauber wegzuverteidigen. TSB nutzte schließlich eine Standardsituation durch Tom Schäpler zum entscheidenden 4:3.

Tom Schäpler macht den TSB Flensburg glücklich mit dem siebenten Treffer der Partie beim TSV Hattstedt. © 2026 Ismail Yesilyurt
Tom Schäpler macht den TSB Flensburg glücklich mit dem siebenten Treffer der Partie beim TSV Hattstedt. © 2026 Ismail Yesilyurt

Trotzdem blieb das Spiel bis zum Schluss offen, weil der Aufsteiger auch mit zehn Mann nicht aufgab. „Wenn man das mit elf Mann weiterspielen kann, kann ich mir vorstellen, dass wir da was Zählbares mitgenommen hätten“, sagte Kiesbye. Am Ende war der Frust groß, der Mut aber ebenso deutlich sichtbar.

Tore Wächter lobt, kritisiert aber auch

Flensburgs Trainer Tore Wächter sah eine gute Anfangsphase seiner Mannschaft, die sich zunächst zahlreiche Chancen erarbeitete. „Eine gute, gute, richtig gute Anfangsphase“, sagte er über den Start seines Teams, das früh hätte deutlicher führen können. Gleichzeitig kritisierte er, dass seine Mannschaft nach den Rückschlägen den Faden verlor und phasenweise zu fahrig agierte.

Dennoch nahm der TSB den Sieg mit, der in einer wilden und langen Partie verdient, aber nicht ungefährdet zustande kam. „Dann hat es Hattstedt noch immer mal wieder durch Standardsituationen oder Umschaltmomente offensiv gefährlich oder gefährlich hinbekommen“, sagte Wächter mit Blick auf die gefährlichen Phasen des Gegners.

Stimmen zum Spiel

Tore Wächter (Trainer TSB Flensburg)
Sebastian Kiesbye (Trainer TSV Hattstedt)

TABELLE

Pos Verein Sp. Pkt. Tore
1TSB Flensburg (Ab)246890:20
2Eckernförder SV (Ab)235152:22
3SV Frisia 03 Risum-Lindholm234364:35
4SpVg Eidertal Molfsee (Ab)244276:50
5SSG Rot-Schwarz Kiel224147:42
6TSV Klausdorf233857:46
7TSV Rantrum233772:48
8SC Weiche Flensburg 08 II233555:44
9SV Dörpum232855:51
10TSV Kronshagen242527:33
11TSV Friedrichsberg-Busdorf232542:62
12TSV Kropp232334:54
13TSV Hattstedt (Auf) *252241:65
14TuS Jevenstedt232128:55
15SVE Comet Kiel (Auf)241433:80
16Heider SV II (Auf) *24937:103

* Punktabzüge berücksichtigt (Hattstedt -2, Heide II -3).

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