Vor Freude vom Platz gestellt: Ben Luca Nohns (PSV Neumünster). © Olaf Wegerich
Der PSV Neumünster setzt seine kleine Erfolgsserie fort und ist mit dem teuer bezahlten 3:1 (1:0) Auswärtserfolg beim Oldenburger SV wieder auf den 6. Platz in der Flens-Oberliga gesprungen. Mit Tim Möller (Ampelkarte) und Ben-Luca Nohns, der als Auswechselspieler mit einer glatten Roten Karte bedacht wurde, verloren die Neumünsteraner zwei wichtige Spieler. Der Oldenburger SV bleibt auch im dritten Spiel in Folge ohne Sieg und fällt durch die Niederlage auf den 11. Platz.
Gäste ohne zehn
Neben den neun Langzeitverletzten und Erkrankten mussten die Gäste aus der Schwalestadt auch noch auf ihren Kreativspieler Nils Drauschke verzichten, der im Urlaub weilte, aber gegen den Heider SV wieder zur Verfügung stehen wird.
Unten denkbar ungünstigen Voraussetzungen – der Rasenplatz im Oldenburger Stadion war sehr uneben und stumpf, zudem war es extrem windig – erwischten die Gäste den deutlich besseren Start.
PSV mit der frühen Führung
Der formstarke Jesper Tiedemann zog aus halblinker Position kommend und gut 25 Metern Torentfernung halbhoch ab und vom Rücken von OSV-Spieler Robin Bünning (10.) trudelte der Ball gegen die Laufrichtung von Torsteher Cedric Cordes zur Gästeführung über die Linie.

Junge trifft nur den Pfosten
„Vorher war es gefühlt schon ein kleiner Sommerkick und dann kassierst du so ein Slapsticktor“ haderte OSV-Trainer Florian Stahl, der dann auch noch mit ansehen musste, dass gefühlt im Gegenzug Torjäger Daniel Junge nur den Pfosten des Gästestores trifft und den möglichen Ausgleich verpasst.
Das war es aber auch erst einmal mit der Offensiv-Herrlichkeit der Gastgeber denn fortan übernahm der PSV das Kommando und verdiente sich durch gutes Positionsspiel – auch wenn die Bälle im letzten Drittel oft versprangen – die Halbzeitführung.
PSV mit guten Chancen
Dennoch hatte die Gäste durch Nohns (35.), der freistehend an Cordes scheiterte und im Anschluss an einen Eckball, als der Ball auf der Torlinie geklärt werden konnte, zwei gute Gelegenheiten die Führung auszubauen und für eine entspannte zwei Hälfte zu sorgen.
„Wir hatten wahnsinnig viele Räume und im Zentrum viel Platz“, staunte dann auch PSV-Coach Dennis Buthmann über die großen Freiräume in der ersten Hälfte.
Freund trifft zum Ausgleich
Nach dem Seitenwechsel überschlagen sich die Ereignisse und der OSV kann zunächst ausgleichen. Nach einem Fehler im Spielaufbau des PSV schalten die Gastgeber blitzschnell und können nach einer zunächst geklärten Situation durch einen strammen Schuss von Marcel Freund (50.) aus gut 20 Metern und halbrechter Position den 1:1 Gleichstand erzielen.
PSV schlägt zurück – Möller trifft nach Eckball
Aber keine zwei Minuten später nach einem Eckball von Til Küffner können die Gastgeber im allgemeinen Getümmel die Situation nicht klären und Tim Möller (52.) ist zur Stelle und trifft zum 2:1. „Der zweite Treffer war nicht herausgespielt, sondern aus einer Slapsticksituation entstanden, wo wir den Ball nicht wegbekommen“, war OSV-Coach Stahl wenig erfreut über den erneuten Rückstand.

OSV dreht auf – Kränzke trifft den Pfosten
Doch danach ging noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft der Gastgeber und Jan-Eric Kränzke trifft fast im Gegenzug nur den rechten Pfosten.
Wenig später bieten sich Freddy Kaps im 16er noch zwei Großchancen, den durchaus möglichen Ausgleich zu erzielen, doch auch die bleiben ungenutzt. „Anstatt einfach mal drauf zu halten, wollen wir den Ball in das Tor schieben“, kritisierte der ehemalige Vollblutstürmer Florian Stahl die mangelnde Durchschlagskraft seiner Schützlinge.
Der OSV operierte jetzt mit vielen langen Bällen und konnte die Partie zumindest offen gestalten – auch weil die Gäste in den Zweikämpfen jetzt öfter das Nachsehen hatten.
Möller sieht Ampelkarte
Wenig später sind die Neumünsteraner nur noch zu Zehnt, als Tim Möller den Ball wegschlägt und vom Schiedsrichter dafür eigentlich nur mit einer gelben Karte geahndet werden soll, doch dann wird der Unparteiische daraufhin gewiesen, dass Möller bereits verwarnt war. „Da hätte man auch mit etwas mehr Fingerspitzengefühl weiterlaufen lassen können, aber ich habe Tim auch gesagt, dass er sich in so einer Situation einfach cleverer anstellen muss“, analysierte PSV-Coach Dennis Buthmann die Aktion.
In Überzahl versuchten die Gastgeber noch einmal, das Blatt zu wenden, doch der PSV verteidigte mit Glück und Geschick sowie viel Leidenschaft die knappe Führung.
Tiedemann macht alles klar
Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit wurden die Gäste für ihre große Moral belohnt, als Jesper Tiedemann (88.) – mit seinem zehnten Saisontor – nach einer Umschaltsituation den Ball unter die Latte nagelt und zum 1:3 trifft.

Auswechselspieler Nohns sieht die Rote Karte
Mitten in die Jubeltraube der Gäste schmeißt der bereits ausgewechselte Gästespieler Ben-Luca Nohns vor Freude über den erlösenden dritten Treffer seiner Mannschaft eine Flasche in die Luft, die dann aber auf dem Spielfeld landet. Dem Regelwerk entsprechend entscheidet der Schiedsrichter zum Entsetzen der Gäste sofort auf eine Rote Karte gegen Nohns.
„Das ist wirklich bitter für uns. Es gab keine Tumulte und niemand hat sich beschwert“, sagte PSV-Coach Dennis Buthmann, der neben Möller und Nohns beim nächsten Spiel in Heide auch noch auf Til Küffner verzichten muss, der sich die fünfte gelbe Karte einhandelte. Auch Daniel Junge vom OSV wird am nächsten Wochenende wegen der fünften gelben Karte fehlen.
Stimmen zum Spiel
Trainer Florian Stahl (Oldenburger SV):
„Der PSV war heute frischer im Kopf. Das war heute bereits unser fünftes Spiel in den letzten 14 Tagen. Meine Mannschaft hat heute ihr Herz auf dem Platz gelassen, aber wir haben oft die falschen Entscheidungen getroffen. Uns fehlte der letzte Wille, das Tor zu machen. Irgendwo ist das auch ein Qualitätsproblem.“
Oldenburger SV: Cordes – Witt (66. Müller), R. Bünning, Mielke (89. Petersen), Lunau (86. Markmann) – Kränzke (75. Salke), Freund, Junge, S. Bünning – Kaps, Severin.
Trainer: Florian Stahl.
PSV Neumünster: Körtzinger – Werner (90+3 Maurus), Mahmud, Latifi, Eberhardt – Zinkondo, Küffner (90.+2 Assameur) – Tiedemann, Barendt, Möller – Nohns (82. Bello).
Trainer: Nils Voss und Dennis Buthmann
Schiedsrichter: Mika Hems (SV Oldenswort). Mit knallharter Regelauslegung.
Assistenten: Lennard Gawellek und Sönke Paulsen.
Zuschauer: 122 am Schauenburger Platz in Oldenburg.
Gelb-Rote Karte: Tim Möller vom PSV Neumünster (70.)
Rote Karte: Ben-Luca Nohns (88.) vom PSV Neumünster soll angeblich beim Torjubel nach dem dritten PSV-Treffer eine Wasserflasche auf das Feld geworfen haben.
Tore: 0:1 Robin Bünning (10., ET), 1:1 Marcel Freund (50.), 1:2 Tim Möller (52.), 1:3 Jesper Tiedemann (80.).
