Joker Colin Ulrich sticht spät zum 2:1 für VfB Lübeck nach 0:1 in Jeddeloh
Cheftrainer Kevin Rodewald (li., VfB Lübeck) und sein Team finden sich in der Regionalliga Nord immer besser zurecht. © 2026 Olaf Wegerich

Joker Colin Ulrich sticht spät zum 2:1 für VfB Lübeck nach 0:1 in Jeddeloh

von Ismail Yesilyurt·13. Oktober 2026

Der VfB Lübeck wandert gen gesichertes Mittelfeld in der Regionalliga Nord. Beim Tabellenvorletzten SSV Jeddeloh II wandelten die Gäste einen 0:1-Rückstand in einen 2:1-Sieg um. Die Lübecker bauten damit ihre Erfolgsserie in der Regionalliga Nord am 13. Spieltag auf sieben Pflichtspiele in Folge ohne Niederlage aus.

Nach dem frühen Rückstand durch Tobias Bothe (19.) glich Lennard Heiduck unmittelbar vor der Pause aus. In einer umkämpften Schlussphase sorgte der eingewechselte Colin Ulrich mit seinem Treffer in der 85. Minute für den Auswärtssieg. Vor 650 Zuschauern in der HASKAMP-Arena bewies die Mannschaft von Trainer Kevin Rodewald erneut Moral und sammelte aus den vergangenen vier Regionalligaspielen zehn Punkte.

Jeddelohs Druck mit 1:0 belohnt

Der VfB Lübeck begann engagiert und setzte bereits in der zweiten Minute das erste offensive Ausrufezeichen. Nach einer Kombination über Ramiz Demir und Lennard Heiduck kam Ware Pakia aus rund 14 Metern zum Abschluss. SSV-Torhüter Moritz Ben Onken war jedoch zur Stelle und verhinderte den frühen Rückstand der Gastgeber.

Auf der anderen Seite musste VfB-Schlussmann Finn Böhmker nach einem Zusammenprall im Strafraum kurz behandelt werden, konnte aber weiterspielen. Die Gastgeber fanden zunehmend besser in die Partie und setzten die Lübecker Defensive mit Standards unter Druck. Zwei Eckbälle in der siebten und achten Minute entschärfte Böhmker jeweils mit den Fäusten.

In der 16. Minute hatte der VfB Glück: Kamer Krasniqi zog aus rund 18 Metern kraftvoll ab, traf jedoch nur die Latte. Drei Minuten später schlug es dann doch im Lübecker Tor ein. Nach einem indirekten Freistoß von SSV-Kapitän Gazi Siala konnte Marvin Thiel zunächst noch im Fünfmeterraum eingreifen. Tobias Bothe reagierte allerdings am schnellsten, nahm den abgewehrten Ball auf und schob aus kurzer Distanz zum 1:0 ein (19.).

Heiduck trifft kurz vor der Pause zum Ausgleich

Die Lübecker versuchten anschließend, mehr Kontrolle über das Spiel zu gewinnen. In der 22. Minute wurde Marvin Thiel im gegnerischen Strafraum freigespielt, sein Abschluss blieb jedoch an einem Abwehrspieler hängen. Jeddeloh präsentierte sich weiterhin gefährlich und kam zu weiteren Möglichkeiten.

In der 38. Minute forderten die Gastgeber nach einem Eingreifen von Böhmker im Fünfmeterraum einen Strafstoß. Schiedsrichter Filip Gagelmann ließ die Partie jedoch weiterlaufen. Zwei Minuten später musste der Lübecker Torhüter erneut eingreifen und parierte einen Abschluss von Haris Hyseni.

Kurz vor dem Seitenwechsel meldete sich der VfB offensiv zurück. Ware Pakia setzte in der 43. Minute Kapitän Marvin Thiel im Strafraum in Szene. Dessen technisch anspruchsvolle Ballannahme und anschließender Abschluss brachten allerdings keinen Erfolg, weil der Versuch noch abgefälscht wurde und am Tor vorbeiging.

Als sich die Gastgeber bereits auf eine Pausenführung einstellen konnten, schlugen die Grün-Weißen doch noch zurück. In der 45. Minute kam Lennard Heiduck im Strafraum zum Abschluss. Sein wuchtiger Schuss prallte vom rechten Innenpfosten ins Netz und sorgte für das wichtige 1:1 unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff.

Lübeck übernimmt nach dem Seitenwechsel die Initiative

VfB-Trainer Kevin Rodewald reagierte zur Pause und brachte Dardan Karimani für Ramiz Demir. Die Gäste kamen mit neuem Schwung aus der Kabine und suchten früh den Weg nach vorne. Ein direkter Freistoß von Marvin Thiel aus rund 22 Metern strich in der 51. Minute allerdings über das Tor. Auch zwei anschließende Eckbälle brachten nichts ein.

In der 54. Minute kam Karimani im Strafraum zum Abschluss, wurde dabei jedoch von einem eigenen Mitspieler ungewollt gestoppt. Der VfB blieb am Drücker und versuchte, die Begegnung endgültig zu drehen. Nach einem Foul an Heiduck sah Jeddelohs Kingsley Marcinek in der 60. Minute die Gelbe Karte. Den folgenden Freistoß aus rund 20 Metern brachte Thiel direkt auf das Tor, doch Onken nahm den Ball sicher auf.

Mit Emmanuel Appiah für Ware Pakia brachte Rodewald in der 63. Minute frische Kräfte. Die Partie entwickelte sich zunehmend zu einem offenen Schlagabtausch, in dem beide Mannschaften ihre Chancen auf den nächsten Treffer hatten.

Chancen auf beiden Seiten, Böhmker hält den VfB im Spiel

In der 69. Minute zog Haris Hyseni aus rund 18 Metern ab, setzte den Ball aber knapp über das Lübecker Tor. Nur eine Minute später hatte Heiduck gleich zweimal die Gelegenheit zur Führung. Beide Abschlüsse im Strafraum fanden jedoch nicht den Weg ins Netz.

Auch Thiel versuchte es wenig später auf eigene Faust. Der VfB-Kapitän setzte sich in der 72. Minute gegen zwei Gegenspieler durch, verfehlte das Tor mit seinem anschließenden Schuss aber knapp.

Rodewald reagierte und brachte in der 73. Minute Colin Ulrich für Bjarne Pfundheller. Der Joker sollte später noch zum entscheidenden Mann werden. Zunächst scheiterte Dardan Karimani mit seinem Abschluss am Jeddeloher Schlussmann.

Auf der Gegenseite musste Böhmker in der 78. Minute sein ganzes Können zeigen. Ein Schuss von Tobias Bothe wurde noch entscheidend abgefälscht und entwickelte sich dadurch zu einer gefährlichen Aufgabe für den Lübecker Torhüter. Mit einem starken Reflex lenkte Böhmker den Ball um den Pfosten und bewahrte seine Mannschaft vor einem erneuten Rückstand. Die anschließende Ecke köpfte Hyseni ins Toraus.

Joker Ulrich entscheidet die Partie in der Schlussphase

In der Schlussphase blieb der VfB seiner offensiven Ausrichtung treu. In der 83. Minute ersetzte Elario Ghassan den bereits verwarnten Spielverlauf auf dem Platz mit frischen Kräften, indem er für Tom Kankowski ins Spiel kam. Zwei Minuten später belohnten sich die Lübecker für ihren Aufwand.

Der eingewechselte Colin Ulrich traf in der 85. Minute zum 2:1 und drehte damit die Partie endgültig zugunsten der Grün-Weißen. Nach dem Ausgleich kurz vor der Pause hatte der VfB auch im zweiten Durchgang an seinem Vorwärtsdrang festgehalten und sich schließlich mit dem Führungstreffer belohnt.

Jeddeloh versuchte in den verbleibenden Minuten noch einmal, den Ausgleich zu erzwingen. Die Lübecker verteidigten ihre knappe Führung jedoch konsequent. In der 90. Minute brachte Rodewald mit Henry Jeschonek für Fabian Istefo einen weiteren frischen Spieler. Auch die fünfminütige Nachspielzeit überstand der VfB unbeschadet. In der 96. Minute beendete Schiedsrichter Gagelmann die Begegnung und machte den Auswärtssieg perfekt.

VfB setzt seine Erfolgsserie fort

Mit dem 2:1 in Jeddeloh knüpft der VfB Lübeck an die jüngsten Ergebnisse an. Auf den 2:1-Heimerfolg gegen den Bremer SV und das 3:2 gegen den SV Todesfelde folgte zunächst ein torloses Remis gegen den Eimsbütteler TV. Nun legten die Grün-Weißen auswärts drei weitere Punkte nach.

Besonders die Reaktion auf den frühen Rückstand und die Entschlossenheit nach dem Seitenwechsel unterstreichen die positive Entwicklung der Mannschaft. Zehn Punkte aus den vergangenen vier Regionalligaspielen und sieben Pflichtspiele ohne Niederlage sprechen für die gewachsene Stabilität der Lübecker.

Bereits am kommenden Samstag steht die nächste Aufgabe an: Dann empfängt der VfB Lübeck die zweite Mannschaft des FC St. Pauli auf der heimischen Lohmühle.

SSV Jeddeloh II: Moritz Onken – Kingsley Marcinek (84. Hugo Brandes), Keita Taguchi, Fynn Friedrichs, Kamer Krasniqi (77. Moritz Brinkmann), Tobias Bothe, Robin Krolikowski, Tom-Julian Kanowski, Niklas-Leon von Aschwege, Haris Hyseni, Gazi Siala.
Trainer: Olaf Blancke.
VfB Lübeck: Finn Böhmker – Bjarne Pfundheller (73. Colin Ulrich), Ware Pakia (63. Emmanuel Appiah), Tom Kankowski (83. Elario Ghassan), Marvin Thiel, Ramiz Demir (46. Dardan Karimani), Lennard Heiduck, Fabian Istefo (90. Henry Jeschonek), Maximilian Schütt, Joel Amadi, Deniz Hasan Yilmaz.
Trainer: Kevin Rodewald.
Schiedsrichter: Filip Gagelmann (ATSV Sebaldsbrück).
Zuschauer: 650.
Tore: 1:0 Tobias Bothe (19.), 1:1 Lennard Heiduck (45.), 1:2 Colin Ulrich (85.).

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